Fotoshooting der Agentur Parot & Borat - Team-medi-bayreuth (Foto: Carolin Parot / Parot & Borat)

Fast elf Monate ist er her, der letzte Bayreuther Auswärtssieg in der Beko Basketball Bundesliga. Am 20. April 2013 durfte zum letzten Mal ein Sieg auf fremdem Parkett – damals in Weißenfels – bejubelt werden. 329 Tage später feierten die glücklichen, mitgereisten Fans noch lange nach Spielende vor der Paul-Horn-Halle in Tübingen ihre Mannschaft. Zuvor gab es ein 40-minütiges Wechselbad der Gefühle mit einer zweistelligen Führung, aber auch einem zweistelligen Rückstand. Am Ende hatte das Team von Michael Koch den längeren Atem und gewann mit 69:74 (36:35). Daequan Cook (20), Tyrone Nash (11) und Branislav Ratkovica (10, 11 Assists) waren die besten Tübinger Werfer, D.J. Seeley (20), Kevin Hamilton (19) und Brian Qvale (11, 12 Rebounds) die erfolgreichsten Bayreuther Schützen.

In der ausverkauften Tübinger Heimstätte herrschte vor dem Spiel eine tolle Atmosphäre. Auch, weil die meisten Zuschauer in gesponsorten gelben T-Shirts Farbe bekannten. Aber auch die rund 100 mitgereisten Bayreuther Fans hatten am Abend viel Grund zum Feiern. Zum ersten Mal gleich in der ersten Minute, als Kyle Weems per Dreier die ersten Punkte markierte. Nachdem Bogdan Radosavljevic an der Freiwurflinie zweimal traf erhöhten Brian Qvale und Kevin Hamilton – mit einem Dreier – auf 4:8 (3.). Zwei Minuten später, genau zur Mitte des Viertels, fiel die erste Tübinger Führung. Nach einem erfolgreichen Distanzwurf von Daequan Cook traf Bogdan Radosavljevic zum umjubelten 9:8. Dieses baute der junge Center der Neckarstädter in der sechsten Minute sogar noch um zwei Punkte aus. Dann waren wieder die Gäste am Drücker: Nach dem Anschlusstreffer von Brian Qvale erzielte D.J. Seeley mit einem Wurf von jenseits der 6,75 Meter das 11:13 (7.). In den folgenden Minuten hatten die Oberfranken die Nase weiter vorne und gingen mit einem knappen 18:19 in das zweite Viertel.

medi verspielt zweistelligen Vorsprung…

Der zweite Abschnitt begann für die Gäste ideal: Binnen 139 Sekunden zappelten zwei Dreier im Tübinger Korb, Beckham Wyrick und D.J. Seeley trafen. Der nachverpflichtete Guard konnte schon zuvor zwei Zähler für sich verbuchen, so dass es 18:27 hieß und die WALTER Tigers eine Auszeit nahmen. In der 13. Minute wurde es nach einem Freiwurf von Ronnie Burrell sogar zweistellig – doch dann drehte sich die Partie. Branislav Ratkovica und Aleksandar Nadjfeji sammelten zusammen bis zur 17. Minute zehn Punkte, die den 28:28 Ausgleich bedeuteten. Zwar legten die Gäste anschließend immer vor, die Hausheren konnten jedoch nachlegen. So auch, als D.J. Seeley in der 18. Minute mit einem weiteren Dreier das 30:33 markierte und nur Sekunden Später Branislav Ratkovica den erneuten Ausgleich einnetzte. In der letzten Minute legten wieder die Gäste vor – Kevin Hamilton traf zwei Freiwürfe – dann gelang Tübingen mit dem letzten Wurf die Führung. Deaquan Cook erzelte mit dem Buzzer Beater einen Dreier zum 36:35.

… Tübingen passiert das gleiche

Die Führung setzte nach der Pause auf Tübinger Seite neue Kräfte frei. 20 Sekunden nach Wiederbeginn traf auch Nils Mittmann von jenseits der 6,75 Meter, dann legte Tyrone Nash doppelt nach – 43:35 (23.). Mit fünf Punkten in Folge verkürzte anschließend Ronnie Burrell auf 43:40, dann sammelte Deaquan Cook fünf Zähler, was das 48:40 bedeutete und in der 25. Minute eine Auszeit von Michael Koch nach sich zog. In den folgenden Minuten gelang beiden Teams nicht wenig, erst drei Minuten vor Ende fanden die Bälle wieder den Weg in die Körbe. Erneut traf Deaquan Cook doppelt und sorgte in der 27. Minute nach einem Dreier zum 53:42 für die erste zweistellige Führung der Tigers. Danach holten die Gäste bis zur Viertelpause auf. Ganz wichtig war knapp zwei Minuten vor Ende ein Dreier von Beckham Wyrick zum 53:47, eine Minute später legte er gar das 53:50 nach.

