Kevin Hamilten / medi bayreuth (Bild: Marcus Arth/www.marcusarth.de)

(mb) Drei Tage nach dem ersten Sieg im ersten Spiel gab es für die Mannschaft von Head Coach Predrag Krunic am zweiten Spieltag keine Punkte. Nach mehrfachem Führungswechsel und einem Bayreuther Vorsprung von zehn Punkten im dritten Abschnitt gelang Phoenix Hagen im letzten Viertel ein 17:0 Lauf, der die Gastgeber auf die Siegerstraße brachte. Beim 92:86 (39:34) trafen auf Hagener Seite David Bell (23), Larry Gordon (20, 12 Rebounds), Mark Dorris (12) und der nach seiner Disqualifikation im ersten Saisonspiel doch einsatzberechtigte Henry Dugat (11) zweistellig. Bei medi bayreuth sammelten gleich fünf Spieler zehn oder mehr Punkte: Brian Qvale kam auf zehn, Kevin Hamilton auf elf und Bryan Bailey auf 15 Punkte. Beste Werfer waren Kyle Weems (16) sowie der überragende Ronald Burrell, der mit 23 Punkten und elf Rebounds ein Double Double einfuhr.

Vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE-Arena hatten die Feuervögel den besseren Start. Schon nach 80 gespielten Sekunden nahm Bayreuths Trainer Predrag Krunić seine erste Auszeit, Hagen führte nach Punkten von David Bell, Larry Gordon und Dino Gregory mit 6:0. Die ersten medi-Zähler erzielte dann Nicolai Simon in der dritten Minute. Nach dem zwischenzeitlichen 8:2 (5.) kamen die Gäste endgültig im Spiel an. Kyle Weems und Kevin Hamilton verkürzten um vier Punkte, in der siebten Minute glich Bryan Bailey zum 10:10 aus. Dino Gregory brachte anschließend Phoenix mit 12:10 in Front ehe ein 3-Punkt-Spiel von Ronnie Burrell in der achten Minute beim 12:13 die erste Bayreuther Führung bedeutete. Diese hatte nur eine kurze Dauer, denn Hagen ging wieder in Front. Nach dem 16:14 von Henry Dugat (9.) verpasste Ronnie Burrell an der Freiwurflinie den Ausgleich. Auf der Gegenseite gelangen Hagen binnen nicht einmal 30 Sekunden noch zwei Dreier (Ole Wendt, Nikita Khartchenkov) zur 21:15 Führung nach dem ersten Viertel.

Im zweiten Abschnitt bauten die Gastgeber ihren Vorsprung zunächst weiter aus. Nach einem erfolgreichen Korb von Nikita Khartchenkov betrug die Führung in der 12. Minute schon neun Punkte – 27:18, zwei Minuten später legte Henry Dugat per Dreier gar das 30:20 nach. Die Gäste zeigten sich jedoch nicht großartig beeindruckt. Punkte von Kyle Weems, Brian Qvale und Bryan Bailey sorgten in der 16. Minute für das 30:26, eine Minute später verwandelte Beckham Wyrick zum von der mitgereisten Bayreuther Fanschar vielumjubelten 32:32 Ausgleich. Bis in die letzte Minute war das Spiel nun wieder völlig offen, erst ein Dreier von Larry Gordon, 27 Sekunden vor der Pause, brachte Hagen wieder etwas mehr in Führung, beim Stand von 39:34 ging es in die Kabinen.

Im dritten Viertel erhöhte zunächst Larry Gordon um zwei Punkte, dann brach die wohl beste Phase der Gäste an. Acht Punkte in Folge, darunter fünf von Ronnie Burrell, sorgten dafür, dass medi bayreuth beim 43:42 (23.) wieder auf Schlagdistanz war. Und es sollte noch besser kommen: Ein Dreier von Kevin Hamilton bedeutete das 47:49 (25.) und nach einem Doppelschlag von Ronnie Burrell und Kyle Weems führten die Oberfranken mit 49:53 (26.). Auch eine schnelle Auszeit der Hausherren brachte das Krunić-Team nun nicht aus dem Takt. Brian Qvale und per Dreier Kyle Weems sorgten für das 51:60 (28.), der höchsten Bayreuther Führung des Abends. Bis zum letzten Wechsel konnte Hagen nochmals verkürten, Henry Dugat sorgte mit der Viertelsirene für das 56:62.

