Erfolgsfaktor in Stade: Diane Watkins / SC Rist Wedel - (Bild: Claus Bergmann/www.crispy-images.com)

Die 1. Herren mussten zu Beginn des neuen Jahres Schwerstarbeit verrichten, um dem Etappenziel Play-off-Teilnahme mit ihrem zehnten Saisonsieg in der 2. Bundesliga Pro B einen weiteren Schritt näher zu kommen. In einem hoch emotionalen und packenden Nachbarschaftsduell setzten sich die Wedeler bei Aufsteiger VfL Stade mit 87:83 (42:35) durch, obwohl sie nach dem dritten Viertel gegen die phasenweise wie entfesselt aufspielenden Niedersachsen schon 57:63 zurückgelegen hatten. Mit nun 20 Zählern rückten die Rister in der Tabelle auf den zweiten Platz hinter dem punktgleichen, im direkten Vergleich aber besser dastehenden RSV Eintracht 1949 Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf vor.

Vor allem der frühere Wedeler Steffen Kiese (18 Punkte) und der US-Amerikaner Reginald Hopkins (23) machten dem Team von Headcoach Sebastian Gleim am anderen Elbufer das Leben schwer. Doch in der Schlussphase gaben sich die Stader dann doch noch eine Blöße, die die Gäste für die erneute Wende im Spiel nutzten. Drei Minuten vor der Sirene noch mit 70:81 in Rückstand liegend, gelang den Ristern mit einem 11:0-Lauf der Ausgleich zum 81:81, zwei Freiwürfe von Diante Watkins sorgten für die Führung, die sich die Wedeler dann bis Spielende nicht mehr abjagen ließen.

Trotz des Wechselbads der Gefühle, dem er auf der Trainerbank ausgesetzt war, versuchte Gleim, die Partie nüchtern zu analysieren. „Im Basketball ist bis zur letzten Minute alles möglich, das klingt zwar wie eine Phrase, ist aber eine Tatsache“, sagte der 29 Jahre alte Coach, dessen Fazit sich letztlich in fünf Worten zusammenfassen ließ. „Es war ein verrücktes Basketballspiel.“

Der Wahnsinn begann mit einem 11:0-Lauf der Gäste, ein gutes zweites Viertel sorgte für eine Wedeler Sieben-Punkte-Führung zur Halbzeit. Die Intensität, die Gleim schon vor der Partie angemahnt hatte, fehlte den Wedelern dann aber nach dem Seitenwechsel. „Wir haben als Team viele gute Chancen vergeben.“ Vor allem deshalb hätten die Niedersachsen zwischenzeitlich zurück ins Spiel finden und die Führung erobern können.

Für ein Happy End aus Wedeler Sicht sorgten in erster Linie personelle Umstellungen in der Schlussphase. Vor allem der Einsatz von Diante Watkins zahlte sich für Gleim aus. „Als es eng wurde, hat er das Spiel an sich gerissen“, sagte der Trainer. Der nur 1,75 Meter große Aufbauspieler aus Chicago bilanzierte in 28:48 Minuten Einsatzzeit 25 Punkte, davon zwölf per Dreier, verwandelte seine neun Freiwürfe allesamt, verteilte zudem vier Assists und verzeichnete drei Ballgewinne. Nicht zuletzt riss Watkins damit Landsmann Davey Hopkins, Fabian Böke, Paul Owusu und René Kindzeka mit, die ebenfalls in den letzten Minuten der Partie auf dem Parkett standen.

Eine weitere schwere Auswärtsaufgabe erwartet die Wedeler am kommenden Sonntag, 12. Januar, um 17 Uhr beim Tabellenletzten Herzöge Wolfenbüttel.

Statistik: Viertelergebnisse: 26:23, 9:19, 28:15, 20:30.

SC Rist (Punkte): Diante Watkins (25), Christoph Roquette (16), Fabian Böke (14), Davey Hopkins (13), Paul Owusu (8), Lee Jeka, René Kindzeka (je 5), Jens Hirschberg (1), Janis Stielow, Jonas Laatzen, Fabian Strauß, Christopher Geist.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)