Gegen den Deutschen Meister setzt es eine 64:77 Niederlage. Das Spiel verlief nicht viel anders als eine Woche zuvor. Zumindest was die Statistiken anbelangt…

Als Ilka Hoffmann ihren dritten Korb erzielte, Sissi Höre bereits bei 19 Punkten angekommen war und Jule Schindler ihren fünften Assist in die Hände ihrer Mitspielerin gezaubert hatte, da war die Welt eigentlich in Ordnung. Viele Aspekte des Spiels, so wie es die Eisvögel verstehen, gehen in die richtige Richtung. Irgendwie ist man auf einem guten Weg. Die Spielerinnen bekommen Verantwortung auf dem Feld, entwickeln sich. Wenn da nur nicht diese Anzeigetafel wäre…

64:77 stand es auf dieser. Und Wolfenbüttel spielte seinen letzten Angriff aus. Als dann die Schlusssirene ertönt war, verschweißte Hände sich abgeklatscht hatten, die Eisvögelfans ihren Spielerinnen mit Applaus Trost gespendet hatten, da stand der schwere Gang zum Scoutinggericht an, diesem Ort mit den drei Herren, die die nackten Zahlen des Spiels festhalten. Manchmal ist dieser Gang federleicht. Man findet dort die Bestätigung für seine Arbeit, den Beweis für ein erfolgreich gestaltetes Spiel. Manchmal vergisst man den Gang, wenn die Emotionen hochkochen. Und manchmal gleicht der Gang zum Statistikbogen dem giftigen Anstieg über den Stationenweg hoch nach Sankt Ottilien, einer steilen Anhöhe oberhalb der Spielstätte der Eisvögel. Hart und beschwerlich. Er tut weh.

Und da stand es, dasselbe Phänomen wie in der Vorwoche: Erneut erarbeiten sich die Eisvögel mehr Würfe als der Gegner (sehr gutes Zeichen), gewinnen wichtige Statistiken wie Steals, Assists und turn over (gutes Zeichen), verlieren die Rebounds (nicht so gutes Zeichen) und haben die deutlich schlechtere Wurfquote (überhaupt nicht gutes Zeichen). Einen wichtigen Aspekt versteckt der Bogen ganz ganz hinten. Die Spielzeit. Analysiert man die, dann standen die Eisvögel über die Hälfte des Spiels mit nur einer ihrer drei amerikanischen Profispielerinnen auf dem Feld. Jahzinga Tracey spielte fast durch, Brooque Williams quälte sich mit Rückenschmerzen zu 20 Minuten, Mariesa Greene saß grippegeschwächt auf der Bank. Sieht man den Vergleich gegen den durch die Bank national und international top besetzten BV Wolfenbüttel vor diesem Hintergrund, muss man den Hut ziehen vor einer Eisvögelperformance, die so nicht zum Sieg reicht, die jedoch eine nicht ganz unbrauchbare Basis bietet für zukünftig erfolgreichen, weil vollzähligen Teambasketball.

Und so schließen wir mit einem Huddle. Ein Huddle ist der Haufen, den Basketballer bilden, wenn sie die Hände übereinander legen und gemeinsam einen Kampfschrei loslassen. Im amerikanischen Collegebasketball ist der wohl häufigste Huddle-Call „TOGETHER!“. Er soll den Teamgeist, das Miteinander beschwören. Für die Eisvögel soll er den sehnlichen Wunsch dokumentieren, wieder einmal alle Spielerinnen fit an Bord zu haben. Dann wird man auf dem bisher Erarbeiteten ganz sicher aufbauen können. Alle zusammen! 1-2-3:

TOGETHER!

Quelle: USC Eisvögel Freiburg e.V. (http://www.usc-eisvoegel.de)