Jahn München Basketball

TS Jahn München Basketball: Rückschau auf das Wochenende

Jahn am Samstag von Fortuna und allen guten Geistern verlassen, doch der Sonntag entschädigte durch Siege der Jüngsten

Am Samstagabend gab es allerorten in der ARD für den geneigten Konsumenten das Herbstfest der Überraschungen, und in München und Vilsbiburg gab es für den Jahn-Sympathisanten böse Überraschungen: die DBBL2-Damen verloren haushoch gegen Speyer, die U18 völlig unnötig gegen die Baskets.

Das Wochenende begann mit einer sehr unglücklichen 79:81-Niederlage von Bills U16 gegen Schwabing. Nachdem man bis ins dritte Viertel gegen einen 6-Punkte-Rückstand gerannt war, kippte das Spiel langsam zugunsten der Jahnler. Fünf Minuten vor Ende hatte man einen 5-Punkte-Vorsprung etabliert und die Tendenz sprach für Jahn. Doch dann bekam Boris, an dem Tag Leader der Mannschaft gegen sein altes Team, starke Krämpfe und musste vom Feld. Ein zweiter Versuch in der vorletzten Minute war nur von kurzer Dauer. In dieser Zeit konnte Boris` Gegenspieler Chris Würmseher, der Schwabing auch in der JBBL führt, seine körperlichen Stärken ausspielen und seine Mannschaft wieder heranbringen. Bei Gleichstand hatte Jahn Ballbesitz bis 8 Sekunden vor Schluss. Ein missglückter Reverse brachte Schwabing in Ballbesitz, zwei Freiwürfe, die Chris erfolgreich versenkte. Als Maxi Rankl in den letzten Sekunden mit einem Dreier noch den Sieg retten wollte, blieb der Ball an dem zu niedrigen Deckenträger hängen. Doppeltes Pech – aber die Erkenntnis, dass die Jungs in der Liga mithalten können.

Pech als Erklärung für die Niederlage unserer Bundesligadamen zu strapazieren wäre sicher zu weit hergeholt. Das Ergebnis spricht eher für die unterschiedliche Tagesform zweier Teams. Sei’s drum: Der Fall von Felix Baumgartner war tiefer. Und Speyer hat auch nur zwei Punkte gewonnen, der Rest war Fleißarbeit. Vor einem Jahr hätte man eine 2:1-Bilanz nach drei Spielen sich erträumt, also braucht man sich nicht grämen, wenn’s mal danebengeht. Über so ein Resultat ärgert man sich sicher weniger, als es die deprimierten U16er taten. Nach dem Motto: Wenn schon verlieren, dann wenigstens gscheit.

Gscheit ungeschickt hatte sich die U18 angestellt. Wieder wurde der Start verschlafen, doch konnte man dies dieses Mal nicht auf den frühen Spielbeginn schieben, Hochwurf war um 17.15 Uhr. Das anfängliche Trägheitsmoment kennt man schon und wartete deshalb auf die konditionelle Überlegenheit, mit der bisher die Spiele ab dem dritten Viertel gewendet werden konnten. Zumal man zu zehnt gegen sieben (im Grunde hatten sogar nur sechs Spieler mit erwähnenswerter Spielzeit) antrat, wobei man normalerweile auf die gute Bank vertrauen kann. Doch an diesem Tag erreichten lediglich zwei, drei Spieler die Platzreife (Simon, Carlos H., mit Abstrichen Carlos R.), der Rest war im Wesentlichen anwesend. Was der Unterschied zwischen Vilsbiburg und München ist? In Niederbayern gibt es kein Oktoberfest, das den Trainingsplan empfindlich stören kann. Insofern war der 71:63-Sieg sogar logisch. Trainer Niko konnte der Niederlage noch die positive Seite abgewinnen, dass die Spieler dadurch vielleicht aus ihren Allmachtsträumen aufwachen. Zuletzt hatte man gegen DJK SB schlecht gespielt und dennoch gewonnen. Dass diese Erfolgsmasche nicht immer funktioniert, hat man gesehen. Da man gegen den alten Rivalen aus Vilsbiburg besonders gerne spielt und gewinnt, erübrigte sich jede Strafpredikt. Und im Herbst gibt es keine Wiesn und keine Isarfeste mehr.

