Peter Zeis (medi bayreuth) zieht zum Korb (Bild: Marcus Arth/www.marcusarth.de)

Über zwei Monate mussten das Team und die Fans von medi bayreuth warten – am Sonntag war es endlich soweit: Nach acht Niederlagen in Serie gab es endlich wieder einen Sieg des oberfränkischen Beko Basketball-Bundesligisten zu bejubeln. Im Kellderduell gab es gegen Schlusslicht WALTER Tigers Tübingen einen 68:53 (29:23) Heimerfolg, es war der vierte der laufenden Saison. Nach dem ersten Sieg unter dem neuen Trainer Michael Koch wurden die Abstiegsränge wieder verlassen. Beste Werfer waren für medi Nicolai Simon (15) und Brian Qvale (12), für die Gäste aus Tübingen Aleksandar Nadjfeji (16) sowie Alex Harris (15).

Vor 3.232 Zuschauern, darunter über 100 Fans der Gäste, entwickelte sich zunächst ein Spiel, in dem man beiden Teams anmerkte, um wie viel es an diesem Tag ging. Vor allem in der ersten Halbzeit gab es viele Fehlwürfe auf beiden Seiten. Die ersten Punkte netzte Kyle Weems für die Hausherren ein, der auffällige Routinier Aleksandar Nadjfeji glich in der zweiten Minute aus. Erstmals in Führung gingen die Schwaben dann durch Anatoly Kashirov. In der vierten Minute sorgte Kyle Weems zunächst für den 5:5 Ausgleich, dann holte Brian Qvale die Führung wieder nach Bayreuth. In den folgenden Minuten hatten die Tübinger im Abschluss viele Probleme, auf der Gegenseite verpassten es die Bayreuther jedoch, hier mehr Kapital zu schlagen. Nach dem 9:5 von Will Conroy – der in dieser Szene ein 3-Punkt-Spiel verpasste – kamen die Gäste bis zur sechsten Minute nach Körben von Alex Harris und Aleksandar Nadjfeji zum neuerlichen Ausgleich. Konzentiert blieb das medi-Team aber auch in dieser Phase und konnte sich wieder absetzen. Nach einem Dreier von Kyle Weems hieß es in der achten Minute 15:9 ehe Tübingen durch seine besten besten Schützen der Partie, Aleksandar Nadjfeji und Alex Harris bis auf 15:13 verkürzen konnte.

Das zweite Viertel eröffnete Beckham Wyrick mit einem umjubelten Dreier, dann legte Simon Schmitz in der zwölften Minute das 20:13 nach. Nach dem Anschluss von Branislav Ratkovica dauerte es bis zur 16. Minute ehe wieder ein Korb fiel. Peter Zeis setzte sich unter dem Korb durch und netzte zum 22:15 ein. Der Vorsprung schmolz jedoch schnell zusammen, denn Anatoly Kashirov und Alex Harris – per Dreier – verkürzten auf 22:20. Ganz wichtig war im direkten Gegenzug ein medi-Dreier. Nico Simon nahm Maß und traf zum umjubelten 25:20. Bis zur letzten Minute der ersten Halbzeit wuchs der Vorsprung nach Körben von Ronnie Burrell und Brian Qvale auf 29:21 an, dann sorgte Anatoly Kashirov für den Pausenstand.

Dreierserie im dritten Viertel

Zurück auf dem Parkett sorgte Kevin Hamilton mit einem Dreier zum 32:23 für das erste Highlight der noch jungen zweiten Hälfte. Doch auch auf der Gegenseite klappte es aus der Distanz, im Gegenzug netzte Alex Harris für die Schwaben ein. In der 22. Minute traf Aleksandar Nadjfeji gar zum 32:28. In der Offensive lief es für die Oberfranken weiter richtig gut. Nicolai Simon erhöhte mit einem Dreier, in der 23. Minute sorgte Phillipp Heyden an der Freiwurflinie dann für das 37:28. Dann hatten die Gäste nochmals eine starke Phase. Aleksandar Nadjfeji traf zweimal in Serie, beim zweiten Korb wurde er auch noch gefoult und verkürzte mit dem Bonus-Freiwurf zum 37:33. In der 25. Minute hieß es nach Punkten von Alex Harris sogar noch noch 37:35. Dann stand die medi-Defensive wieder gut, vor allem die neue Pressverteidigung in der Zone brachte die Gäste ein ums andere Mal in Bedrängnis. Auf der Gegenseite zappelte in der 26. Minute ein weiterer Simon-Dreier im Korb der WALTER Tigers, eine Minute später betrug der Vorsprung nach Punkten von Brian Qvale wieder neun Zähler. Dann trafen die distanzstarken Schützen beider Mannschaften nochmals: Erst Alex Harris für die Gäste, dann Nico Simon für das Heimteam- 47:38.

