20131030 - medi bayreuth - Brose Baskets Bamberg - knappe Niederlage (Bild: Marcus Arth/www.marcusarth.de)

(mb) Als Neuzugang Sead Sehovic in der 32. Minute mit einem Dreier das 66:75 aus Sicht der Brose Baskets erzielte war eine Sensation zum Greifen nah – doch dann drehte der deutsche Meister auf. Bis Spielende folgte eine 33:6 Serie der Gastgeber, die in einem über weite Strecken offenen und hochklassigen Derby einen letztendlich vielleicht um einige Punkte zu hohen 99:81 (44:41) feiern konnten. Für die Domstädter trafen Jamar Smith (17), Maik Zirbes und Anton Gavel (beide 16) am besten. Auf Bayreuther Seite war einmal mehr Ronald Burrell (17) bester Schütze, gefolgt von Nicolai Simon (16) und Brian Qvale (15). Der noch vor der Pause verletzt ausgeschiedene Kyle Weems holte wie der stark spielende Debütant Sead Sehovic (sieben Rebounds, sieben Assists) zehn Punkte.

6.800 Zuschauer in der ausverkauften brose ARENA boten der Partie einen stimmungsvollen Rahmen. Die ersten Punkte konnten jedoch die rund 400 anwesenden Bayreuther Fans bejubeln: Kyle Weems und Brian Qvale trafen zum 0:4. Nach den ersten Bamberger Zählern durch Maik Zirbes fielen die Körbe bei der Heimmannschaft am Stück, Anton Gavel sowie zwei weitere Male Maik Zirbes markierten das 8:4 (4.). In der achten Minute konnten sich die Bamberger weiter absetzen, Philipp Neumann traf an der Freiwurflinie zum 14:8. Dann erzielte Sead Sehovic, ebenfalls aus ruhender Position, seine ersten Punkte im medi-Dress, eine Minute später verkürzte Kyle Weems per Dreier auf 17:13. Die Hausherren antworteten jedoch, ebenfalls von jenseits der 6,75 Meter, durch Jamar Smith ehe mit einem Dunking Philipp Neumann den 22:13 Stand nach dem ersten Viertel einnetzte.

Der zweite Abschnitt begann für die Gäste ideal. Erst verkürzte Kyle Weems mit einem weiteren Dreier, dann gab es ein technisches Foul gegen Bambergs Daniel Schmidt und Freiwurfpunkte von Simon Schmitz. Aus dem nachfolgenden Ballbesitzt resultierte ein weiterer Dreier, Nico Simon traf zum 22:21. Das Spiel war nun völlig offen und kippte in der zwölften Minute erstmals, als der am Boden liegende Brian Qvale zu Simon Schmitz passte, der mit Ablauf der Shot Clock und aus rund acht Metern zum 23:24 verwandelte. Die Domstädter holten sich die Führung jedoch schnell zurück. Nach dem Ausgleich per Freiwurf von Jamar Smith legten Rakim Sanders und Maik Zirbes zum 28:24 (13.) nach. Mit einem weiteren Simon-Dreier verkürzte medi bayeuth erneut und blieb auf Schlagdistanz. In der 15. Minute schien der Ausgleich zum Greifen nah. Zunächst wurde ein Korb von Ronnie Burrell abgepfiffen und ein Offensivfoul gepfiffen, dann sprang ein Dreier von Sead Sehovic wieder aus dem Korb. Auf der Gegenseite erhöhte Maik Zirbes dann mit Freiwürfen zum 32:27. Doch Nico Simon hielt sein Team im Spiel, verkürzte mit seinem dritten Dreier zum 32:30 (16.). Eine Minute später dann eine Schrecksekunde: Kurz nach dem Jubel über das 36:34 von Kyle Weems prallte der US-Forward unglücklich mit Schiedsrichter Boris Schmidt zusammen und schlug mit dem Kopf auf den Boden. Mit einer Platzwunde musste er in die Kabine, dem Unparteiischen ist nichts weiter passiert. Bamberg nutzte den kleinen Schock im Bayreuther Lager aus, Casey Jacobsen erhöhte per Dreier auf 38:31. Doch die Gäste blieben hellwach. Brian Qvaley erzielte die nächsten vier Punkte zum 38:36, dann traf auf der Gegenseite Maik Zirbes doppelt und erhöhte auf 42:36 (19.). Den Schlusspunkt unter eine hochklassige erste Halbzeit setzte Beckham Wyrick mit einem Dreier zum 44:41.

Kurz nach dem Wechsel hatte das Krunic-Team eine seiner besten Phasen im Spiel. In der 22. Minute wechselte die Führung nach einem Dreier von Ronnie Burrell zum 46:48 erneut und nun sollten die Gäste lange Zeit die Nase vorne haben. In der 24. Minute reagierte Brian Qvale hervorragend, stibitzte den Ball und schloss einen Fast Break per Dunking zum 47:54 ab – Auszeit Bamberg. Zurück auf dem Parkett fielen schnell Punkte der Brose Baskets zum 51:54, was eine medi-Auszeit zur Folge hatte. In der 26. Minute traf erneut Brian Qvale, wurde dabei gefoult und konnte den Bonus-Freiwurf zum 51:57 verwandeln. Nach einem technischen Foul von Phillipp Heyden konnten die Hausherren in der 28. Minute durch Freiwürfe von Casey Jacobsen und anschließend Rakim Sanders auf 59:62 verkürzen, doch die Führung sollte bis zum letzten Wechsel in Hand der Gäste bleiben. Nach einem Dreier von Rakim Sanders sorgte Sead Sehovic mit Freiwürfen für das 62:67 nach 30 Minuten.

