Eisvögel gewinnen völlig unerwartet das erste Halbfinalspiel mit 62:65 (27:33) in Marburg. Am kommenden Freitag findet das zweite Spiel der Serie „Best of three“ in Freiburg statt. Die Freude war groß, als die Freiburgerinnen am Freitagabend das entscheidende Viertelfinalspiel bei HELI Donau-Ries gewinnen konnten. Die Freude blieb auch groß, als am Samstag bei sommerlichen Temperaturen ein außerplanmäßiges Training stattfand. Und auch die zweite Auswärtsfahrt innerhalb von drei Tagen fügte sich nahtlos in diese Reihe ein: mit 62:65 gewannen die Freiburgerinnen beim Tabellenersten aus Marburg und sorgten somit für ein rundum gelungenes Wochenende.

Dabei sah es in den ersten zehn Minuten nicht unbedingt nach einem erfolgreichen Nachmittag aus: die Eisvögel kamen zwar zu vielen guten Chancen, ließen die meisten aber ungenutzt. Auf der Gegenseite fand Marburg immer wieder ihre Größte, Lisa Koop, unter dem Korb – beim Stand von 10:4 musste Freiburg die erste Auszeit der Partie nehmen. Danach lief es deutlich besser, mit einem Dreipunktewurf verkürzte Mirna Paunovic zur ersten Pause auf 12:11. Ein erneuter Dreipunktewurf, diesmal von Yvonne Turner, sorgte für die erste Freiburger Führung der Partie. Und da die Gastgeberinnen sich an diesem Nachmittag nicht so wurfsicher wie gewöhnlich zeigten, nutzten die Eisvögel die Gunst der Stunde und zogen erstmals auf zehn Punkte Vorsprung davon (16:26). Ein Dreipunktewurf von Amanda Davidson beendete allerdings die Serie der Eisvögel, und zur Halbzeit waren beide Teams wieder enger zusammengerückt (27:33).

Im dritten Viertel stellten die Eisvögel schnell den ursprünglichen Vorsprung wieder her: zweimal die an diesem Abend hervorragende Yvonne Turner, dann noch ein Steal mit anschließendem Korbleger von Sissi Höre –Marburg musste früh mit einer Auszeit reagieren (29:39, 22.Minute). Diese zeigte allerdings erst einige Minuten später Wirkung: dann kam Marburg mit neun Punkten in Folge – davon zwei Dreipunktewürfe von Margret Skuballa -wieder zurück ins Spiel, zu Beginn des Schlussviertels trennten nur noch vier Punkte die beiden Mannschaften. Was folgte, war Dramatik pur: zuerst ein Traumstart für die Eisvögel, dann der erste Ausgleich (55:55, 34.Minute). Doch kippen sollte das Spiel trotzdem nicht: zunächst ein Steal und ein anschließendes Dreipunktspiel von Jahzinga Tracey, dann zwei sicher verwandelte Freiwürfe von Sissi Höre – die Freiburgerinnen waren auf der Siegerstraße. Doch Marburg hielt dagegen, ein erneuter Dreipunktewurf von Amanda Davidson läutete die hochspannende Schlussphase ein. Freiburg konnte nicht mehr erfolgreich abschließen, doch auch alle Dreipunktewürfe der Marburgerinnen verfehlten ihr Ziel – und somit ging das erste Halbfinalspiel entgegen aller Erwartungen an die Freiburgerinnen.

Spiel zwei am kommenden Freitag in der Freiburger Uni-Halle wird sicherlich ein heißer Tanz. Die Eisvögel haben sich ihren ersten Saisonsieg gegen Marburg für die denkbar beste Phase aufgehoben. Jedoch darf erwartet werden, dass die Marburgerinnen alles daran setzen werden, ihrer Favoritenrolle in dieser Serie noch gerecht zu werden. Die Eisvögel werden wie an diesem Abend wieder volles Risiko gehen – eine andere Chance gibt es gegen die spielerisch unglaublich gute Marburger Mannschaft nicht.

Foto: P. Seeger