WNBL-Mädchen entscheiden Krimi gegen Ludwigsburg erst in Overtime

76:69 das Ergebnis, aber es war immer denkbar knapp… Was für ein Krimi! Verlängerung vor 80 begeisterten und gebannten Zuschauern! Dabei hatten die ersten beiden Viertel so ausgesehen, als ob die Jahn-Talente mit der Zonenverteidigung der Gäste gut zurecht kommen könnten, dazu kam die engagierte, soeben erst eingeübte Deckungsvariante, die einige Ballgewinne bescherte, 20:14, 40:29 die Zwischenstände. Nach der Pause spielte Ludwigsburg lange Zeit „Box & 1“, das heißt Jahns Topwerferin Anja Rauffer sah sich stets einer Doppeldeckung gegenüber und es dauerte ein paar Angriffe, ehe sich Jahn daran erinnerte, dass eine Angriffsformation aus FÜNF und nicht nur EINER Spielerin besteht. Weg waren Vorsprung und Selbstvertrauen, 43:43 hieß es vor den letzten zehn Minuten.

Erst 90 Sekunden vor dem Ende eroberten die Jahnlerinnen die Führung zurück, per Dreier von Anja Rauffer, 61:60, aber nun blieben 4 von 6 Freiwürfen für die Gastgeberinnen ungenutzt, das 63:61 fünf Sekunden vor dem Ende sollte nicht genügen: Einwurf Gäste, ein Dribbling, ein Pass, ein Wurf. Drin, Ausgleich, nur noch 0,5 Sekunden (!). Auszeit Jahn, Spielzug aufgemalt, Kopfnicken beim Team, „alles klar“ sollte das heißen. Einwurf Lisa, zwei schöne Blocks, weiter Pass zu Jella, die muss fangen und sofort werfen (eine halbe Sekunde ist KURZ!), tut es, aber die Kugel rollt vom Ring.

Verlängerung.

Und nun endlich setzt sich Jahn wieder durch. Mit gutem Zusammenspiel: Wichtige Punkte durch Jella Molz (insgesamt 23), Katha Hustert (nun 2 von 4 Freiwürfen), ein energischer „And-One“ von Anja Rauffer (mit 27 Zählern wieder Topscorerin), einer von recht weit weg durch Geburtstagskind Laura Einertshofer (sie hatte den besten Effektivitätswert aller Spielerinnen!) und schließlich ein mächtiger Dreier von Jella Molz, der das 76:69 besiegelte – großes Aufatmen nun auf der einen und jede Menge Emotion auf beiden Seiten, Jubel und Tränen.

„Wir überstehen heuer auch brenzlige Situationen, das unterscheidet uns von letzter Saison. Wir sind auf Playoff-Kurs, aber die Brocken Nördlingen und Wasserburg kommen erst noch und von den weiten Auswärtsspielen kannst du jedes mal verlieren,“ warnt Trainer Armin Sperber. Friendsfactory Jahn München ist Tabellenführer der Gruppe Süd.

Foto: P. Oedinger