Kyle Weems (medi bayreuth) vs Casey Jacobson (Brose Baskets Bamberg) - (Bild: Marcus Arth/www.marcusarth.de)

Derbyzeit in der Oberfrankenhalle. 3.247 Zuschauer waren gekommen, um ein ganz besonderes und emotionsgeladenes Spiel zu verfolgen. Eine Partie, in der die Hausherren dem amtierenden deutschen Meister alles abverlangten. In den letzten Sekunden hatte man sogar den Sieg auf der Hand, doch in der Schlusssekunde verpasste der letzte Wurf den Weg in den Korb. Am Ende sicherten sich die Brose Baskets beim 68:69 (31:42) den knappen Erfolg. Auf Bayreuther Seite überragte Brian Qvale mit 23 Punkten, gefolgt von Kyle Weems (17) und Ronald Burrell (11). Für die Gäste war Casey Jacobsen (16) bester Werfer, auch Elias Harris (14) und D’Or Fischer (12) trafen zweistellig.

Die Partie begann für die Gäste ideal, denn gleich mit dem ersten Wurf ging man in Führung: Casey Jacobsen traf per Dreier. Doch schon im Gegenzug verkürzte medi durch Kyle Weems zum 2:3. In der zweiten Minute gingen die Hausherren erstmals in Führung und Brian Qvale setzte gleich noch nach, erhöhte auf 6:3 (3.). medi blieb in Front und ließ sich auch durch einen weiteren Jacobsen-Dreier zum 8:7 (4.) nicht aufhalten. Nach dem 10:7 von Ronnie Burrell zug Brose-Coach Chris Fleming seine erste Auszeit. Zurück auf dem Feld nahm erneut Casey Jacobsen von jenseits der 6,75 Meter Maß – und traf erneut, diesmal zum 10:10 Ausgleich. Dann legte Brian Qvale wieder vor ehe in der sechsten Minute ein weiterer Bamberger Dreier die Wende zum 14:15 brachte: Auch Anton Gavel zeigte aus der Distanz Qualitäten. In der Folge hatten die Domstädter die Nase vorne bis in der neunten Minute Ronnie Burrell zum 20:19 einnetzte. Im Endspurt dehte Bamberg dann das Spiel wieder. Zunächst traf Elias Harris, dann – wiederum von der Dreierlinie – Casey Jacobsen.

Beim Stand von 20:25 ging es in den zweiten Abschnitt, in dem zunächst Kyle Weems den Großteil der knapp 3.300 Zuschauer jubeln ließ. In der zwölften Minute verkürzte Brian Qvale auf 24:27, dann zug Bamberg durch zwei Treffer von D’Or Fischer und Elias Harris auf 24:31 davon – Auszeit Bayreuth. Mit einem krachenden Dunking von Kyle Weems meldete sich das medi-Team zurück. In den folgenden Minuten kämpfte man sich Punkt um Punkt heran, in der 18. Minute hieß es nach einem Korb von Phillipp Heyden nur noch 31:35. Dann jedoch zogen die Hausherren wieder das Tempo an und legten einen 0:7 Lauf zum 31:42 aufs Parkett. Den Schlusspunkt setzte wieder Casey Jacobsen, der seinen fünften Dreier einnetzte.

Zweite Halbzeit ging an medi

Die ersten Aktionen nach dem Wechsel gingen allesamt auf das Bayreuther Konto. Zunächst traf Brian Qvale, dann zweimal Kyle Weems. Vor dessen zweiten Korb erkämpften sich die Koch-Schützlinge leidenschaftlich den Ball und nach dem 37:42 bat Bambergs Trainer Fleming sein Team zur Auszeit an die Bank. Und es lief weiter gut für die Hausherren. Zwar kamen die Gäste durch Maik Zirbes zu einem 3-Punkt-Spiel, mussten dann aber zwei unsportliche Fouls – gegen Novica Velickovic und Zackery Wright – hinnehmen. In der 25. Minute schmolz der Rückstand nach Punkten von Brian Qvale auf drei Punkte, 42:45 – Auszeit Bamberg. Es blieb weiter spannend und medi holte weiter auf. Ein krachender Qvale-Dunk bedeutete in der 27. Minute gar das 46:47. Zur rechten Zeit kam da ein Dreier für die Gäste, diesmal netzte Elias Harris zum 46:50 ein. Die Brose Baskets verschafften sich nun etwas Luft ehe ein 3-Punkt-Spiel von Brian Qvale das 51:53 (29.) bedeutete. In den letzten Minuten legten die Domstädter dann nach, führten nach Freiwürfen von Anton Gavel kurz vor Viertelende wieder mit 51:59. Den letzten Treffer markierten dann die Bayreuther: Phillipp Heyden konnte nach Vorlage von Will Conroy zum 53:59 treffen.

