Die 1. Herren des SC Rist unterliegen dem SSV Lok Bernau in eigener Halle mit 73:75 und rutschen damit in der Tabelle der 2. Bundesliga Pro B weiter ab. Gegen die Gäste aus Brandenburg ging es in die Verlängerung, am Ende „hatten wir das Quäntchen Glück auf unserer Seite“, sagte Lok-Coach Torsten Schierenbeck, während sein Kollege Özhan Gürel enttäuscht zu Protokoll gab: „Es waren viele Kleinigkeiten, die zusammenkamen und dafür verantwortlich waren, dass wir nicht gewonnen haben.“

Eine davon betraf die Offense-Leistung seines Teams, die überaus schwankend und damit letztlich nicht ausreichend war, um die Niederlagenserie zu beenden. „Im ersten Viertel haben wir 24 Punkte erzielt, in der gesamten zweiten Halbzeit nur 25“, rechnete Gürel vor. Ein weiterer Faktor: Der in der Anfangsphase prächtig aufgelegte Martin Maraite musste aufgrund von Foulproblemen länger auf der Bank schmoren als erhofft, das Gleiche galt für Kay Gausa. Der Flügelspieler zeigte sich nach seiner Verletzungspause (Rückenprobleme) wieder in guter Verfassung, durfte wegen seiner Foulbelastung jedoch nur 13 Minuten lang ran. Sein Zug zum Korb und seine engagierte Verteidigung fehlten den Ristern spürbar.

Als positive Erkenntnisse der Partie waren zu vermerken, dass die Hausherren kämpferisch über jeden Zweifel erhaben waren und sich nie entmutigen ließen. „Wir haben gut trainiert, die Vorbereitung auf den Gegner war insgesamt gut, deswegen ist es sehr schade, dass wir verloren haben. Und die Jungs haben alles gegeben“, sagte Gürel. Zufrieden durfte der Trainer auch mit dem Einsatz von Tim Parohl sein, der vorbildlich rackerte und sich nicht zuletzt dank seiner Reboundstärke neun Punkte erarbeitete. Auch Marlon Pompey betätigte sich unter dem Korb – trotz anhaltender Fußschmerzen – bisweilen sehr effektiv als „Wühler“, während der Aufbau fast die gesamte Spielzeit über von Florian Moysich organisierte wurde, der mit elf Punkten ebenso zweistellig scorte.

Der gute Wedeler Start (14:3) ließ die Fans am Steinberg auf einen erfolgreichen Abend und einen Heimsieg hoffen, aber das fast schon obligatorische schwächere Viertel war natürlich auch wieder im Programm. Vor allem dank Sebastian Schmohl verkürzte Bernau zu Beginn des zweiten Abschnitts bereits deutlich und glich vier Minuten vor der Halbzeit zum 32:32 aus. „Wir haben wieder gezeigt, dass wir nervenstark sind und Aufstände aufholen könnte“, meinte Lok-Coach Schierenbeck. Fortan blieb das Geschehen ausgeglichen. Die Gäste kamen insbesondere am Brett über Dreshawn Vance zu mehrfach viel zu einfachen Punkten und brachten sich somit zeitweise in Front.

Ein Kuriosum dann im vierten Viertel: Lediglich sechs Punkte (jeweils ein „Dreier“ von Florian Moysich sowie Ryan Williams) fielen in den letzten sieben Minuten. Und Dramatik war natürlich auch wieder dabei: Wenige Sekunden stehen beim Stande von 66:66 noch auf der Uhr, Mac-Davis Duah schnappt sich den Defensiv Rebound, überbrückt die Distanz zum Bernauer Korb mit riesigen Schritten. Sein Korbleger springt Sekundenbruchteile vor der Schlusssirene allerdings vom Ring ab, den Tip-In kann Pompey ebenfalls nicht verwandeln. Verlängerung! Und in dieser reißt Lok-Guard Williams das Geschehen an sich, erzielt sechs der neun Punkte für die Brandenburger, auf der Gegenseite halten Moysich und Michel Leger dagegen. Und wieder scheinen die Rister die Entscheidung in der Hand zu haben. Beim Stande von 73:72 entreißt Moysich seinem Gegenspieler Williams an der Mittellinie den Ball, eilt in Richtung Korberfolg und hält sich dabei den mitgelaufenen Bernauer aber regelwidrig vom Leib, urteilen die Schiedsrichter. Ergo: Offensiv-Foul und Ballbesitz für die Gäste. Williams per Lay-Up und Vance mit einem verwandelten Freiwurf bringen den zweiten Saisonsieg des Aufsteigers unter Dach und Fach, die letzten Wedeler Versuche aus der Distanz finden nicht ins Ziel.

Die 2. Herren des SC Rist (2. Regionalliga Nord) bzwangen unterdessen den Walddörfer SV mit 73:64. Bester Scorer beim Sieg war Christopher Ratjen mit 23 Punkten, 17 Zähler gingen auf das Konto von Jamo Ruppert.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)