Der Heimvorteil beflügelt: im dritten Spiel gegen Wolfenbüttel gelingt den Eisvögeln der erste Erfolg (84:68). Nach mäßigem Beginn spielen die Freiburgerinnen sich in einen wahren Rausch. Die Lufthoheit zu erlangen war eines der großen Ziele, das die Eisvögel gegen die großgewachsenen Gäste aus Wolfenbüttel hatten. Dieses Ziel erreichten sie nicht – und doch konnten sie am Ende als strahlende Siegerinnen vom Feld gehen. Wie war dies möglich?

Zunächst einmal sah es nicht gut aus für die Freiburgerinnen: zwar konnten sie sich im Angriff oft durchsetzen, doch unter dem eigenen Korb erlaubten sie den Gästen ein ums andere Mal zweite Chancen, welche diese dankbar verwerteten. Bis zur Halbzeit konnte Wolfenbüttel sich so fast doppelt so viele Rebounds erarbeiten wie die Freiburgerinnen – genau das Gegenteil dessen, was die Eisvögel sich vorgenommen hatten. Dennoch lagen sie zu diesem Zeitpunkt nach schwachem Beginn (16:26, 8.Minute) wieder gut im Spiel, was sie ihrer guten Trefferquote und einer im zweiten Viertel deutlich verbesserten Verteidigungsleistung verdankten. So ging es nur mit einem Punkt Differenz in die Halbzeitspause (36:37).

Nach der Pause schien sich das Blatt etwas zu wenden, denn nun hatten die Freiburgerinnen plötzlich mehrere Wurfchancen und konnten daraus auch zeitweise Kapital schlagen. Insbesondere an der Freiwurflinie jedoch haperte es an diesem Abend, und so konnten sich die Gäste aus Wolfenbüttel wieder etwas deutlicher absetzen (46:53). Doch die Freiburgerinnen fanden eine überzeugende Antwort: ein erfolgreicher Wurf von Lotte Höre war die Initialzündung für eine unglaubliche Serie: Sarah Hayes, Mirna Paunovic und Yvonne Turner mit der Pausensirene wandelten den Rückstand innerhalb von zwei Minuten in einen Drei-Punkte-Vorsprung um (56:53). Und als ob es diese letzte Unterbrechung nie gegeben hätte, machten die Eisvögel nach der letzten Viertelpause genauso weiter. Frenetisch angefeuert von den Rängen verwerteten Yvonne Turner und Sissi Höre im Wechsel die Ballgewinne ihrer Teamkolleginnen – aus teils spektakulären Positionen. Anschließend sorgten ihre Mannschaftskameradinnen gegen die Zonenverteidigung der Gäste für sichere Abschlüsse. Am Ende dieser Serie erreichten die Eisvögel 22 Punkte in Folge, ohne dass Wolfenbüttel zu einem einzigen Punkt kam (68:53).

Mit diesem Lauf war das Spiel entschieden und die Freiburgerinnen durften die letzten Sekunden mit stehenden Ovationen für eine tolle zweite Halbzeit genießen. Ein wichtiger Erfolg gegen eine stark besetzte Mannschaft, der Mut macht für den Saisonendspurt. Dieser geht am kommenden Wochenende in die heiße Phase. Die Eisvögel dürfen erneut zu Hause antreten, dann zu Gast sind die Leipzig Eagles.

Foto:Patrick Seeger / www.patrickseeger.de