Eisvögel unterliegen beim neuen Tabellenzweiten aus Marburg mit 74:80 (29:31). Das Spiel blieb bis zur Schlussminute völlig offen. Das Duell der beiden Universitätsstädte hat in der Damenbundesliga bereits Kultcharakter – so oft standen sich die beiden Mannschaften bereits in wichtigen Spielen gegenüber. Unterhaltung ist in der Regel garantiert, sei es durch knappe Spiele oder überraschende Ergebnisse. An diesem Wochenende war wieder ersteres der Fall. Bis 30 Sekunden vor dem Ende der Partie war nicht ersichtlich, in welche Richtung das Pendel an diesem Abend ausschlagen würde. Dann entschieden die Marburgerinnen das Spiel durch starke Nerven an der Freiwurflinie für sich.

Davor war die Partie wieder einmal nichts für Menschen, die zu Seekrankheit neigen. Denn zu oft schwankte der Vorsprung von einer Seite zur anderen. Einem 25:16 zu Gunsten der Eisvögel (15. Minute) folgte fünf Minuten später ein 29:31 zur Halbzeit. So ging es dann auch munter weiter, bis die Marburgerinnen sich sechs Minuten vor Schluss scheinbar uneinholbar absetzen konnten (56:68). Doch die Eisvögel antworteten mit dem nächsten Sturmlauf und verkürzten binnen zwei Minuten auf 65:68. Es folgten spannende Schlussminuten, in welchen stets nur ein Korberfolg zwischen den beiden Mannschaften lag. Erst als die Freiburgerinnen Sekunden vor Spielende auf taktische Fouls zurückgreifen mussten, um die Uhr anzuhalten, konnten die Gastgeberinnen aus Marburg ihren Vorsprung nochmals vergrößern. Es bleibt die Erkenntnis, bei einem der Favoriten der diesjährigen Saison lange Zeit gut mitgespielt zu haben. Dass es in letzter Konsequenz nicht zum Überraschungserfolg reichte, lag insbesondere an der schwachen Trefferquote in Korbnähe. Daran war vor allem die Marburger Verteidigung Schuld, die zehn Freiburger Würfe blockte – für ein Damenspiel eine ungewöhnlich hohe Zahl. Da nützte es auch nichts, dass die Eisvögel an diesem Abend von der Dreipunktelinie überaus erfolgreich waren. Die verpassten Punkte unter dem Korb kosteten wohl den Sieg.

Ähnlich spannend wird es wohl auch am kommenden Wochenende, wenn die Rhein-Main-Baskets zu Gast in der Freiburger Uni-Halle sind. Bei deren Heimspiel an diesem Wochenende kamen die Zuschauer nämlich tatsächlich in den Genuss von vier (!) Verlängerungen, an deren Ende die Damen aus Hessen sich nur denkbar knapp ihren Gästen aus Wolfenbüttel geschlagen geben mussten (113:116). Es lohnt sich also, den kommenden Samstagabend komplett frei zu halten – man kann ja nie wissen…