Der letzte Abschnitt begann mit Punkten von Tyrone Nash, dann wuchs der Vorsprung erstmals auf über zehn Punkte an. Zunächst verwandelte Simon Schmitz einen freien Dreier, dann Tom Spöler – 55:40 (33.), Auszeit Tübingen. Nach nur wenigen Sekunden traf dann Branislav Ratkovica von jenseits der 6,75 doch diesen Treffer beantwortete Simon Schmitz – und zwar ebenfalls mit einem weiteren Dreier. Bis zur 38. Minute gelang es den Gästen, den Rückstand auf 58:50 zu verkürzen, dann allerdings fiel die endgültige Entscheidung. Wiederum war es von jenseits der Dreierlinie und wiederum war es Nico Simon, der die Bayreuther Fans jubeln ließ. Die Gegenwehr der WALTER Tigers war nun gebrochen, so dass in der letzten Minute Brian Qvale und im Fast Break mit einem Dunking Will Conroy zum 68:51 trafen. Mit der Schlusssirene markierte Tyrone Nash den 68:53 Endstand, dann durfte im Bayreuther Lage endlich wieder gefeiert werden.

In der kommenden Woche pausiert der Spielbetrieb in der Beko BBL, das ALLSTAR Game steht an. Bei der Partie National gegen International steht kein Bayreuther Spieler im Aufgebot, so dass Michael Koch sein Team in Ruhe und ausführlich auf den nächsten Gegner vorbereiten kann. Der heißt im Oberfranken-Derby Brose Baskets. Das erste Spiel der Rückrunde findet am Sonntag, 26. Januar statt und wird live bei Sport1 übertragen. Jump ist deswegen erst um 20:15 Uhr.

Trainerstimmen:

Igor Perovic (WALTER Tigers Tübingen): „Gratulation an Mike zu seinem ersten Sieg als Bayreuther Coach. Sie haben den Sieg verdient. In der ersten Halbzeit haben beide Teams viele Fehler gemacht. Beide haben nicht viel getroffen. In der zweiten Halbzeit haben die Dreier von Bayreuth den Ausschlag zum Sieg gegeben, die Quoten waren einfach besser. Das war der Schlüssel für den Sieg heute Abend. Sie haben wichtige Würfe getroffen, wir haben die meisten verpasst. In der zweiten Halbzeit haben wir einige wichtige Würfe gemacht, es war aber nicht genug. Wir konnten den Ball nicht in die Zone bringen weil Bayreuth gut verteidigt hat. Bis auf Alex Harris haben sie jeden Spieler gut verteidigt. Ein großer Nachteil war dass Jonathan Wallace nicht spielen konnte. Er hat sich Freitag verletzt und ist einer der besten Spieler die wir haben.““

Michael Koch (medi bayreuth): „„Danke an Igor. Er hat es schon angesprochen, beide Mannschaften sind unter einem hohen Druck angetreten. Beide waren nervös und keiner hat zunächst seinen Rhythmus gefunden. Ich war mit der Defensive zufrieden. Wir haben in der ersten Halbzeit nur 23 Punkte abgegeben und 53 im gesamten Spiel. Das ist das, was wir uns in der Woche erarbeitet haben. Mit spielentscheidend war das Rebounding. Das ist eine Willenssache, da muss man da hin gehen, wo es weh tut. Wir haben 16 Offensivrebounds geholt, das ist ein Zeichen, dass die Mannschaft heute den Siegeswillen hatte. Dass wir uns noch verbessern müssen um weitere Erfolge einzufahren aber der erste Schritt ist gemacht. Wenn man nach so langer Zeit kein Spiel gewinnt dann kann so ein Sieg Berge versetzen. Und darauf setze ich, dass die Mannschaft wieder Selbstvertrauen gefasst hat.““

medi bayreuth – WALTER Tigers Tübingen 68:53 (15:13;14:10;20:15;19:15)

medi bayreuth: Simon 15, Qvale 12, Schmitz 8, Weems 7, Burrell 7, Conroy 6, Spöler 3, Wyrick 3, Hamilton 3 (10 Rebounds, 5 Assists), Zeis 2, Heyden 2, Chambers 0. Dreier: Simon 5, Schmitz 2, Weems 1, Wyrick 1, Hamilton 1, Spöler 1.

WALTER Tigers Tübingen: Nadjfeji 16, Harris 15, Nash 7, Kashirov 7 (6 Rebounds), Ratkovica 5 (3 Assists), Mittmann 3, Young 0, Radosavljevic 0, Albus 0. Dreier: Harris 3, Ratkovica 1, Mittmann 1.

Wurfquote Feld gesamt:Bayreuth 40% (24/60), Tübingen 37% (20/54)
Dreierquote:Bayreuth 52% (11/21),Tübingen 25% (5/20)
Freiwurfquote:Bayreuth 60% (9/15), Tübingen 53% (8/15)
Rebounds (defensiv/offensiv):Bayreuth 47 (31/16),Tübingen 32 (24/8)
Turnover/Assists/Steals/Blocks:Bayreuth 13/17/7/1, Tübingen 13/7/6/3
Fouls: Bayreuth 22, Tübingen 16

Quelle: BBC Bayreuth Spielbetrieb GmbH (http://www.bbc-bayreuth.de/)