Die Steinberghalle ist und bleibt ein guter Ort, wenn man sich gerne mal einen Basketball-Krimi anschaut. Und sie bleibt ein guter Ort für die Herren des SC Rist (2. Bundesliga Pro B), die am zweiten Spieltag der Saison 2010/2011 an ihre Heimstärke der vergangenen Spielzeit anknüpften und den RSV Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf mit 65:61 bezwangen.

Nachdem der Auftakt in Wolfenbüttel vor Wochenfrist in die Hose ging, zeigten sich die Rister vor allem beim Rebounding stark verbessert, auch die Trefferquoten von jenseits der Dreierlinie sowie von der Freiwurflinie sahen gegen die Brandenburger deutlich freundlicher aus als im Duell mit den Herzögen. Was die Abpraller betraf, profitierte das Team von Headcoach Özhan Gürel vom Debüt des Kanadiers Marlon Pompey, der sich elf Rebounds sicherte. Aber nicht nur Pompey packte beherzt zu, auch seine Kollegen arbeiteten gewissenhaft. Insgesamt entschied der SC Rist dieses Duell mit 34:27 für sich. „Wer besser reboundet, der gewinnt das Spiel“, pflegt Gürel zu sagen, und auch seinen zweiten Leitsatz („Wenn wir den Gegner bei 60 Punkten halten, gewinnen wir meistens“) füllte seine Mannschaft wieder einmal mit Leben. Vor große Probleme wurde die Wedeler Verteidigung allerdings mitunter von Alex Moosmann gestellt. Der US-amerikanische Aufbauspieler der Gäste trumpfte auf, suchte im Angriff häufig auf eigene Faust den Abschluss und traf nicht selten dann auch, während die Rister den fürwahr nicht minder korbgefährlichen Mychal Green gut im Griff hatten und Moosmanns Landsmann nur acht Zähler (bei zudem niedriger Trefferquote) gestatteten.

Jener Moosmann stellte kurz vor dem Ende des Anfangsabschnitts das 19:15 für die Gäste her, doch das sollten dann für einige Minute auch erst mal die letzten Stahnsdorfer Punkte gewesen sein. Denn nach der Viertelpause drehten die Rister auf, machten sich auf einen 12:0-Run. Die mittlerweile eingewechselten Jungspunde Kay Gausa und Tim Parohl trugen entscheidend dazu bei. Und Gausa rückte sich auch im weiteren Verlauf des zweiten Durchgangs immer mehr in den Vordergrund. Zweimal ließ es der 18-Jährige innerhalb von wenigen Sekunden per Dunking krachen und brachte damit die ohnehin schon wohltemperierte Steinberghalle zum Kochen. Nach einem kleinen Stahnsdorfer Zwischenspurt legten die Rister bis zur Halbzeit noch nach – das letzte Wort hatte jedoch Green mit einem „buzzer beater“ für die Gäste.

Aber der Rister Express hatte nun Fahrt aufgenommen. Das famose zweite Viertel (22:9) galt als Muster, an das die Gürel-Mannen im weiteren Verlauf zwar nicht mehr ganz herankamen; aber sie agierten unverändert mutig und mit jeder Menge Biss. Nach einer kurzen Verschnaufpause jedoch. Denn es dauerte nach dem Seitenwechsel zunächst einmal fast fünf Minuten, ehe überhaupt eines der beiden Teams zu Punkten kam. Yannick Evans brach den Bann für die Brandenburger, allerdings prompt beantwortet von Erwin Gausa, der sauber aus der Mitteldistanz abdrückte und traf. Der RSV kam auf 39:35 und wenig später auf 41:36 (kurz vor Schluss des dritten Viertels zudem auf 63:61) heran, doch die Rister kannten auch hier stets die Antwort. Wieder einmal ging Mac-Davis Duah dabei vorbildlich voran, traf sicher von außen, tankte sich zum Korb durch oder bediente seine Kollegen. Äußerst sehenswert tat der 34-Jährige dies zu Beginn des letzten Abschnitts, als Pompey ein Zuspiel Duahs per Alley-Oop durch die Reuse donnerte. Die Zuschauer am Steinberg hatten ihren Spaß dran, die Gäste aus Brandenburger weniger. Doch der RSV kam wieder. Dank Moosmann. Eigenhändig verkürzte der Amerikaner von 56:43 auf 56:49 und blieb auch in der Folge die treibende Kraft der Eintracht. Als Duah sieben Sekunden vor Schluss einen von zwei Freiwürfen zum 63:59 traf, schien die Entscheidung gefunden. Bei einem anschließenden Dreier-Versuch Moosmanns wurde dieser jedoch gefoult, nutzte zwei seiner Freiwürfe, um auf 63:61 zu verkürzen. Näher kamen die Gäste indes nicht mehr, die letzten Punkte erzielte der ebenfalls gut aufgelegte Steffen Kiese – von der Linie.

Statistik:

Viertelergebnisse: 15:19, 22:9, 14:13, 14:20

SC Rist (Punkte): Duah (15), Kay Gausa (11), Kiese (10), Leger (9), Moysich (7), Pompey (6), Parohl (5), Erwin Gausa (2), Maraite, Wichers.

RSV Eintracht Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf (Punkte): Moosmann (25), Evans (11), Haucke (9), Green (8), Langer (5), Büchsler (3), Marin, Moore, Schumann.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)