Nervenstark im letzten Viertel: Janis Stielow (links), hier gegen den früheren Rister Holger Jacobsen. (Bild: Claus Bergmann/www.crispy-images.com)

Lange Schlangen an der Kasse im Foyer der Steinberghalle, kaum Parkmöglichkeiten in den umliegenden Straßen und eine volle Tribüne im Stonedome, wie die Mitglieder des SC Rist ihr Domizil nennen, zeugten von der großen Anziehungskraft des ersten Unterelbe-Derbys der Pro B Nord. Vor der Saison-Rekordkulisse von 750 Zuschauern besiegten die Wedeler den Aufsteiger VfL Stade 74:62 (33:37) und gewannen auch das vierte Punktspiel der Saison.

Den Erfolg musste sich die Mannschaft von Rist-Headcoach Sebastian Gleim aber hart erarbeiten, und vielleicht wirkte der 29-Jährige gerade deshalb nach Spielende zufrieden wie selten zuvor, gab sogar einen Tag trainingsfrei. „Ich kann der Mannschaft absolut nichts vorwerfen, alle wollten gewinnen, haben entsprechend gekämpft und sind dafür belohnt worden.“

Auch ohne den früheren Wedeler Steffen Kiese, der unter der Woche im Training einen Bänderriss erlitten hatte und auf der Stader Bank mitfieberte, verlangten die Niedersachsen den Wedelern drei Viertel lang alles ab, insbesondere in Person des Kanadiers Ismar Seferagic und des US-Amerikaners Reginald Hopkins (zusammen 41 Punkte). Dennoch hatte die Heimmannschaft im Angriff die größeren Probleme. „Da fehlte oft die Abstimmung, weil wir aufgrund von Verletzungen und Krankheiten nicht vollzählig hatten trainieren können“, sagte Gleim.

Umso glücklicher war der Rist-Coach darüber, im Derby Center-Routinier Christoph Roquette aufbieten zu können. Eine Knorpelverletzung im Fuß hatte den Einsatz des 31 Jahre alten voll berufstätigen Ingenieurs infrage gestellt, erst eine MRT-Untersuchung sorgte für Entwarnung. Während der Partie ließ sich der 2,02-Meter-Hüne nichts anmerken, nach 33 Minuten auf dem Parkett, in denen er 15 Punkte und acht Rebounds verbuchte, konnte er sich dann nur noch humpelnd fortbewegen. Bereut aber hatte er den Einsatz nicht. „Wir erfahrenen Spieler müssen den Jungen doch helfen.“

Einer dieser Youngster überzeugte besonders im Derby gegen Stade. Janis Stielow gehörte zum vierten Mal in Folge zur Wedeler Anfangsformation und machte mit zehn Punkten, sechs Rebounds, zwei Assists sowie einem Ballgewinn seinen Trainer froh. „Es ist ein tolles Gefühl, in der Starting Five zu stehen, und ich hoffe, dass es für mich weiter so gut läuft“, sagte Stielow.

Stielow und Roquette waren dann im Schlussviertel zusammen mit Topscorer Lee Jeka die Garanten einer erfolgreichen Aufholjagd gegen mittlerweile müde Stader. Ein Dreier des Australiers zum 54:55 war das Signal für eine furiose und von den Rist-Fans lautstark bejubelte Wedeler Aufholjagd. Der 16:0-Lauf, an dem sich neben den genannten Spielern auch Kapitän Davey Hopkins und Paul Owusu beteiligten, brach den letzten Widerstandswillen der Gäste.

Darüber, ob es mit ihm besser gelaufen wäre für die Niedersachsen, vermochte Steffen Kiese nach Spielende nur spekulieren. „Ich hätte aber unabhängig vom Ausgang der Partie gern in dieser tollen Atmosphäre gespielt,“ sagte der 26-Jährige. Diesen Wunsch erfüllt den Basketballern des SC Rist schon am kommenden Wochende der Spielplan der 2. Bundesliga Pro B. Am Sonnabend, 26. September (Spielbeginn: 19 Uhr), gastiert mit den VfL AstroStars Bochum gleich der nächste Aufsteiger am Steinberg.

Statistik: Viertel: 16:14, 17:23, 16:13, 25:12.

Punkte: SC Rist: Lee Jeka (24), Christoph Roquette (15), Diante Watkins (11), Janis Stielow (10), Davey Hopkins, Paul Owusu (je 6), Fabian Böke (2), Jens Hirschberg, Christopher Geist, Jonas Laatzen, Fabian Strauß, Lennart Liebke.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)