Im letzten Viertel durfte dann das bejubelt werden, was die medi-Fans bis dato nicht sahen: Bayreuther Dreier. Erst traf Kyle Weems, dann Will Conroy – nur noch 59:61 (32.). Dann waren wieder die Brose Baskets am Drücker, Rakim Sanders und Anton Gavel erhöhten auf 59:65 (33.). Erneut war es Brian Qvale, der für die Hausherren verkürzte. Noch knapper wurde es in der 37. Minute, als Nicolai Simon freistehend aus der Ecke zum 64:65 einnetzte. Durch zwei Treffer von D’Or Fischer gelang es den Domstädtern dann, sich wieder auf drei Punkte abzusetzen – 66:69 (39.). In der Schlussminute zeigt Anton Gavel Nerven. Zwei Freiwürfe verfehlen das Ziel, auf der Gegenseite trifft Ronnie Burrel, noch 29 Sekunden, beim 68:69 nur noch ein Zähler Rückstand. Auf der Gegenseite verpasste Zackery Wright nachzulegen, so dass die Hausherren die Chance zum Sieg hatten. Sekunden vor Spielende hatten zunächst Brian Qvale und dann noch Ronnie Burrell die Chance, die Sensation perfekt zu machen Beide Würfe gingen daneben und ein erhoffter Foulpfiff blieb in dieser Situation leider aus. Somit gingen die Punkte mit dem denkbar knappsten Resultat an die Brose Baskets.

Am kommenden Samstag, 1. Februar, steht das Team von Michael Koch vor einer hohen Hürde – es geht nach Berlin, wo man auf ALBA trifft. Der Hauptstadtclub ist definitiv das Team der Stunde. 13 Siege in Serie, davon acht in der Beko BBL, stehen zu Buche. Jump ist um 19 Uhr.

Trainerstimmen:

Chris Fleming (Brose Baskets): „Ich muss Mike und seiner Mannschaft für ein sehr hart umkämpftes Spiel gratulieren. Sie haben viel Charakter in der zweiten Halbzeit gezeigt. Ich glaube, das war eine schöne Derbyatmosphäre heute Abend, es war ein Spiel für die Fans, beide Fangemeinden waren sehr emotional, es war Play-Off-Stimmung. Ich habe mir ein knappes Spiel vorgestellt, allerdings eine andere zweite Halbzeit. Ich bin relativ froh, auf der sonnigen Seite gelandet zu sein. In der ersten Halbzeit haben wir den Ball phasenweise sehr gut bewegt, in der zweiten Halbzeit hat man gesehen, wo wir im Moment die Probleme haben. Wir geben dem Gegner den Ball relativ oft sehr einfach ohne uns beruhigen zu können. Bayreuth hat uns dafür teuer bezahlen lassen.“

Michael Koch (medi bayreuth): „Glückwunsch an Chris und Bamberg zum Sieg. Ich bin unheimlich stolz auf mein Team. Wir sind ein komplettes Spiel hinterhergelaufen, haben in der ersten Halbzeit defensiv einige Fehler gemacht. Wir haben aber nie aufgegeben, uns immer wieder herangekämpft. Wir haben bis zur letzten Sekunde alles richtig gemacht. Wir haben 29 Sekunden vor Schluss nicht gefoult, verteidigt, den Stop bekommen. Wir haben in der Auszeit alles aufgemalt und eigentlich verdient, das Spiel zu gewinnen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Die Mannschaft hat heue eine unheimliche Energieleistung gezeigt, auf die wir stolz sein können und die uns für die nächsten Spiele positiv stimmt. Aber es geht uns auch darum, Punkte zu holen. Und heute hätten wir zwei ganz wichtige Punkte holen können, das ist uns leider am Ende nicht gelungen. Daher ist die Niederlage in gewisser Weise auch deprimierend. Aber ich habe der Mannschaft auch versucht zu vermitteln, dass sie mit erhobenem Haupt und breiter Brust aus der Kabine gehen kann!“

medi bayreuth – Brose Baskets 68:69 (20:25;11:17;22:17;15:10)

medi bayreuth: Qvale 23, Weems 17, Burrell 11 (7 Rebounds, 6 Assists), Simon 5, Hamilton 5 ( 6 Assists), Heyden 4, Conroy 3, Zeis 0, Schmitz 0, Wyrick 0, Spöler 0. Dreier: Weems 1, Conroy 1, Simon 1.

Brose Baskets: Jacobsen 16, Harris 14, Fischer 12 (9 Rebounds), Gavel 9 (4 Assists), Wright 4, Sanders 4, Zirbes 3, Velickovic 3, Tadda 2, Smith 2. Dreier: Jacobsen 5, Gavel 1, Harris 1.

Wurfquote Feld gesamt: Bayreuth 43% (29/68), Bamberg 54% (25/46)
Dreierquote: Bayreuth 23% (3/13), Bamberg 37% (7/19)
Freiwurfquote: Bayreuth 78% (7/9), Bamberg 63% (12/19)
Rebounds (defensiv/offensiv): Bayreuth 33 (18/15), Bamberg 27 (21/6)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Bayreuth 10/19/10/2, Bamberg 13/12/2/7
Fouls: Bayreuth 18, Bamberg 13

Quelle: BBC Bayreuth Spielbetrieb GmbH (http://www.bbc-bayreuth.de/)