SC Rist Wedel: Playoff-Teilnahme nach Heimsieg perfekt

Der letzte Schritt Richtung Playoffs in der 2. Bundesliga Pro B fiel den Basketballern des SC Rist denn doch schwerer, als es die meisten der 500 Zuschauer in der Steinberghalle vermutet hatten. 40 Minuten lang mussten die Wedeler Schwerstarbeit verrichten, um den RSV Eintracht Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf mit 70:60 (35:30) niederzuringen und sich mit dem elften Saisonsieg und 22 Punkten frühzeitig einen Platz unter den ersten acht in der Abschlusstabelle zu sichern.

„Das ist der größte Erfolg für den Verein seit dem Aufstieg in die Pro B in der Saison 2008/09“, sagte Rist-Headcoach Sebastian Gleim nach Spielende. Dass es kein schönes Spiel werden würde, war dem 28 Jahre alten Trainer dabei von vornherein klar gewesen. „Wir wussten, dass Stahnsdorf alles geben und bis zuletzt kämpfen würde.“

In der Tat fanden die schwach in die Saison gestarteten Gäste aus Brandenburg besser in die Partie, weil sie die Forderung ihres Coaches Kai Buchmann nach Verteidigung auf hohem Niveau zunächst konsequent umsetzten. Auf Dauer funktionierte das allerdings aus zwei Gründen nicht: Die Wedeler fanden allmählich ihren Rhythmus, während die Gäste zunehmend in Foulprobleme kamen, allen voran die Topscorer Yannick Evans und Michael Haucke. „Das hat unsere Taktik frühzeitig durchkreuzt“, sagte 2,10-Meter-Center Haucke, der allerdings auch einräumte, sich mit seinem Team am Steinberg ohnehin keine großen Siegchancen ausgerechnet zu haben. „Schließlich haben wir hier noch nie gewonnen.“

Um ein Haar aber wäre die Wedeler Serie gegen die Brandenburger diesmal gerissen. In der 39. Minute verkürzten die Gäste noch einmal auf 60:62, brachten anschließend aber nichts Zählbares mehr zustande, während die Akteure des Heimteams in der Schlussphase Nervenstärke an der Freiwurflinie bewiesen.

Zufrieden waren die Wedeler nach der Sirene denn auch nur mit dem vorzeitigen Erreichen des primären Saisonziels, nicht aber mit der Spielweise. Von einem „terrible game“ sprach Rist-Kapitän Harold August Johnston. „Wir wollten lieber Dreier schießen als den Ball unter den Korb zu bringen.“ Ebenfalls unzufrieden war Landsmann Davey Hopkins. „Es gab eine Menge Dinge, die wir viel besser hätten machen können.“ Dabei hatten die beiden US-Boys ebenso zweistellig getroffen wie Ismet Akpinar und Fabian Böke, dessen Einsatz aus familiären Gründen lange ungewiss war. Dann aber wirkte der 2,08-Meter-Mann doch mit und war effektivster Wedeler, während Neuzugang Marvin Adu ein ansprechendes Heimdebüt gab.

Trotz der vorzeitigen Qualifikation für die Playoffs erwartet Sebastian Gleim auch in den ausstehenden Partien der regulären Saison noch einiges von seinen Spielern. „Wir sind noch nicht an der Grenze unserer Möglichkeiten angelangt, wollen uns individuell wie auch als Team weiter steigern.“ Vor allem das verlorene Rebound-Duell mit den Stahnsdorfern, die sich unter den Brettern sieben Abpraller mehr sicherten als die Wedeler, ärgerte den Coach. Nächster Gegner der Ríst-Herren ist kommenden Sonntag (16 Uhr) auswärts die BG Dorsten.

Statistik: Viertel: 15:16, 20:14,17:17, 18:13.

SC Rist (Punkte): Fabian Böke, Harold August Johnston (je 15), Davey Hopkins, Ismet Akpinar (je 11), Marvin Adu (7), Tim Parohl (5), Marvin Boadu (4), Jonas Laatzen (2), Tobias Lange, Jamo Ruppert.

Stahnsdorf (Punkte): Yannick Evans (22), Blair Scott Weadon (15), Trevon Malone (7), Michael Haucke (6), Cameron Neubauer, Robin Jorch, Tim Modersitzki (je 3), Colin Craven (1), Daniel Mixich, Niko Schumann, Maurice Greene.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)