Davey Hopkins / SC Rist Wedel (Bild: Claus Bergmann/www.crispy-images.com)

Es könnte noch eine lange und erfolgreiche, aber auch kräftezehrende Saison für die 1. Herren werden. Einen Vorgeschmack auf das, was sie in den kommenden Wochen womöglich in den Play-offs erwartet, vermittelte dem Tabellenzweiten der Nordstaffel jedenfalls schon das ebenso schwer erkämpfte wie korbarme 69:62 (34:33) über den Süd-Siebten Licher Basket-Bären zum Achtelfinal-Auftakt vor 580 Zuschauern in der Steinberghalle.

Nach der Schlusssirene konzentrierte sich Rist-Headcoach Sebastian Gleim denn auch gleich auf das Wesentlich. „Wir sind glücklich, die enge Partie gewonnen zu haben, und das war auch das beste am Spiel.“ Für den 29-jährigen Trainer war es keine Begegnung wie jede andere, stammt er doch selbst aus Hessen und kehrt am Ende der Saison als Jugend-Koordinator von Bundesligist Frankfurt Skyliners in die Heimat zurück.

Zudem traf er neben einigen früheren Gegenspielern mit Basket-Bären-Coach Igor Starcevic einen sportlichen Weggefährten wieder. Herzlich verabschiedeten sich die Trainer nach Spielende im Foyer der Steinberghalle voneinander – wohl wissend, dass für einen von ihnen die Saison 2013/14 spätestens am Dienstag, 25. März, nach dem entscheidenden dritten Spiel der Best-of-three-Serie beendet sein kann.

Den Showdown an einem Wochentag können die Wedeler mit einem Sieg am kommenden Sonnabend, 22. März (19.30 Uhr), in Lich abwenden. Doch Gleim weiß um die Schwere der Aufgabe, die ihn und sein Team in der 14.000-Einwohner-Stadt im Landkreis Gießen erwartet. „Lich ist ein sehr heimstarkes Team, das zu Hause meines Wissens noch nie ein Play-off-Achtelfinalspiel verloren hat.“

Schon in Wedel verlangten die nur mit acht Spielern angereisten Gäste dem favorisierten Heimteam alles ab, obwohl mit Aufbauspieler Joey Fuca ein Leistungsträger verletzt fehlte. Die Hessen verteidigten in Korbnähe hart, sodass die Rist-Akteure ihr Wurfglück aus der Distanz versuchen mussten. Die Trefferquote reichte zwar für eine knappe Pausenführung, doch absetzen konnte sich der Nord-Zweite nicht.

Deutlich entschlossener agierten die Wedeler in der zweiten Halbzeit. Unter den Augen seines Vaters Dave und seines jüngeren Bruders Danny, die auf der Tribüne mitfieberten, lief Rist-Kapitän Davey Hopkins zur Hochform auf, erzielte insgesamt 13 Punkte, holte 15 Rebounds und blockte einen gegnerischen Wurf. „Davey hat sein erstes Double-double in dieser Saison geschafft, uns damit den Schwung gegeben, den wir in diesem Spiel brauchten“, lobte Gleim den 25 Jahre alten Kalifornier.

Ebenfalls zweistellig (14/zehn) fiel die Punkt- und Rebound-Ausbeute von Center-Routinier Christoph Roquette aus, auch Lee Jeka und Janis Stielow erzielten jeweils mehr als zehn Punkte. Entscheidend für den Sieg des Heimteams war aber die Treffsicherheit aus der Ferne. Die Wedeler hatten bei acht von 28 Dreier-Versuchen Erfolg, die Hessen lediglich bei zwei von 22.

Der schweren Aufgabe in Lich sieht Roquette, der 2012/13 mit dem SC Jena das Play-off-Halbfinale der Pro A erreichte, gelassen entgegen. „In dieser Phase der Saison gibt es ohnehin keine einfachen Spiele mehr.“ Einer im Rist-Kader fiebert dem Duell mit den Hessen besonders entgegen. Allrounder Jens Hirschberg, wie Coach Gleim ein gebürtiger Hesse, spielte 2012/13 für den Play-off-Gegner, stand im ersten Duell mit seinem Ex-Club 28:16 Minuten auf dem Parkett. In Lich erwartet der Diplom-Kaufmann einen heißen Tanz: „Es wird sehr laut sein in der Halle.“

Auch Coach Gleim rüstet sich für dieses Duell. „Wir werden unter der Woche im Training versuchen, einige Dinge zu verbessern.“ Um ausgeruht in die Partie zu gehen, reisen die Wedeler schon am Freitag, 21. März, an.

Statistik: Viertel: 19:15, 15:18, 26:15, 9:14.

SC Rist (Punkte): Christoph Roquette (14), Davey Hopkins, Lee Jeka (je 13), Janis Stielow (12), Diante Watkins (8), Jens Hirschberg (4), René Kindzeka (3), Fabian Böke, Paul Owusu (je 1), nicht eingesetzt: Fabian Strauß, Jonas Laatzen.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)