CaD Freeski Tour 2010: Tourstopp am Maiskogel in Kaprun

Freeskier rocken den Maiskogel beim 3. CaD Tourstop – Felix Wiemers gewinnt knapp vor Christoph Kranebitter! Bei den Mädels zeigt Christl Raduluwitz die beste Tagesleistung und durch Stefan Tipotsch geht auch die Kidswertung nach Österreich. Kaprun/Maiskogel, 28. Februar 2010 – Auch beim letzten Chill and Destroy (CaD) Qualifikations-Tourstop, für das große Finale, Mitte April, in Arosa, gaben alle Freeskier noch einmal ordentlich Gas.

Petrus dankte dies mit hohen Plus-Graden und reichlich Sonne. Als krönender Abschluss wurden die Finals in einer Kicker-Jam gerockt, so dass die besten Rider des Tages ordentlich durch die frühlingshafte Pinzgauer Luft stylen konnten, um sich so eines der begehrten Tickets für das große CaD Finale zu sichern. Als die ersten Shred-Kids und das Team der Organisatoren der CaD Freski Tour früh morgens zum Maiskogel Funpark hinauf fuhren schien es noch, dass die Tour wettertechnisch so weitergehen würde, wie sie bei den zwei vorangegangenen Stopps, aufgehört hatte. Doch kaum wurde der Park mit den ersten Bannern und Beachflags der Sponsoren bestückt, zeigte Petrus seine andere Seite und so fand die Sonne ab diesem Zeitpunkt immer wieder den Weg durch die Wolken. Zwischenzeitlich schossen sich die Rider im Training auf die verschiedenen Obstacles ein. Einem perfekten Contest stand nichts im Wege! Insgesamt hatten gut 40 Rider den Weg zum Maiskogel gefunden. Darunter ein ausgeglichenes Verhältnis von Locals und von weiter her angereisten, deutschen und österreichischen Ridern. Dafür, dass am selben Wochenende auch die Austrian Frreeski Open am Kitzsteinhorn über die Bühne gingen, und dass deren Party vom Samstag Abend doch ziemlich viele Rider in Mitleidenschaft gebracht haben dürfte, konnte sich dieses Teilnehmerfeld durchaus sehen lassen.

Schon bei den Kids wurde richtig Gas gegeben und es zeichnete sich bereits in der Qualifikation ab, dass nur ein Ausrutscher der beiden Österreicher, Stefan Tipotsch und Luca Exenberger, für einen Sieg der Mitkonkurrenten hätte sorgen können. Doch beide Jungs behielten die Nerven und so stand nur die Frage offen, wer es nach ganz oben auf das Podest schaffen würde. Wurde in der Qualifikation noch ein Railrun mit zwei Kickerruns in die Wertung genommen, so zählte in der finalen Jam-Session nur noch das, was die Jungs auf dem Kicker zu bieten hatten. Ganz nach dem Motto des Moderatoren Duos Harry Döpfert und Markus Volkmar, die gekonnt, informativ aber auch spaßig durch den Contest-Tag leiteten: „Go BIG or go home!“ Im Railrun überzeugte Stefan Tipotsch die Judges mit einem 270-On-Sexchange-270-Off am Kinked Rail gefolgt von einem 180er am Mini-Kicker, einem 270-Off an der Elephant-Box, einem fetten 3er über die Up-Box, gefolgt von einem dicken 360 über den kleinen Railpark-Kicker und einem 270-Off an der Curved-Box, um in seinen beiden Kicker Runs dann mit Corked-7ern – einmal sogar gegrabt, abzuschließen und sich so verdient, wenn auch knapp den ersten Platz der Quali zu sichern. Hinter ihm landete sein schon angesprochener Konkurrent des Tages, Luca Exenberger. Er zeigte unter anderem einen SW 180 am Mini-Kicker und eine stylische 270-On-270-Off-Kombo am Picknick Table, sowie einen sauberen 5er und einen nicht ganz astreinen SW Corked 7er am Kicker. In der Qualifikation noch auf Platz 3 konnte sich Simon Baumann platzieren, der am Kicker seinen ersten dicken gegrabten 5er durch einen SW 5 Double-Grab toppen wollte, doch diesen nicht ganz so sauber hinstellte. Das Finale wurde abschließend als einstündige Kicker-Jam gefahren, bei der sich auf den ersten beiden Plätzen nichts mehr ändern sollte. Stefan Tipotsch nimmt mit einem ganz sauberen Corked 9er Tailgrab die begehrte CaD-Glastrophäe schon zum zweiten Mal hintereinander mit nach Hause und mit dem schon in der Quali gezeigten einem SW Corked 7er bleibt Luca Exenberger der zweite Platz. Im Finale nach vorne schieben konnte sich hingegen der deutsche Wolfgang Deutinger, der gleich als ersten Sprung, mit einem 7er Reverse Mute-Grab, seinen besten Trick der Jam-Session zeigte. Diesmal ließ er nichts mehr anbrennen und landete verdient auf dem Podium, welches er in Ehrwald noch knapp verpasst hatte.