Nach den beiden Pleiten von U16 und U18 gönnte sich der Berichterstatter die Premiere unserer U14 in Augsburg und sah einen ungefährdeten 83:63-Erfolg. Unsere Jungs spielten engagiert, zuweilen aber etwas hektisch. Das zeigte sich an manchen leicht vertanen Korbchancen, ganz besonders aber in den vielen Schrittfehlern, die die überaus genau pfeifenden Schiris auf beiden Seiten mit Konsequenz mindestens zwanzigmal ahndeten. Das Spiel war eine Standortbestimmung bezüglich der schwäbischen Mannschaften, mit denen noch keine Spieltradition besteht. Da Augsburg, die drei starke Spieler aufwiesen, in der Breite aber deutlich unterlegen waren, doch sicher beherrscht wurde und Memmingen gegen Gröbenzell ein Debakel (23:177) erleben musste, darf man realistischerweise davon ausgehen, dass das Minimalziel Playoff im März wohl erreicht werden kann.

Die Herren blieben auf ihrer Unternehmung „Aufstieg in die Zukunft“ erfolgreich mit einem deutlichen 105:50-Sieg bei der dritten Garnitur der Hellenen. Also wieder keine Geschenke für die Griechen, aber viel Nahrung fürs Selbstvertrauen für die nächsten Begegnungen gegen die Zweitteams von Ismaning und Wolnzach. Wenn man dann noch oben steht, dürfte man in der richtigen Spur sein.

Nicht von Erfolg belohnt wurde die weite Fahrt der Regionalligadamen nach Nördlingen (63:74), doch von 15 Jahren abwärts haben die Jugendteams ein erfolgreiches Wochenende hinter sich gebracht.

Maxis U15-Mädchen besiegten Fürstenfeldbruck mit +30 (89:59) und damit um einen Punkt mehr als die Nymphies denselben Gegner. Das lässt nächstes Wochenende auf ein spannendes vereinsinternes Duell hoffen. Die Bayernliga-Girls der U13 dominierten auch den zweiten Gegner, Neuötting, klar (69:42). In dieser Liga scheint alles auf ein Duell mit Wasserburg hinauszulaufen, der erste Showdown zwischen den beiden Topmannschaften findet am 24.11. statt. Bis dahin haben die Spiele wohl Trainingscharakter unter Ernstbedingungen.

Erster Spieltag in der U11-Bezirksliga mit zwei Spielen und zwei deutlichen Siegen für Jahn und Landshut gegen Freising und Mammendorf. Hier scheint sich in der kleinen Liga ein Klassenunterschied aufzutun. Die schweren Aufgaben dürften erst nach Weihnachten auf unseren Nachwuchs warten, wenn die Spitzenteams der Ostgruppe dazukommen.

Ihr erster Qualifikationsturnier hatten auch die U10er. Für die allermeisten dürfte es sich um die ersten ernsten Basketballspiele ihres Lebens gehandelt haben. Und sie haben ihnen bestimmt nicht den Spaß an der Sache genommen, denn Haar (46:21) und München-Ost (46:11) wurden auf Abstand gehalten. Die Bundesligadamen und die U18er können ihnen ja bei Gelegenheit erzählen, wie sich die Gegner gefühlt haben müssen.

Und dann gab es wieder einen Rekordsieg unseres Damen-3-Teams (140:22), williges Opfer war dieses Mal Wolnzach 2. Eigentlich keine Nachricht wert. Ausführlich werden wir berichten, wenn es mal knapp herging.

In der Summe war es kein so perfekter Spieltag wie letzte Woche mit 10:0 Siegen für Jahn, die Bilanz diesmal 9:4. Aber die Logik sagt einem ja, dass nicht jeder Verein an diesem Wochenende positiv dastehen konnte, deshalb sollten wir auch nicht unzufrieden sein.