Eisvögel liefern sich mit Tabellenführer Marburg ein packendes Duell, das sie am Ende knapp mit 51:56 (35:26) abgeben müssen. Vor allem die Wurfausbeute vereitelt ein Überraschungscoup. Etwas bange konnte es einem aus Freiburger Sicht schon werden, wenn man sich die beiden Mannschaften im Vorfeld gegenüberstellte: denn Marburg ist in dieser Saison auf allen Spielpositionen sehr stark besetzt und konnte durch die Verpflichtung von Carlene Hightower in der Winterpause sogar noch an Qualität zulegen. Eine Bewährungschance für die junge Garde der Eisvögel , ja – aber ein ernsthaftes Kräftemessen?

Bestärkt wurde dieses Gefühl durch den nervösen Beginn der Partie, in welchem sich die Gäste gleich auf 2:7 davonstehlen konnten. Doch die Eisvögel antworteten mit hohem Einsatz und einigen spektakulären Aktionen von Sarah Hayes – plötzlich stand es 10:9 für Freiburg, und das Freiburger Publikum konnte erstmals die zahlreichen angereisten Fans aus Marburg überstimmen. Von nun an entwickelte sich eine intensiv geführte Partie, bei der auf beiden Seiten nicht zimperlich miteinander umgegangen wurde. Nach erneuter Marburger Führung gelang den Freiburgerinnen im letzten Angriff des Viertels der Ausgleich (15:15). Beflügelt durch diese erfolgreiche Aktion starteten die Eisvögel ihre beste Phase und erlebten im zweiten Viertel eine wahre Sternstunde: konzentriert in der Verteidigung und beim Rebound, engagiert und kreativ im Angriff – für alle Freunde der Eisvögel muss es ein Vergnügen gewesen sein, die Freiburgerinnen so aufspielen zu sehen. Dank eines Treffers von Jule Schindler mit der Schlusssirene gingen die Eisvögel mit der höchsten Führung des Spiels in die Halbzeitspause (35:26).

Ins dritte Viertel starteten sie dann nicht schlecht, aber äußerst unglücklich: zwei Offensivfouls, dazu ein folgenschwerer Ballverlust – innerhalb weniger Minuten waren die Gäste wieder auf zwei Punkte herangekommen. Von nun an beherrschte die Defensivarbeit auf beiden Seiten das Spiel. Einfache Abschlüsse wurden zur Mangelware, jeder Korb musste hart erarbeitet werden. In dieser Phase konnten die Marburgerinnen ihre individuelle Klasse besser ausspielen als die Eisvögel. Dennoch konnten die Freiburgerinnen in Person von Yvonne Turner kurz vor der Pause wieder in Führung gehen (43:40). Das Schlussviertel wurde so zu einer dramatischen Angelegenheit. Die Eisvögel konnten ihren Vorsprung zwar zunächst noch behaupten, doch ein Zwischenspurt der Gäste sorgte für eine Wende. Mehrere Male hatten die Eisvögel die Möglichkeit, das Spiel nochmals zu drehen, doch gleich drei Mal innerhalb kürzester Zeit drehte sich der – schon sicher versenkt geglaubte – Ball doch noch aus dem Korb. So blieb den Freiburgerinnen nur noch die Chance, den letzten Angriff der Gäste beim Stand von 51:54 abzuwehren und somit nochmals den Ausgleich erreichen zu können. Doch die Marburgerin Sandra Weber war nur durch ein Foul zu stoppen, verwandelte die beiden fälligen Freiwüfe nervenstark und sorgte so für die Entscheidung.

Fazit: eine erneut sehr ansprechende Leistung der Eisvögel, welche diese jetzt auch in den nun anstehenden Spielen gegen ebenbürtige Mannschaften abrufen müssen. Dann klappt es hoffentlich schon bald mit dem nächsten Sieg im Ringen um die Playoff-Plätze. Die spielerische Grundlage ist da – vielleicht gesellt sich schon am kommenden Sonntag bei den Rhein-Main Baskets das nötige Wurfglück dazu.

Foto:Patrick Seeger / www.patrickseeger.de