Eisvögel gewinnen das erste Spiel des neuen Jahres in Rotenburg 78:83 (41:44) – und das, obwohl sie einen Wirbelwind der BG Avides Hurricanes nie richtig in den Griff bekamen. Dieser Wirbelwind hieß Kim Sitzmann, ihres Zeichens Topscorerin der Gastgeberinnen aus Rotenburg, und an diesem Abend mit 31 Punkten eine spielbestimmende Akteurin. Schon im ersten Viertel erzielte sie neun Punkte, während die Freiburgerinnen in der ihnen bislang unbekannten Halle zunächst nur Ballverluste sammelten. Bis zur dritten Minute dauerte es, bis sie das erste Mal einen Korberfolg erzielten, und das gesamte erste Viertel brauchten sie Zeit, um überhaupt richtig ins Spiel zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt stand es 23:16 aus Sicht der Hurricanes – und auch über einen höheren Vorsprung hätte sich niemand wundern können. Insbesondere bei den Abschlüssen in Korbnähe offenbarten die Freiburgerinnen ungewohnte Schwächen.

Dies änderte sich zwar zunächst nicht, doch setzten die Eisvögel ihren Würfen nun doch energischer nach und erarbeiteten sich mehrere zweite Chancen, die sie nun auch zu nutzen wussten. Auf der Gegenseite hatte die Hurricanes das Wurfglück von der Dreipunktlinie verlassen – in dieser Halbzeit fand nur einer aus zehn Versuchen sein Ziel. So schmolz der Vorsprung der Gastgeberinnen dahin, bis Lotte Höre mit zwei Freiwürfen den Ausgleich erzielen konnte. Doch damit nicht genug: in der letzten Spielminute der ersten Halbzeit gelang den Freiburgerinnen sogar die erste Führung des Spiels, und mit etwas mehr Achtsamkeit hätte der Korbleger von Natalija Bondarenko 3,3 Sekunden vor Ende der Halbzeit eine komfortable Fünf-Punkte-Pausenführung bedeutet. Doch die Hurricanes machten ihrem Namen alle Ehre, jagten den Ball nochmals in Windeseile über das Feld und verkürzten mit der Pausensirene.

Das dritte Viertel war erneut das Viertel von Kim Sitzmann. Mit sechs Punkten in Folge sorgte sie für eine erneute Führung für die Heimmannschaft, nur durch ein Dreipunktspiel von Mirna Paunovic in den Schlusssekunden konnten die Eisvögel ihre Führung in den Schlussabschnitt retten. Hier war nun wirklich keine Zeit mehr für Ruhepausen: unermüdlich wechselte die Führung, und lange Zeit war nicht ersichtlich, wer an diesem Abend als Gewinner das Feld verlassen würde. Erst einige Minuten vor dem Ende hatten die Freiburgerinnen einen kleinen Vorsprung, den sie von nun an allerdings noch an der Freiwurflinie behaupten mussten. Doch auch in der hektischen Schlussphase behielten sie die Nerven und fuhren so zwei schwer erarbeitete Punkte ein.

Die lange Rückfahrt wird den Freiburgerinnen wohl noch ein paar Tage in den Knochen stecken, doch viel Zeit zur Erholung bleibt nicht, denn nächste Woche werden erneut die Reisekoffer gepackt, und es geht in ähnliche Gefilde. Für die Eisvögel steht am kommenden Samstag die nächste Bewährungsprobe an – es wartet der Tabellenzweiten, die Wildcats aus Wolfenbüttel.