Kurioser Beginn – nervenzerreißendes Ende. So lässt sich das Heimspiel der Eisvögel gegen die SV Halle Lions mit wenigen Worten zusammenfassen. Nachdem letzte Woche das Glück nicht auf Freiburger Seite war, erkämpften sie sich dieses Mal einen wichtigen Erfolg gegen eines der Top-Teams der Liga. Bereits nach 73 Sekunden hatte Sarah Hayes drei persönliche Fouls gegen sich. Die Freiburgerinnen schienen davon so perplex zu sein, dass sie im ersten Viertel mehr oder weniger das Verteidigen einstellten – die Gäste aus Halle nahmen dies dankbar an. Immerhin ließen die Freiburgerinnen in der Offensive ihr Können aufblitzen, so dass sie nach dem ersten Viertel beim Stand von 19:24 zumindest noch auf Tuchfühlung waren.

Ab dem zweiten Spielabschnitt wurde das Spiel dann allen Erwartungen gerecht. In der 14.Minute verzeichneten die Gäste beim Stand von 24:30 ihre höchste Führung, doch dann arbeiteten sich die Eisvögel, die nun ihre Intensität in der Verteidigung wiederfanden, bis zur Halbzeit auf einen Punkt heran. Das dritte Viertel gehörte dann den Freiburgerinnen, nach dem Ausgleich durch Jahzinga Tracey (40:40, 23.Minute) gingen sie durch einen Dreier von Dana Penno und zwei Körbe von Mirna Paunovic schließlich mit 47:40 in Führung. Auf der Gegenseite konterte die Spielmacherin Amanda Rego mit fünf Punkten zum Viertelende, so dass die Mannschaften beim Stand von 53:48 aus Freiburger Sicht ins Schlussviertel starteten.

Hier bahnte sich dann das spannende Finale an. Zwei Minuten vor Ende wechselte die Führung nochmals, doch die Freiburgerinnen konterten durch Punkte von Hayes und zwei Freiwürfe von Paunovic – 65:62. Nun begann ein wahrer Krimi, der Ballbesitz wechselte mehrmals, bis der Ball kurz vor Schluss wieder in den Händen der Halle Lions ist: doch die Freiburger Defense hält dicht, Rego kann sich vor der Schlusssirene keinen freien Wurf mehr erarbeiten. Die Sepp-Glaser-Halle kocht, die Spielerinnen lassen sich von den Zuschauern feiern, und das erste Mal in dieser Spielzeit schwappt eine La Ola-Welle durch die Halle. Wenn es nach dem Willen der Freiburger geht, darf sich das in dieser Saison gerne noch einige Male wiederholen.

Nach diesem hart erarbeiteten Erfolg stehen die Freiburgerinnen nach drei Spieltagen mit 5 Punkten (neue Zählweise: 2 Punkte für Sieg, 1 Punkt für Niederlage) auf dem zweiten Tabellenplatz, allerdings punktgleich mit dem Tabellensiebten. Es stehen also richtungsweisende Wochen an für die Eisvögel, und Zeit zum Ausruhen bleibt kaum: bereits am Mittwoch geht es zum Pokal-Sechzehntelfinale nach Sandhausen. Die Vorstellung heute gegen starke Halle Lions machte auf jeden Fall Lust auf mehr.