Kevin Hamilton (medi bayreuth) gegen Phoenix Hagen - (Bild: Marcus Arth/www.marcusarth.de)

Ein völlig neues Gefühl bot sich den Spielern und Fans von medi bayeuth am frühen Sonntagabend: Zum ersten Mal in der laufenden Saison duften zwei Siege in Folge bejubelt werden. Eine Woche nach dem wichtigen Sieg gegen Vechta legte das Team von Michael Koch gegen Phoenix Hagen nach – und zwar mit einem Ausrufezeichen. Lohn der Mühe und des 90:71 (51:26) Erfolges ist das Vorrücken auf Platz 15 der Tabelle.

Überragender Werfer war am Abend Kyle Weems mit 27 Punkten, gefolgt von Brian Qvale (14), Ronnie Burrell (13) sowie Kevin Hamilton und Beckham Wyrick (je 10). Auf Hagener Seite kamen Larry Gordon (19), Mark Dorris (12) sowie Henry Dugat (10) auf zweistellige Werte.

Dass sich das Team von medi bayreuth etwas vorgenommen hatte merkte man von Beginn an. Zum Beispiel als Ronnie Burrell seinen zweiten Korb zum 4:0 gemacht wurde und seinen Emotionen freien Lauf ließ. Zwar verpasste er in dieser Situation das 3-Punkt-Spiel und Hagen kam in der dritten Minute zum 4:4 Ausgleich – am Start-Ziel-Sieg sollte dies jedoch nichts ändern. Bis zur fünften Minute spielten dann nur noch die Hausherren, die im Abschluss in den ersten 20 Minuten fast perfekte Quoten lieferten. Kevin Hamilton, Brian Qvale und per Dreier D.J. Seeley sorgten für das 13:4, die 3.080 Zuschauer in der Oberfrankenhalle quittierten dies mit Standing Ovations. Nach dem 15:8 von Hagens Mark Dorris wurde es dann sogar zweistellig: Erst legte Ronnie Burrell auf Brian Qvale ab, dann Brian Qvale auf Kyle Weems, der per Dreier das 20:8 merkierte. In der neunten Minute sorgte das sehenswerte Teamplay der Hausherren gar für das 26:10, wobei erst Ronnie Burrell auf Brian Qvale ablegte und dann diese beiden andersherum für Punkte sorgten. Für den Schlusspunkt, das 28:12, sorgte quasi mit der Viertelsirene Mannschaftskapitän Simon Schmitz.

Weems-Show im zweiten Viertel

In den ersten Minuten des zweiten Abschnitts hatten die Gäste aus Hagen ihre wohl beste Phase im Spiel. Hierbei profitierten die Feuervögel auch von einem unsportlichen Foul von Tom Spöler, wo zwar zunächst Henry Dugat einen Freiwurf vergab, im Rebound aber Keith Ramsey zum 30:19 (13.) verkürzte. Noch in der gleichen Minute kam Hagen nach einem Dreier von David Bell sogar bis auf 30:22 heran – Auszeit Bayreuth. Die Antwort auf den Hagener Lauf gab es danach auf dem Parkett. Kyle Weems traf doppelt und in der 15. Minute netzte auch Ronnie Burrell zweimal in Folge zum 39:24 ein. Diesmal nahm Hagens Trainer Ingo Freyer eine Auszeit, die aber nicht die gleiche Wirkung wie die Bayreuther kurz zuvor hatte. Im Gegenteil: Dreh- und Angelpunkt auf dem Feld war nun Kyle Weems, der bis zur 18. Minute neun Punkte in Folge markierte, unter anderem einen krachenden Dunking, der sogar noch mit einem Bonus-Freiwurf belohnt wurde. Nach einem Fast Break schloss er „seinen“ Lauf zum 48:24 ab. Nach Hagener Punkten von Mark Dorris und Larry Gordon an der Freiwurflinie krönte Kyle Weems die erste Halbzeit mit einem Dreier und seinen Punkten 18, 19 und 20 zum 51:28 Pausenstand.