Nun zu den Mädels. Hier waren eine knappe handvoll Girls eingetroffen, um die Siegerin zu bestimmen. Nach einem Railrun, der die Österreicherin Christl Ruduluwitz noch auf dem undankbaren 4. Platz gebracht hätte, da sie mit 2 Straight Airs an den kleinen Kickern und Slides an den Boxen eher gemächlich startete. An den großen Kickern drehte sie dann auf! Nach einem Straight Air als Kicker-Speedcheck, zeigte sie einen sauberen 3er. Diesen stellte sie von allen Mädels an diesem Tag am besten hin und landete noch vor der deutschen Svenja Schmidt ganz oben auf dem Stockerl. Svenja riskierte leider bei ihrem letzten Sprung zu viel und vergab so den sicheren Sieg, durch einen gestürzten 3er. Sie hatte im Railpark die größte Variation geboten. Als einziges Freeski-Girl setzte sie auch an den kleinen Kickern ihre 180s in den Schnee und hatte daher zu diesem Zeitpunkt die Wertung noch angeführt. Auf dem übrig gebliebenen dritten Stockerlplatz konnte sich Christina Buchner platzieren, die ebenfalls stylisch im Park unterwegs war und so Ann-Sofie Gassner auf den 4. Platz verwies. Die Mädels boten eine feine Leistung. Die Ergebnisse der Qualifikation zählten gleichzeitig auch als finale Platzierungen. So hatten die Girls auf diese Weise schon eine strahlende Siegerin gefunden und konnten während der Finals der Kids und der „Großen“, schon am Red Bull Zelt chillen. Ach ja, dass sie den großen Kicker gesprungen sind, verdient auch einiges an Respekt!

Kommen wir abschließend zur Königsklasse – der Kategorie der Männer ab 16 Jahre. Felix Wiemers hatte sichtlich Spaß mit dem Kicker am Maiskogel. Dass es nicht allein diese „persönliche Beziehung“ zum Kicker war, die Felix zum Favoritenkreis zählen ließ, bewies er der Qualifikation mit seinem Railrun. Hier stylte er mir SW-On-270-Off an der Kinked-Box, 270-On-270-Off am Picknick-Table, sowie mit einem für die Größe des im Park integrierten Style-Kickers massiven Frontflip und abschließendem 270-Off an der Curved-Box. Er zeigte bereits mit diesem Run, dass er Ansprüche auf das Stockerl anzumelden hatte. Im Railpark platzierte sich jedoch auch noch Sebastian Huber aus dem oberbayerischen Rosenheim und Florian Schneider aus Inzell vor ihm. Somit war das Podest nach den Railruns fest in deutscher Hand. Leider gelangen ihnen im Kicker-Durchgang nicht ganz so technisch schwierige Tricks, dass sie es gerade noch ins Finale schafften. Felix Wiemers zeigte in seinem ersten Kickerlauf einen Underflip 5er mit Grab und setzte in seinem Zweiten mit einem SW 7er Doublegrab noch einen oben drauf. So zog er verdient als erster ins Finale ein. Marco Möschl konnte mit einem sauberen Late-Misty-7 und SW-7er-Nosegrab ebenfalls gute Punkte sammeln und platzierte sich somit vor seinem Landsmann, René Schwabl. Dieser zimmerte einen SW-7er-Nosegrab ganz sauber hin, musste aber anschließend seinen wohl als 9er geplanten Spin in der Landung wieder reverten. Generell kann man sagen, dass das Trickniveau schon in der Qualifikation am Kicker auf einem ziemlich hohen Level angesiedelt war. Nicht umsonst blieben immer wieder staunende Zuschauer des nebenan stattfindenden klassischen Skirennens am Funpark stehen. Sie bevorzugten wohl die stylischen Tricks der Freestyler, dem Slalomwettkampf auf der Rennpiste. Im Anschluss an die Quali, fand in der Chill-Area der gemütliche Zwischenteil statt, für den die CaD-Events eben auch bekannt sind. Dank der Sonnenstrahlen konnten sich die Rider mit einer leckeren Bratwurst in den mittlerweile aufgesulzten Schnee legen und mit einer Dose Red Bull die nötige Energie tanken, welche für die einstündige Kicker-Jam-Session des Finales zweifelsohne nötig war.

