Eisvögel schlagen Opladen vor beeindruckender Kulisse mit 90:63 (46:35), dabei können sich alle Freiburgerinnen in die Scorerliste eintragen. Nun geht es bis Weihnachten noch zu zwei Top-Teams der Liga. Eine volle Halle, den eigens für sie kombinierten Song im Rücken, endlich wieder ein Heimspiel: die Minuten vor dem Spiel ließen auf einen sehr gelungenen Auftritt der Eisvögel hoffen. Den gab es dann auch – allerdings erst nach einer gespielten Viertelstunde.

Denn im ersten Viertel klappte noch nicht alles wie geplant. Insbesondere die “lange Garde” der Gäste kam noch zu oft in Korbnähe zum Abschluss, so dass die Freiburgerinnen nach dem ersten Viertel durchaus verdient mit einem Punkt zurücklagen (20:21). Gleich danach passten sie ihre Verteidigung an, ließen die Opladener Centerspielerinnen viel härter für den Ballbesitz arbeiten. Diese Bemühungen trugen dann auch schon bald erste Früchte. Die Gäste kamen nicht mehr so leicht zu Korberfolgen, während die Freiburgerinnen die ersten Tempoangriffe des Spiels anbringen konnten. Logische Folge: die Führung wurde zweistellig (37:26, 17.Minute), durch einen erfolgreichen Dreier von Charmaine Callahan mit der Pausensirene konnten die Eisvögel mit einem beruhigenden Vorsprung in die Halbzeit.

Was dann folgte, war wohl eines der besten Viertel der Eisvögel in dieser Saison: konsequent und konzentriert in der Verteidigung, voller Tempo und Ideen im Angriff und dann sicher und variantenreich im Abschluss – es war eine wahre Freude, den Freiburgerinnen beim Spielen zuzusehen. Dass auch noch Pässe aus bereits verloren geglaubten Bällen ihr Ziel fanden, war dann auch nicht weiter überraschend. Die Eisvögel agierten nach Belieben und konnten durch einen 16:2-Lauf gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Vorentscheidung erzwingen.

Im letzten Viertel durften alle Spielerinnen dann nochmals ausreichend Spielzeit sammeln. Während Julia Schindler bereits in der Startformation stand, wusste nun auch Clara Cordes bei ihrem ersten längeren Auftritt zu überzeugen. Am Ende fand sich jede einzelne Spielerin in der Punkteverteilung wieder – eine Premiere für die Eisvögel in dieser Saison. Während sich auf Seiten der Gäste insbesondere Vera Jaecker noch gegen die Niederlage stemmte, spielten die Freiburgerinnen ihr Spiel konsequent zu Ende. Den letzten Angriff des Spiels schloss Sissi Höre dann so ab, wie die Eisvögel einen Großteil des Spiels gestaltet hatten: erfolgreich.

Nach dem letzten Heimauftritt in diesem Kalendarjahr müssen die Freiburgerinnen bis Weihnachten noch zu zwei Topteams reisen: am kommenden Wochenende zum punktgleichen BC Marburg, und anschließend zum fast schon traditionellen Jahresabschluss nach Wasserburg. Eine Pokalauslosung gab es an diesem Abend auch noch, für das Freiburger Publikum leider erneut unvorteilhaft – im Viertelfinale steht wie in den Runden zuvor ein Auswärtsspiel an, dieses Mal beim ASC Theresianum Mainz. Doch solange sich die Eisvögel in ihren Ligaspielen so präsentieren wie an diesem Samstagabend, dann lässt sich auch ein Jahr ohne Heimspiele im Pokal verschmerzen. Für die nächsten zwei Wochen gilt ohnehin erstmal wieder das Motto des Fansongs: Eisvögel – fliegen und siegen!

Foto: Patrick Seeger