Die BG Leitershofen/Stadtbergen hat sich am Samstagabend mit einem fulminanten 104:83 (19:24; 49:36; 76:59) Sieg im Spitzenspiel der 1. Regionalliga Südost gegen den USC Leipzig die Herbstmeisterschaft gesichert, mit nunmehr zwei siegen Vorsprung auf die Konkurrenz aus Gotha und Leipzig. Die Experten waren sich nach dem Spiel unisono einig, es war wahrscheinlich die beste Leistung einer Leitershofer Basketballmannschaft in der Abteilungsgeschichte. Exakt 483 Zuschauer sorgten wieder für eine tolle Kulisse in der Osterfeldhalle. Und sie erlebten zunächst einen stark spielenden Gast aus Sachsen, der bereits nach 8 Minuten mit 24:14 in Front lag. Dreipunktespezialist Kai-Uwe Kranz hatte da bereits 4 Würfe jenseits der 6,25 Meter Linie eingenetzt. BG-Trainer Stefan Goschenhofer stellte nun um, Kranz bekam durch Christoph Kemmer eine Sonderbewachung und fortan rollte der BG-Express. Bereits in der 13. Minute ging man mit 26:24 in Führung, im zweiten Viertel spielte man sich nun in einen wahren Rausch. Sage und schreibe 30:12 für die Red Kangaroos endete dieser Abschnitt, und dies immerhin im Spiel Erster gegen Zweiter der Liga!

Die Zuschauer waren angesichts einer Leitershofer 13-Punkte Halbzeitführung nun gespannt, was die „Uni-Riesen“ aus Mitteldeutschland um ihren bundesligaerfahrenen Coach Polychroniadis sich in der Halbzeit einfallen lassen würden, denn die Gäste blieben sehr lange in der Kabine. Nutzen tat dies allerdings wenig, denn sofort spielte wieder die BG. Dreier von Devin Uskoski und Johnny Genck sorgten für eine 58:40 Führung, hinten sorgten vor allem Sebastian Montag und Mario Matic für Ordnung und Ballgewinne. Die Halle bebte nun. Leitershofen, das fortan den Vorsprung nie mehr unter 14 Zähler schrumpfen ließ, zeigte nun seine Treffsicherheit von jenseits der Dreipunktelinie. 10 dieser Würfe, darunter 4 von Devin Uskoski als nomineller Centerspieler, fanden allein in der zweiten Halbzeit den Weg in die Reuse. Und die Nummer 8 der Red Kangaroos, der „unglaubliche Mr. Josh Rudder“, zog im BG-Spiel die Fäden, wie sie in einer Leitershofer Basketballmannschaft noch nie gezogen wurden. Rudder überragte einfach alles, war gleichermaßen Passgeber, Rebounder und Punktesammler (9 Rebounds, 10 Assists, 2 Steals). Die Leipziger mühten sich durchaus redlich, vor allem der Amerikaner Moneya Pratt zeigte seine Klasse und spielte im vierten Viertel sogar angeschlagen weiter, verdiente sich einige Male den Sonderapplaus des fairen Publikums. Am Ende jubelten die Fans aber nur noch ihrer eigenen Mannschaft zu, bereits zwei Minuten vor dem Ende erhoben sich alle Zuschauer von ihren Plätzen, nach dem Schlusspfiff brachen dann alle Dämme, die Siegesfeier begann noch mit der schon traditionellen „Johnny-Genck-HUMBA“ in der Osterfeldhalle und endete spät am frühen Sonntagmorgen auf der Red Kangaroo Weihnachtsfeier im Keller des benachbarten Bürgerzentrums, welches die Stadtverwaltung den Basketballern zur Verfügung gestellt hatte.

Nach einer kurzen Weihnachtspause geht es nun am 9. Januar mit dem Spiel gegen die TG Würzburg weiter. Bis zum 2. Januar hat Coach Goschenhofer den Seinen freigegeben, Josh Rudder und Devin Uskoski flogen bereits am Sonntag auf Heimaturlaub in die USA, Johnny Genck unterzog sich parallel bei Mannschaftsarzt Dr. Rolf Pesch der überfälligen Knieoperation, soll zum dritten Spiel der Rückrunde wieder zurückkehren. Das Thema Aufstieg in die zweite Bundesliga ist nun kein Traum mehr, die Mannschaft hat sich eine herausragende Ausgangsposition für die Rückrunde verschafft.

BG Leitershofen/Stadtbergen: Foerster (11/2 Dreier/Effizienzwert 8), Veney (7/E 6), Genck (18/4 Dreier/ E 17), Rudder (24/3 Dreier/ E 35), Ulrich (2/ E1), Matic (10/E 10), Uskoski (22/4 Dreier/E 23), Kemmer (0/E 3), Montag (10/E 13), Pischulti (0/ E 0).

Die zweite Mannschaft bezog in der Oberliga Mitte beim 75:83 gegen die TS Regensburg stark ersatzgeschwächt ihre zweite Saisonniederlage und überwintert nun auf Tabellenplatz drei in der Oberliga Mitte.

Stimmen zum Spiel: Trainer Stefan Goschenhofer: „Wir haben ab dem zweiten Viertel herausragend verteidigt und im Angriff immer im richtigen Moment die Punkte gemacht, das hat die Leipziger glaube ich konsterniert. Meine Mannschaft hat eine super Hinrunde gespielt, alle Spieler haben ihren Teil dazu beigetragen. Am Ende hat die Halle so getobt, dass gleich ein Nachbar kam und sich beschwert hat, dass er nicht mehr in Ruhe Fernsehen kann. Wir konnten ihn aber mit einer Freikarte für das nächste Match beruhigen, so dass dann langsam aber sicher alle Stadtberger Einwohner am Samstagabend in der Halle sein dürften“.

Kapitän Felix Förster: „Ich glaube, wir haben heute erneut als Team überzeugt. Bei uns haben sechs Spieler zweistellig gepunktet, bei Leipzig drei Spieler 75 von 83 Punkten erzielt. Der Teamgeist war der Erfolgsgarant für die Herbstmeisterschaft. Aber auch mit meiner eigenen Leistung war ich heute absolut zufrieden. In einem solchen Spiel ist der Kapitän auch auf dem Spielfeld verstärkt gefragt, und deshalb habe ich halt mal zwei Dreier eiskalt versenkt. Vielen Dank an die Zuschauer, die uns in der gesamten Hinrunde super unterstützt haben und inzwischen die Osterfeldhalle zu einem Hexenkessel umgewandelt haben.“

Man of the match: Christoph Kemmer. Als in der 8. Spielminute ein 14:24 Rückstand auf der Anzeigetafel aufleuchtete und Leipzigs Kai-Uwe Kranz schon 4 mal von der Dreierlinie erfolgreich war, hatte Trainer Goschenhofer genug gesehen. Er beorderte Christoph Kemmer aufs Feld und der 21-jährige hatte fortan die Aufgabe, den besten Distanzschützen der Liga „zu verfolgen“. Kemmer erfüllte diese Aufgabe mit Bravour, verteidigte den Leipziger knallhart, und dies, ohne ein einziges Foul zu begehen. Kranz kam kaum noch an den Ball, es ist davon auszugehen, dass ihm sein Gegenspieler sogar nachts noch im Traum erschienen ist. Dass es für diese Fähigkeiten im elektronischen Scouting keine Wertungspunkte gibt kann Christoph Kemmer, der in Augsburg BWL studiert und vor der Saison vom oberbayerischen Bezirksligisten Vaterstetten zur BG kam, da sicher gut verschmerzen.