Als die Schlusssirene in der Wedeler Steinberghalle ertönte, musste auch die neue Führungsriege des SC Rist erst einmal kräftig durchpusten. Vereinsboss Gernot Guzielski, zwei Tage zuvor von der Mitgliedervollversammlung als Nachfolger des zwölf Jahre amtierenden Vorsitzenden Siegmar Kuntze gewählt, und seine Mitstreiter sahen mit 580 weiteren Zuschauern ein packendes 74:66 (32:33) der Wedeler Zweitliga-Basketballer über die Herzöge Wolfenbüttel.

Das Team von Rist-Headcoach Sebastian Gleim bleibt damit nicht nur zu Hause, sondern insgesamt in dieser Saison unbesiegt, musste für den fünften Pro-B-Erfolg in Serie aber auch alles geben. „Es war uns von vornherein klar, dass es nicht leichter wird zu gewinnen“, sagte der Trainer, der auf den Einsatz des erkrankten Jamo Ruppert verzichten musste. Hatten sich im ersten Viertel (10:10) beide Mannschaften im Angriff schwer getan, präsentierten sich die Wedeler im zweiten etwas treffsicherer als die Gäste aus Niedersachsen. US-Boy Davey Hopkins empfand die Offensivleistung seines Teams in dieser Phase aber trotzdem als „horrible“ und wurde darin von seinem Coach bestätigt. „Ich war in der ersten Halbzeit nicht zufrieden mit der Umsetzung der Vorgaben im Angriff, wir haben als Team zu viele Fehler gemacht“, sagte Gleim.

Individuell dagegen konnten die Wedeler in der Offensive durchaus überzeugen. Der erneut starke Marvin Boadu hatte bei drei von vier Wurfversuchen aus der Ferndistanz Erfolg, insgesamt trafen mit ihm, Hopkins, dessen Landsmann Augie Johnston, Peter Huber-Saffer und Ismet Akpinar fünf Rist-Akteure zweistellig. Letzterer hatte sich das Beste bis fast zuletzt aufgehoben. Der U18-Nationalspieler erzielte das Gros seiner 17 Punkte im an Spannung kaum zu überbietenden Schlussviertel, brachte seine Mannschaft in Führung und verwandelte kurz vor Schluss nervenstark vier Freiwürfe in Folge. „Isi ist geboren für solch enge Phasen, hat heute außerdem auch sehr gut verteidigt“, sagte Sebastian Gleim. Letzteres hätte aber für das gesamte Wedeler Team gegolten, und so war für Gleim die starke Defensivleistung einmal mehr der Schlüssel zum Erfolg. „Wir haben es geschafft, den Herzögen bestimmte Optionen im Angriff zu nehmen, und dadurch wieder nur 66 Punkte zugelassen.“

Leidtragende der aufopferungsvollen und effektiven Defensivarbeit der Wedeler waren vor allem Wolfenbüttels US-Amerikaner Jack Hanley und Travis Clark, die viel spielten, zusammen aber nur sechs Punkte erzielten. Wesentlich effektiver waren da ihre Teamkameraden Henje Knopke und Frank Theis, ohne aber mit ihren insgesamt 33 Punkten die vierte Niederlage in Folge für die Herzöge abwenden zu können.

Zum dritten Pro-B-Heimspiel in Folge erwarten die Rist-Basketballer am kommenden Sonnabend um 19 Uhr den BSV Wulfen in der Steinberghalle.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)