Am Ende eines äußerst stimmungsvollen Abends in der Steinberghalle verabschiedeten sich beide Mannschaften mit Applaus von ihren Anhängern und ebenso schallte es von den Rängen zurück. Die Zuschauer hatten ein temporeiches Spiel gesehen und trotz einer weitgehend auf Augenhöhe verlaufenen Partie einen letztlich verdienten Sieger aus Hannover.

“Meine Spieler hatten keine Lust, das zweite Spiel innerhalb von wenigen Tagen gegen Wedel zu verlieren. Diese Motivation hat uns vor allem in der Anfangsphase geholfen”, sagte UBC-Headcoach Michael Mai. Sein Kollege Özhan Gürel hingegen hätte sich gewünscht, seine beiden Starter Fabian Böke und Anthony Pettaway wären ohne Foulprobleme durch die Partie gekommen. “Leider konnten sie deshalb weniger spielen als sonst. Das hat uns weh getan. Aber erfreulich waren die Leistungen unserer jungen Spieler. Das zu sehen, macht viel Spaß”, sagte Gürel.

Dass die Hannoveraner heiß auf die Revanche waren, zeigten bereits die ersten Minuten. Der UBC legte vor; schon zu diesem Zeitpunkt deutete sich an, dass es ein kanadischer Abend werden würde. Der kraftvolle Jacob Doerksen krachte durch die Wedeler Zone wie ein Eisbrecher durch die Hudson Bay und war vor der Halbzeit nicht aufzuhalten. Der ebenfalls aus British Columbia und gleichermaßen an der Trinity Western University ausgebildete Stephen Janzen hingegen war für die filigranen Momente zuständig und hatte im Vergleich zum Sonntag auch sein Wurfglück wiedergefunden.

Dank schneller Punkte von Fabian Böke und Augie Johnston glichen die Rister zu Beginn des zweiten Viertels aus. Auf beiden Seiten wurde mit harten Bandagen gekämpft. Pettaway lief heiß, musste anschließend aber wieder auf der Bank Platz nehmen: sein viertes Foul machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Im Anschluss an die Halbzeit lagen die Vorteile zunächst auf Hannoveraner Seite, doch die Rister kämpften sich abermals zurück und gingen später wieder in Führung. Bezeichnenderweise durch einen “Dreier” von Ismet Akpinar. Denn der 16-Jährige kurbelte die Wedeler Aufholjagd gewaltig an und brachte die Steinberghalle zum Kochen, als er in der letzten Sekunde des dritten Viertels zum 75:72 traf und unmittelbar nach dem Beginn des letzten Viertels gleich noch mal nachlegte. Doch anschließend gab es einen Bruch im Spiel. Hannover erzielte 15 Punkte in Folge: Die Entscheidung. Denn die cleveren Gäste ließen nun keine abermalige Aufholjagd der Hausherren mehr zu und brachten den Auswärtssieg unter Dach und Fach. Was blieb war neben der Enttäuschung, den zweiten Streich gegen den UBC verpasst zu haben, die Freude über die couragierten Auftritte der Youngster. Neben Akpinar empfahlen sich gegen den Tabellenführer auch Marc Nagora und Janis Stielow für weitere Einsatzzeit, während Kay Gausa und Tim Parohl ohnehin längst als Stützen etabliert sind.

Am kommenden Wochenende gastieren die Rister bei den Herzögen Wolfenbüttel, die am Sonnabend knapp gegen SSV Lok Bernau (81:79) gewannen.

Statistik:

Viertelergebnisse: 22:26, 24:25, 29:21, 14:30

SC Rist (Punkte): Akpinar, Johnston (je 18), Böke (17), Pettaway (10), Gausa (8), Lühring, Nagora, Stielow (je 6), Duah, Parohl.

UBC Hannover (Punkte): Doerksen (28), Janzen (27), R. Williams (15), M. Williams (12), Prasuhn (8), Welzel (7), Smith (5), Memenga.

Schiedsrichter: Tim Schneider / Holger Lohmüller

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)