SC Rist Wedel: Rist-Niederlage in letzter Sekunde

Erwachsene Männer wälzten sich auf dem Boden und bildeten ein menschliches Knäuel, auf der Tribüne tobten die Rasta-Anhänger. Die Gäste feierten, als hätten sie soeben die Meisterschaft gewonnen. Dirk Mädrichs Korbleger nur Sekundenbruchteile vor dem Ertönen der Schlusssirene sorgte auf der einen Seite für Siegesgebrüll – auf der anderen Seite war Stille. Den Herren des SC Rist stand der Schreck nach dem bitteren Knock out ins Gesicht geschrieben. 87:89 hieß es aus Wedeler Sicht am Ende einer überaus spannenden Begegnung.

„Rist war 39 Minuten lang die bessere Mannschaft“, sagte Pat Elzie nach der Partie und man merkte Vechtas Coach an, wie unangenehm es ihm war, seinem früheren Club eine derartige Niederlage beigefügt zu haben. Natürlich freue er sich über den Punktgewinn seines Teams, doch für seine vielen Wedeler Freunde tue es ihm leid, so der Trainer, der 2003/2004 den SC Rist mit einer phänomenalen Aufholjagd vor dem Abstieg aus der 1. Regionalliga gerettet hatte. Einer seiner Spieler damals stand ihm diesmal als Trainerkollege gegenüber und trauerte der verpassten Möglichkeit hinterher, dem Titelkandidaten ein Bein zu stellen: „Vechta hatte zum Schluss zwei Punkte mehr als wir, nur das zählt im Endeffekt“, sagte Özhan Gürel. Das erste von zehn Endspielen um die Playoffs habe seine Mannschaft verloren, am kommenden Wochenende gegen Dorsten ist das Ziel ebenso klar: Ein Sieg muss her. „Ich muss die Jungs nicht motivieren. Keiner von ihnen will in die Abstiegsrunde, wir wollen noch die Playoffs erreichen. Wir haben heute sehr gut gekämpft, aber leider hatten wir in den letzten Minuten so viele Ballverluste wie zuvor im gesamten Spiel. Vechta hat in der Schlussphase immer besser verteidigt und ist so herangekommen“, meinte der Coach. In den vorherigen Minuten lag sein Team zwischenzeitlich mit 17 Punkten in Führung und schien das Geschehen im Griff zu haben. Mac-Davis Duah und Peter Huber-Saffer absolvierten ihre bisher wohl besten Saisonleistungen und wenn es einmal eng wurde, ließ es Augie Johnston „Dreier“ mit perfekter Quote regnen.

Vechtas Mädrich gab seinem Team in der 39. Minute per „Dreier“ und Korbleger die höchste Gästeführung des Spiels (82:85). Duah glich nervenstark mit einem erfolgreichen Langdistanzwurf aus. Marvin Boadu übernahm die Verantwortung für Rasta und tankte sich zum Korb durch, um 24 Sekunden vor Schluss Vechta wieder in Front zu bringen. Nach einer Auszeit der Gäste gaben die Hausherren den Ball in Huber-Saffers Hände, der acht Sekunden vor Schluss sicher zum 87:87 vollendete. Ein Angriff sollte Vechta noch bleiben. Wieder zeigte Boadu Herz und zog zum Korb. Der Ball sprang allerdings vom Ring zurück. Mädrich krallte sich den Offensiv Rebound und netzte geistesgegenwärtig ein, ehe ein Wimpernschlag später der Buzzer die Partie beendete.

Statistik:

Viertelergebnisse: 27:12, 18:30, 29:17, 13:30

SC Rist (Punkte): Pettaway (20), Johnston (18), Huber-Saffer (17), Duah (15), Böke, Gausa (je 5), Lühring (4), Moysich (3), Akpinar, Laatzen, Parohl, Stielow.

SC Rasta Vechta (Punkte): Rudowitz (25), Boadu, Mädrich (je 16), Stückemann (14), Reid (13), Krause (3), Heitzhausen (2), Goehrke.

Schiedsrichter: Boris Schmidt / Dennis Sirowi

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)