Auf diese Überschrift warten Eisvögel-Fans schon lange, nun wird sie endlich Gewissheit: Freiburg gewinnt in Wasserburg 76:89 (47:41) – und das nach einem deutlichen zweistelligen Rückstand. Als Yvonne Turner im zweiten Viertel beim Stand von 42:26 aus Wasserburger Sicht ihr drittes Foul angehängt bekam, da waren die Aussichten auf einen lang ersehnten Erfolg in Wasserburg schon fast auf null gesunken.

Als die Gastgeberinnen dann auch noch mehrere Male unbedrängt unter dem Freiburger Korb abschließen konnten, erst recht. Nur Judie Lomax und Mirna Paunovic hielten die Eisvögel zu diesem Zeitpunkt in der Offensive im Spiel. Dann bekamen sie rechtzeitig Gesellschaft: Svenja Brunckhorst, an alter Wirkungsstätte besonders motiviert und am Ende erfolgreichste Werferin des Spiels, schloss das Viertel mit fünf Punkten in Folge ab, traf mit der Halbzeitsirene zum 47:41 und stellte damit den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Plötzlich waren die Freiburgerinnen in Schlagdistanz, nachdem sie bislang nur einem großen Vorsprung hinterhergelaufen sind.

In die zweite Hälfte starteten die Eisvögel mit entsprechendem Rückenwind, durch Punkte von Jahzinga Tracey und Jule Schindler schlossen sie bis auf einen Punkt auf. Doch Wasserburg antwortete durch Diana Pop und Krystal Vaughn und stellte damit den alten Vorsprung wieder her. In der Folge offenbarten die Eisvögel Schwächen in der Defensive, die vom Rekordmeister vom Inn gnadenlos ausgenutzt wurden. Nur dank ihrem starken Drang zum Korb konnten sich die Freiburgerinnen im Spiel halten. Beim Spielstand von 66:64 zum Ende des dritten Viertels hatten die Gäste sogar die Chance, erstmals in Führung zu gehen. Dieser Versuch scheiterte, und zu allem Überfluss waren kurz nach der Pause auch noch drei Aufbauspielerinnen (Turner, Brunckhorst und Schindler) der Eisvögel mit vier Fouls belastet. Doch das Team blieb davon unbeeindruckt, und kurz darauf folgte die Belohnung: aus einem 71:70 (32.Minute) wurde dank einer fantastischen Mannschaftsleistung ein 74:87 (39.Minute). Dabei verlor Wasserburg nicht nur den roten Faden, sondern durch eine Knieverletzung auch ihre bis dahin beste Spielerin, Tiffany Porter-Talbert. Die Eisvögel konnten den Vorsprung auch in der Schlussminute souverän behaupten – und so stand am Ende der erste Auswärtssieg am Inn nach einer langen Durststrecke.

Viel Zeit bleibt nicht, diesen Überraschungscoup zu genießen, denn in der kommenden Woche wartet ein eng gesteckter Terminkalender auf die Eisvögel: zunächst geht es am Mittwoch zum Pokalspiel nach Saarlouis, bevor dann am kommenden Samstag der BC Marburg zu Gast in der Uni-Halle ist.