Eisvögel gewinnen zu Hause gegen Wolfenbüttel mit 88:63 (33:32). In der zweiten Halbzeit entdecken sie eine lange verschmähte Linie für sich wieder. Fünf Niederlagen in Folge, ein Abrutschen auf den sechsten Tabellenplatz, all das zehrte an den Nerven. Eine Trendwende sollte her, und da es gemeinsam immer besser geht standen den Eisvögeln an diesem Abend sämtliche Teams aus dem weiblichen Bereich bei – praktisch als verlängerte Mannschaftsbank. Und diese sahen Freiburgerinnen, die im ersten Abschnitt mit Einsatz, in der zweiten Hälfte mit Treffsicherheit überzeugten.

Die Gäste aus Wolfenbüttel zeigten in der ersten Hälfte, warum sie in der Liga wegen ihrer Treffsicherheit gefürchtet sind. Sie trafen sicher aus der Distanz, und das von allen Positionen. Die Freiburgerinnen ackerten unermüdlich, erarbeiteten sich Ballgewinne und Offensivrebounds – doch Wolfenbüttel spielte extrem effizient. So konnten sich die beiden Mannschaften weitestgehend neutralisieren. Jahzinga Tracey brachte die Eisvögel mit zwei erfolgreichen Freiwürfen zum Ende der ersten Halbzeit mit einem Punkt in Führung.

In der zweiten Hälfte dann platzte der Knoten bei den Eisvögeln: bis zur Pause agierten sie zwar recht ordentlich gegen die Zonenverteidigung der Gäste, doch nun fanden sie auch wieder ihren Rhythmus von der Dreipunktelinie. Drei Angriffe in Folge schlossen sie von hier ab, Wolfenbüttel war gezwungen umzustellen. Doch die Freiburgerinnen hatten nun ihr Selbstvertrauen wieder, bis zum Ende des Spiels kamen sie auf elf erfolgreiche Dreipunktewürfe. Symptomatisch für das neue Freiburger Selbstbewusstsein war eine Szene, in der Charmaine Callahan nach einem Verzweiflungswurf den eigenen Rebound holte und noch vor Abschluss der 24-Sekunden-Uhr verwandelte. Zur Vorentscheidung reichte dies allerdings nicht, denn auf fast jeden erfolgreichen Angriff folgte prompt eine Antwort der Gäste. Erst im Schlussviertel, beim Stand von 69:59 (33.Minute), konnten die Eisvögel nach erfolgreichem Abschluss auch mehrmals den Ball erobern und erneut abschließen – das Spiel war entschieden. Die Freiburgerinnen genossen die letzten Spielminuten und zusammen mit verlängerter Mannschaftsbank und Publikum das lang vermisste Glücksgefühl.

Der Mannschaft war anzumerken, dass die Verantwortung in der Offensive deutlich breiter gestreut war als in den vergangenen Spielen. So scorten neben Sarah Hayes und Jahzinga Tracey an diesem Abend Charmaine Callahan, Tina Menz sowie Birte Wehrenbrecht zweistellig, und auch Dana Penno setzte mehrere Akzente. Dadurch konnte Mirna Paunovic nach überstandener Krankheit etwas geschont werden. Das heutige Auftreten macht Hoffnung auf einen erfolgreichen Saisonendspurt. Fünf Spiele stehen noch aus bis zum Beginn der Playoffs – der Kampf um die besten Plätze hat nun begonnen. Am nächsten Wochenende geht es gleich zum ersten Konkurrenten, dem Herner TC.

Foto: Patrick Seeger