Also ab ins Finale der Männer, in dem die besten elf Freeskier der Quali starten durften. Durch das Jam-Session-Format war auf jeden Fall dicke Action garantiert. Nur der beste Trick sollte zählen. So konnte man den einen oder anderen unsauberen Versuch durchaus in Kauf nehmen, wenn letztlich ein dicker gestandener Trick auf dem Scoreboard der Judges auftauchte. Dementsprechend knapp ging es auch vorne zu und es war bis zum letzten Rider nicht klar, wer von ihnen das Rennen machen würde. Auf Platz fünf kam Marinus Höflinger. Er konnte mit einem 9er Mute-Grab den er als finalen Trick zeigte, einige seiner Konkurrenten hinter sich lassen. Auf dem undankbaren 4. Platz rutschte René Schwabl, bei dem ein SW 5er mit Grab, als bester Trick in die Wertung einging. Vom dritten Platz verdrängt wurde er durch einen sauberen SW 9er Nosegrab von Marco Möschl, der diesen Trick gleich als erstes gestanden hatte und so die Konkurrenz mächtig unter Druck setzen konnte. Christoph Kranebitter wusste damit jedoch umzugehen und konterte mit einem Double Frontflip, den er sauber in die Landung stellte. Vielleicht hatte er seine Waffen somit zu Früh gezückt, denn Felix Wiemers sah diesen Trick des Österreichers und setze in seinem folgenden Lauf darauf, gleiches mit gleichem zu bekämpfen und zeigte ebenso den Double Frontflip. Das ganze mit ein bisschen mehr Höhe, einem Tick mehr Style und ohne die kleinste Zuckung in der Landung. Auch wenn Christoph Kranebitter mit switch Frontflip nochmals konterte, den Highscore von Felix Wimers Doublefront konnte er nicht überflügeln. Dies bescherte dem „Piefke“, wie die Locals wohl sagen würden, einen verdienten Sieg. Er hatte einfach die beste Gesamtleistung gebracht und diese auch im Finale abrufen können. Glückwunsch, Felix!

Somit ging ein feiner und erfolgreicher Contesttag zu Ende. Der Kicker war sichtlich bearbeitet worden und schien froh, dass es nun vorbei war. Schließlich hatten die Freeskier wieder mal gezeigt, dass sie keine halben Sachen machen. Bei der Siegerehrung wurden die Gewinner mit Stuff der Sponsoren für ihre Mühen entlohnt, um anschließend mit der nun bestens aufgelegten Sonne, um die Wette zu strahlen. Die besten Vier haben sich an diesem Wochenende ihr Ticket für das Tourfinale der CaD Freeski Tour für Arosa in der Schweiz gesichert. Man darf gespannt sein, was dort noch zu sehen ist, wenn die Besten der Besten aufeinander treffen. Der Maiskogel bot schon mal eine kleine Kostprobe dessen, was man dort erwarten darf. Das Kapruner Hausbergskigebiet verabschiedete sich in bester Frühlingsmanier, mit einem schönen Slushy-Sunday. Dieser führte gerade am großen Kicker sicher dazu, dass von den Teilnehmern einiges mehr geboten wurde, als es bei eisigen Bedingungen der Fall gewesen wäre.