Auch in den ersten Minuten des letzten Viertels blieb medi bayreuth am Drücker. Dies lag auch daran, dass Sead Sehovic zwei Dreier verwandelte, die in der 32. Minute das 66:75 bedeuteten. Eine Minute später zog Bambergs Trainer Chris Fleming eine weitere Auszeit, in der er wohl die richtigen Worte fand. Auf einmal waren die Brose Baskets wie ausgewechselt und boten ihren Fans ein wahres Feuerwerk. Dies begann mit einem Dreier von Jamar Smith und brachte in der 36. Minute nach Punkten von Anton Gavel den viel umjubelten 77:77 Ausgleich. Gavel war es auch, der im Fast Break die Führung zurückholte ehe Rakim Sanders mit einem weiteren Dreier einen 14:0 Lauf zum 82:77 abschloss. Nach Punkten von Ronnie Burrell zappelte ein Gavel-Dreier im medi-Korb ehe ein weiterer Fast Break das 87:79, erzielt durch Jamar Smith, bedeutete. Zwei Minuten vor dem Ende war nach einem Offensivfoul der Arbeitstag von Ronald Burrell beendet. Die Hausherren legten derweilen noch einmal nach, vor allem war es immer wieder Anton Gavel, der punktete. Ihm gebührten auch die letzten Zähler des Abends zum 99:81 Endstand.

Für die Mannschaft von Predrag Krunic stehen nun zwei Heimspiele auf dem Programm. Zunächst erwartet medi bayreuth am kommenden Samstag, 2. November, den Tabellennachbarn ratiopharm ulm ehe eine Woche später, am Samstag, 9. November, der noch sieglose Vorletzte s.Oliver Baskets zum nächsten Frankenderby nach Bayreuth reist. Beide Spiele beginnen um 19:30 Uhr, Karten gibt es online unter tickets.medi-bayreuth.de, in der Geschäftsstelle (Schulstraße 12), beim Nordbayerischen Kurier (Maxstraße 58-60), der Theaterkasse (Opernstraße 22) sowie den Base-Shops in Bayreuth (Rotmain-Center) und Kulmbach (Fritz).

Trainerstimmen:

Chris Fleming (Brose Baskets): „Hut ab vor Bayreuth, sie haben mit großer Leidenschaft gespielt und waren über weite Strecken heute die bessere Mannschaft. Aus unserer Sicht war die Woche nicht besonders schön, wir haben in Madrid viel Selbstvertrauen verloren. Wir sind noch dabei uns als Mannschaft selbst zu finden. Im zweiten und dritte Viertel hat Bayreuth gegen uns zu viele Punkte erzielt. Für uns war es ein gutes Erlebnis, dass wir diesen Lichtblickt im letzten Abschnitt gesehen und gemerkt zu haben wie gut wir spielen können. Es ist aber noch ein langer Weg für uns. Vor allem die Neuzugänge Smith und Sanders haben heute absolut entscheidende Rollen gespielt und ich bin froh, dass wir das Spiel so über die Bühne bringen konnten.“

Predrag Krunic (medi bayreuth): „Bei diesem Ergebnis könnte man denken, dass es ein einfacher Sieg für Bamberg war. Wir haben 36 gute Minuten gespielt, schön gekämpft und richtige Entscheidungen getroffen. Etwas unglücklich war die Situation in der sich Weems beim Zusammenprall mit dem Schiedsrichter verletzt hat und in der zweiten Halbzeit nicht mehr spielen konnte. In den letzten fünf Minuten hat Bamberg eine starke physische Verteidigung gespielt, auf die wir keine Antwort mehr fanden. Gratulation aber an meine Mannschaft, wir haben heute 36 gute Minuten gespielt, aber in Bamberg braucht man volle 40 Minuten, um hier zu gewinnen.“

Brose Baskets – medi bayreuth 99:81 (22:13;22:28;18:26;37:14)

Brose Baskets: Smith 17 (6 Rebounds), Zirbes 16, Gavel 16, Sanders 14, Jacobsen 10, Neumann 10, Markota 5, Goldsberry 4 (6 Assists), Ford 4, Tadda 3, Schmidt 0. Dreier_ Gavel 2, Sanders 2, Smith 2, Tadda 1, Jacobsen 1.

Medi Bayreuth: Burrell 17, Simon 16, Qvale 15, Sehovic 10 (7 Rebounds, 7 Assists), Weems 10, Schmitz 5, Heyden 5, Wyrick 3, Hamilton 0, Zeis 0. Dreier: Simon 4, Sehovic 2, Weems 2, Schmitz 1, Wyrick 1, Burrell 1.

Wurfquote Feld gesamt: Bamberg 52% (34/65), Bayreuth 59% (30/51)
Dreierquote: Bamberg 35% (8/23), Bayreuth 50% (11/22)
Freiwurfquote: Bamberg 74% (23/31), Bayreuth 91% (10/11)
Rebounds (defensiv/offensiv): Bamberg 29 (18/11), Bayreuth 23 (20/3)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Bamberg 6/21/11/3, Bayreuth 21/22/2/1
Fouls: Bamberg 17, Bayreuth 24