Entscheidende Wende im letzten Viertel

Beim Stand von 56:52 für die Hausherren begann das letzte Viertel, welches viel Dramatik für beide Fanlager bereithalten sollte. Rund drei Minuten sollte es bis zum ersten Bayreuther Korb dauern, dann sorgte Kevin Hamilton mit einem Dreier für das 57:55. Eine Minute später netzte D.J. Seeley an der Freiwurflinie den Ausgleich ein ehe er Mitte des Viertels mit einem weiteren Dreier die hauchdünne 59:60 Führung der Oberfranken besorgte. Und diese sollte man nicht mehr aus der Hand geben. Nach einem Freiwurf von Bogdan Radosavljevic zum 60:62 (38.) sorgten Kevin Hamilton und Brian Qvale für das 60:66 und eine weitere Auszeit der Hausherren. Erst 41 Sekunden vor Spielende gab es den nächsten Punkt, an der Freiwurflinie baute Kevin Hamilton die Führung auf sieben Zähler aus. Durch zwei Dreier von Tyrone Nash und Joshua Adam Young verkürzten die Walter Tigers 17 Sekunden vor dem Ende noch einmal auf 68:71, näher sollten sie aber nicht mehr herankommen. Bei noch sieben zu spielenden Sekunden durfte Kyle Weems nach den ersten Punkten auch die letzten der Partie auf seinem Konto gutschreiben. Nach zwei sicheren Freiwürfen stand der finale Spielstand von 69:74 fest und es durfte im zwölften Anlauf endlich der erste Auswärtssieg gefeiert werden!

Nach dem dritten Sieg in Folge machte medi bayreuth einen ganz wichtigen Schritt nach vorne. Mit nunmehr sieben Siege beträgt der Vorsprung auf Platz 17 (Vechta) zwei Siege, dazu kommt der gewonnene direkte Vergleich. Dieser wurde auch gegen Tübingen gesichert. Am kommenden Samstag gastiert das lange Jahre von Michael Koch trainierte Team der Telekom Baskets Bonn in der Oberfrankenhalle. Jump am 22. März ist wie gewohnt um 19:30 Uhr.

Trainerstimmen:

Michael Koch (medi bayreuth): „Zunächst freue ich mich natürlich, dass wir diese wichtige Partie für uns entscheiden konnten. Auf der anderen Seite tut mir Igor Perovic und seine Mannschaft natürlich auch ein wenig leid. Igor ist ein guter Freund von mir und ich respektiere seine Arbeit sehr. Leider ist der Sport nun manchmal so. Wir kamen gut ins Spiel und haben unsere Spielzüge gut umgesetzt. Anschließend haben wir die Begegnung ein wenig aus der Hand gegeben, konnten uns aber durch harte Arbeit zurück kämpfen und haben uns am Ende dann selbst belohnt. Mit diesem Sieg haben wir uns ein wenig Luft im Abstiegskampf verschafft, dennoch müssen wir weiter hart arbeiten und weitere Siege einfahren, damit wir den Klassenerhalt schaffen werden. Für Tübingen war am Ende der Druck zu groß, das war unser Vorteil.“

Igor Perovic (WALTER Tigers Tübingen): „Ich gratuliere Michael Koch und seinem Team zu einem verdienten Sieg. Wir haben erneut 30 Minuten als Mannschaft gut gespielt und sind erneut in der Schlussphase eingebrochen. Der Druck war immens groß und wir konnten mit diesem überhaupt nicht umgehen. Im letzten Viertel haben wir zu viele Fehler gemacht und nicht als Mannschaft agiert. Wir waren uns der Bedeutung dieser Partie bewusst, je näher jedoch das Spielende kam, desto größer war die Verunsicherung und die Verkrampfung bei all unseren Spielern. Nun wird es sehr schwer den Abstieg noch zu verhindern, doch wir geben nicht auf.“

WALTER Tigers Tübingen – medi bayreuth 69:74 (18:19;18:16;20:17;13:22)

WALTER Tigers Tübingen: Cook 20, Nash 11, Ratkovica 10 (11 Assists), Radosavljevic 9, Young 8, Nadjfeji 6, Mittmann 5 (8 Rebounds), Harris 0. Dreier: Cook 4, Young 2, Nash 1, Ratkovica 1, Mittmann 1.

medi bayreuth: Seeley 20, Hamilton 19, Qvale 11 (12 Rebounds, 4 Assists, 5 Blocks), Wyrick 9, Burrell 8, Weems 7 (4 Assists), Simon 0, Schmitz 0. Dreier: Seeley 4, Wyrick 3, Hamilton 2, Burrell 1, Weems 1.

Wurfquote Feld gesamt: Tübingen 41% (26/64), Bayreuth 45% (24/53)
Dreierquote: Tübingen 35% (9/26), Bayreuth 44% (11/25)
Freiwurfquote: Tübingen 57% (8/14), Bayreuth 71% (15/21)
Rebounds (defensiv/offensiv): Tübingen 31 (22/9), Bayreuth 41 (31/10)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Tübingen 11/24/10/3, Bayreuth 18/13/6/6
Fouls: Tübingen 21, Bayreuth 18

Quelle: BBC Bayreuth Spielbetrieb GmbH (http://www.bbc-bayreuth.de/)