Wundertüte Friendsfactory Jahn München – es gibt wohl keine Überschrift, die die letzten Wochen von Friendsfactory besser zusammenfassen würde. Sie gewinnen gegen den Play-Off-Kandidaten Heidelberg, blamieren sich die Woche darauf beim Tabellenvorletzten in Trier, um jetzt völlig überraschend gegen den absoluten Meisterschaftsfavoriten und bis dato ungeschlagenen Tabellenführer TV Saarlouis Royals 68:58 zu gewinnen. „Ich habe von meiner Mannschaft nach der Niederlage in Trier eine Trotzreaktion erwartet. Aber mit einem Sieg hat niemand gerechnet, am wenigsten die Spielerinnen selbst und darin lag am Ende vielleicht sogar das Erfolgsgeheimnis“, sagte Friendsfactory-Trainer Rüdiger Wichote.

Von Beginn an spielten die Münchnerinnen vor toller Kulisse am Sonntagnachmittag befreit auf. Auch wenn im ersten Viertel (15:21) insbesondere aufgrund von Abstimmungsproblemen in der Defense noch nicht alles rund lief, blieben sie mit Saarlouis stets auf Tuchfühlung und hielten den Rückstand zur Halbzeit nach Leistungssteigerung im zweiten Viertel in Grenzen (30:34). „Vor allem Saarlouis größte Stärke, den Fastbreak, hatten wir bis auf wenige Ausnahmen gut unter Kontrolle genau wie ihre Ausnahmespielerin Meredith Marsh“, sagte Wichote. Marsh kam am Ende auf 8 Punkte, die sie alle per Freiwürfe erzielte, und blieb somit weit unter ihrem Saisondurchschnitt. Im starken dritten Abschnitt erkannte Friendsfactory erstmals, dass in diesem Spiel mehr drin war. Doch anstatt wie schon so oft in dieser Saison dann zu überhastet abzuschließen, spielten die Münchnerinnen die Angriffe überlegt aus und ließen in diesem Viertel nur 9 Saarlouiser Punkte zu (16:9). In den letzten zehn Minuten gelang es Schmidt & Co. gar den Vorsprung auszubauen und die Gäste hatten dem nichts mehr entgegenzusetzen, so dass auch dieses Viertel deutlich gewonnen wurde (22:15). Als Lohn für die 40minütige Schwerstarbeit stand am Ende ein 68:58-Erfolg zu Buche, der für Saarlouis zugleich die erste Niederlage nach 15 Siegen in Serie bedeutete. Denn defensiv zeigte sich Friendsfactory bestens auf die Plays der Gäste eingestellt und im Angriff war vor allem Diana Pop die Denkerin und Lenkerin, die in Trier so schmerzlich vermisst wurde. Zudem fand Mirela Pultorak ihre Treffsicherheit aus der Vorsaison wieder, steuerte in entscheidenden Phasen drei wichtige Dreier ein und zeigte ihre beste Saisonleistung. Mit 13 Punkten avancierte sie zur Topscorerin auf Seiten von Friendsfactory. Der Schlüssel zum Erfolg lag aber in der geschlossenen Mannschaftsleistung und dem großen Kampfgeist.

„Wir sind die einzige Mannschaft, die es schafft, innerhalb von einer Woche in Trier zu verlieren und dann als erstes Team überhaupt gegen Saarlouis zu gewinnen. Das ist fast schon erschreckend. Letzte Woche haben wir abgehakt und heute bin ich stolz“, lachte Gregor Gebhardt, der Vorstandsvorsitzende der Friendsfactory AG. „Ein Dankeschön auch an die zahlreichen Gästefans, die den weiten Weg auf sich genommen haben und zusammen mit unseren Fans für eine wirklich tolle Atmosphäre gesorgt haben“, sagte er.

Bereits in einer Woche steht für München das nächste Heimspiel auf dem Programm. Am Sonntag (24. Februar, 16 Uhr) ist dann der letztjährige Play-Off-Gegner TSV Amicitia Viernheim zu Gast in der Weltenburgerstraße. „Wir wollen diese Achterbahnfahrt aus tollen Siegen und enttäuschenden Niederlagen im Wechsel beenden und werden uns deshalb schon ab Montag intensiv auf Viernheim vorbereiten“, sagte Wichote.

Quelle: TS Jahn München Basketball (http://www.ts-jahn-basketball.de/)