Die Reise ins Ruhrgebiet hat sich die Herren des SC Rist gelohnt. Nach zuvor drei Niederlagen in Folge in der 2. Bundesliga Pro B gewannen die Wedeler das Spitzenspiel bei Tabellenführer Schwelmer Baskets nach Verlängerung 90:86 (74:74, 28:37). Damit verdarben die Gäste, die mit nun 26 Punkten Platz zwei von den Hertener Löwen (98:97 gegen Citybasket Recklinghausen) zurückeroberten, nicht nur dem Favoriten die vorgezogene Feier der Staffelmeisterschaft vor 600 Zuschauern. Vielmehr startet das Team von Headcoach Sebastian Gleim in knapp vier Wochen fast sicher als einer der vier besten Nord-Clubs in die Playoffs, das Heimrecht im ersten und entscheidenden dritten Spiel der Best-of-three-Serie gegen ein Süd-Team inklusive.

Sebastian Gleim, der im Vorfeld der Partie eine Reaktion auf die indiskutable Leistung beim 62:78 gegen die SUM Baskets Braunschweig angemahnt hatte, war entsprechend zufrieden. „Die Mannschaft hat eine tolle Reaktion und viel Herz gezeigt, vor allem in der knappen Endphase.“ Zunächst allerdings seien die Wedeler von der großen Kulisse in der Schwelmer Halle beeindruckt gewesen. Gleim: „Es war sehr laut, doch dann hat sich doch ein tolles Duell entwickelt.“ Vor allem in der Verlängerung hätte sein Team clever gespielt.

Zunächst hatten allerdings die Schwelmer das Geschehen auf dem Parkett diktiert. Vor allem der US-Amerikaner Julius Coles, treffsicherster Akteur der gesamten Pro B Nord, war schwer zu stoppen. Ohnehin hatte Gleim nicht den Eindruck, dass der favorisierte Gegner schon Kräfte für die Playoffs sparte. „Schwelm ist eine erfahrene Mannschaft von hoher Qualität, die mit viel Energie gespielt hat und unbedingt gewinnen wollte.“

Doch das reichte nicht gegen ein Wedeler Team, das sich in dieser Partie noch höhere Ziele gesteckt hatte und alles dafür tat, den schwachen Eindruck vom Heimspiel gegen Braunschweig zu verwischen. So gewannen die Gäste diesmal das Rebound-Duell mit 39:28 klar, holten unter dem eigenen Korb mehr Abpraller (31) als die Heimmannschaft insgesamt (28). Zudem gelang es den Wedelern, mit einer starken Teamleistung und großer Willenskraft die individuellen Stärken von Julius Coles, (32 Punkte), Andreas Kronhardt und Sebastian Schröter (je 16) zu kompensieren. Rist-Aufbauspieler Marvin Boadu war schon im ersten Viertel beim Rebound umgeknickt, wirkte aber trotzdem über 30 Minuten lang mit, Paul Owusu spielte trotz Magen-Darm-Problemen, und Tobias Lange trumpfte unter dem Korb auf. „Er ist von der Bank gekommen und hat seine Sache gut gemacht“, lobte Gleim den 2,08 Meter großen Center. Seine Qualitäten zeigte einmal das mehr das US-Duo Augie Johnston und Davey Hopkins mit zusammen 42 Punkten.

Phasenweise fühlte sich der Wedeler Coach an ein Schwelm-Gastspiel am Ende der regulären Saison 2010/11 erinnert, das er als Co-Trainer miterlebte. „Damals gab es sogar drei Verlängerungen, ehe unser Sieg feststand“, sagte der 28-Jährige. Reichte das 126:122 den Wedelern seinerzeit aber nicht, den Gang in die Playdowns abzuwenden, dürfte der jüngste Erfolg der Garant für die fast perfekte Playoff-Ausgangsposition gewesen sein, zumal Konkurrent Oldenburger TB (Vierter/20 Punkte) in Wulfen verlor. Letzte Restzweifel beseitigen können die Rist-Herren am kommenden Sonnabend (19 Uhr, Steinberghalle) mit einem Heimsieg über Verfolger Citybasket Recklinghausen.

Statistik: Viertel (aus Wedeler Sicht): 18:11, 19:17, 16:22, 21:24, Verlängerung: 16:12.

SC Rist (Punkte): Harold August Johnston (21), Davey Hopkins (20), Fabian Böke (15), Marvin Boadu (13), Tobias Lange (9), Paul Owusu (7), Ismet Akpinar (3), Tim Parohl (2), Marvin Adu, nicht eingesetzt: Jonas Laatzen, Jamo Ruppert.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)