Viel Spannung und Dramatik brachte der Schlussabschnitt mit sich. Die Gäste blieben zunächst auf Kurs, in der 31. Minute sorgte Kevin Hamilton für das 58:66. Nach zwei Dreiern von Nikita Khartchenkov und David Bell waren die Hausherren jedoch schnell wieder in Reichweite, nach einer medi-Auszeit sorgte Keith Ramsey gar für den 66:66 Ausgleich (34.). Nun nahm das Spiel seine Wende. Nach einem unsportlichen Foul von Bryan Qvale nutzte David Bell zunächst die Gelegenheit, zwei Freiwürfe einzunetzen ehe er einen Dreier zum 73:66 nachlegte. Nicht einmal 60 Sekunden nach dem ersten gab es das zweite unsportliche Foul, diesmal von Ronald Burrell. Erneut verwandelte David Bell zweimal sicher. In der 36. Minute durfte er erneut an die Freiwurflinie, nachdem die Unparteiischen ein technisches Foul an Bayreuths Trainer Predrag Krunić aussprachen. Hätte nicht kurz zuvor Ronald Burrell endlich wieder einmal für die Gäste getroffen wäre die Hagener Serie nicht bei 17 sondern erst bei 19 Punkten in Serie gestoppt worden. In den letzten Minuten warf das medi-Team noch einmal alles in die Waagschale. In der 37. Minute verkürzte Kyle Weems an der Freiwurflinie auf 78:70, dann zog Hagen wieder auf zehn Punkte davon. Dieser Vorsprung hatte bis in die vorletzte Minute bestand, ehe Ronnie Burrell zum 85:78 traf. In der Schlussphase konnten die Feuervögel ein ums andere Mal von der Freiwurflinie treffen und somit verhindern, dass schnelle Bayreuther Punkte, wie ein Dreier von Kyle Weems zum 90:85, 19 Sekunden vor dem Ende, für Gefahr sorgten. Ein erfolgreicher Freiwurf von Ole Wendt sorgte für den 92:86 Endstand.

Bereits am kommenden Donnerstag findet das nächste Spiel von medi bayreuth statt. Ab 19:30 Uhr gastiert dann der bislang noch ungeschlagene, aktuelle Tabellenzweite New Yorker Phantoms Braunschweig in der Oberfrankenhalle. Die Niedersachsen begannen die Saison mit zwei Heimsiegen über Ulm und Trier. Karten für die Partie gibt es unter tickets.medi-bayreuth.de, beim Nordbayerischen Kurier (Maxstraße 58-60), der Theaterkasse (Opernstraße 22) sowie in den Base-Shops in Bayreuth (Rotmain-Center) und Kulmbach (Fritz).

Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Ich bin sehr zufrieden. Wir wussten, dass es sehr hart wird gegen Bayreuth. Ich finde, dass es eine hochklassige Partie war. Wir waren zu Beginn am Drücker, dann war Bayreuth besser und am Ende wieder wir. Wir haben die Sache letztlich konzentriert nach Hause gebracht. Jetzt gilt die volle Konzentration dem Spiel gegen Vechta am nächsten Sonntag.“

Predrag Krunić (medi bayreuth): „Es war ein gutes Basketballspiel. Wir haben gut gereboundet und leider zu wenig daraus gemacht, insbesondere im Schlussviertel. Der Acht-Punkte-Vorsprung im letzten Abschnitt war eigentlich eine gute Voraussetzung, aber wir haben dann leider die Ruhe verloren. Letztendlich haben wir zu viele Fehler in der Offensive gemacht, was aber auch an Hagens Verteidigung lag. So ist Phoenix zurück ins Spiel gekommen und hat dann auch schwere Würfe getroffen.“

Phoenix Hagen – medi Bayreuth 92:86 (21:15;18:19;17:28;36:24)

Phoenix Hagen: Bell 23, Gordon 20 (12 Rebounds), Dorris 12, Dugat 11, Khartchenkov 8, Ramsey 7, Wendt 6 (5 Rebounds), Gregory 4, Kruel 0. Dreier: Khartchenkov 2, Bell 2, Dugat 1, Gordon 1.

medi bayreuth: Burrell 23 (11 Rebounds), Weems 16, Bailey 15, Hamilton 11 (7 Assists), Qvale 10, Simon 4, Wyrick 4, Schmitz 3. Dreier: Weems 2, Burrell 1, Bailey 1, Schmitz 1, Hamilton 1.

Wurfquote Feld gesamt: Hagen 41% (31/76), Bayreuth 44% (32/73)
Dreierquote: Hagen 27% (6/22), Bayreuth 30% (6/20)
Freiwurfquote: Hagen 83% (24/29), Bayreuth 67% (16/24)
Rebounds (defensiv/offensiv): Hagen 42 (27/15), Bayreuth 48 (31/17)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Hagen 13/14/8/6, Bayreuth 19/16/7/5
Fouls: Hagen 22, Bayreuth 26

Quelle: BBC Bayreuth Spielbetrieb GmbH (http://www.bbc-bayreuth.de/)