Hagen holte an der Freiwurflinie auf

Das dritte Viertel begann mit einem 3-Punkt-Spiel von Brian Qvale, dem frühen vierten Foul von Henry Dugat und einer Auszeit, noch nicht einmal eine Minute war gespielt. Hagen stellte nun auf Zonenverteidigung, hatte die Hausherren besser im Griff und profitierte auch von nicht mehr so guten Bayreuther Wurfquoten. Außerdem gab es viele Foulpfiffe, durch die Spieler der Feuervögel immer wieder an die Freiwurflinie treten konnten. Alle elf Gästepunkte bis zum 58:39 (27.) fielen aus ruhender Position. Nachdem David Bell hier nach einem Foul beim Dreierversuch dreimal sicher verwandelte traf auf der Gegenseite Kyle Weems zum wichtigen 61:39. Nun sollten aber auch wieder Hagener Zähler aus dem Feld fallen, genauer gesagt von jenseits der 6,75 Meter. Zweimal war es Larry Gordon, der frei einnetzen und auf 61:45 verkürzen konnte. Erneut nahm Michael Koch eine Auszeit und bis zur Viertelpause wurde der Vorsprung wieder ein wenig ausgebaut.

Früh im letzten Viertel fiel dann die Vorentscheidung in der Partie. Nach einem 3-Punkt-Spiel von Ronnie Burrell konnte Beckham Wyrick zwei Dreier verwandeln, die das 74:47 (32.) bedeuteten. Zwar musste dann Ronnie Burrell mit dem fünften Foul vom Feld, was Hagen aber nicht nutzen konnte. Denn da war ja noch Kyle Weems, der in der 34. Minute beim 79:50 die höchste Führung des Abends markierte. In den letzten Minuten nahm das medi-Team dann das Tempo etwas heraus, was die Feuervögel zu eigenen Punkten nutzen konnte. Nach einem Dreier von Henry Dugat sowie einem Dunking von Dino Gregory verkürzte Phoenix in der 37. Minute auf 81:59, in den Schlusssekunden durfte Keith Ramsey mit einem weiteren Dunk im Fast Break das 89:71 markieren. Den Schlusspunkt setzte dann mit einem Freiwurf Simon Schmitz – anschließend durfte sich die Mannschaft im Bad in der Menge von den Fans feiern lassen.

Am kommenden Wochenende geht es für das Team von Michael Koch wieder auf Reisen. Diesmal macht der Mannschaftsbus beim Tabellenschlusslicht in Tübingen Station, das am Abend in Bonn lange führte, nach einem Einbruch im Schlussviertel jedoch eine klare 80:63 Niederlage hinnehmen musste. Erst einmal konnten die WALTER Tigers einen Heimsieg feiern (am 4. Spieltag gegen den MBC), die Oberfranken wollen hingegen endlich den ersten Auswärtssieg feiern. Der Fanclub Bayreuth BATS wird zu diesem wichtigen Spiel zwei Fanbusse einsetzen. Restplätze gibt es unter www.bayreuth-bats.de. Wer nicht mit nach Tübingen fährt kann das Spiel wie gewohnt live bei Radio Mainwelle verfolgen.

Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Glückwunsch an Mike und sein Team. Wir haben schon wie in Bremerhaven die Intensität nicht gefunden die man überhaupt braucht, um richtig Basketball zu spielen. Jeder Spieler muss sich an die eigene Nase fassen und die Rituale finden, die man braucht, um in so ein Spiel zu gehen. Um die richtige Körpersprache zu finden, wenn es hier vor vollem Haus gegen eine Mannschaft geht, die auch ums Überleben kämpft. Da muss man mental anders in das Spiel gehen und so sah die erste Halbzeit auch aus. Das erste und zweite Viertel war katastrophal, mit ganz schlechtem Zug zum Korb und sehr niedrigen Prozentzahlen im Nahbereich. Auf der anderen Seite fehlt die Intensität in der Verteidigung, wenn Bayreuth in der ersten Halbzeit 18 von 21 wirft. Daran kann man sehen, dass mein Team heute leider nicht da war. Wenn wir zu Hause spielen sieht es anders aus, da haben wir die Intensität. Wir müssen sehen, dass wir das auch auswärts hinbekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir mit Zone versucht Bayreuth aus dem Konzept zu bekommen, das war aber auch nur ein Strohfeuer und die Köpfe gingen wieder runter.“

Michael Koch (medi bayreuth): „Danke für die Glückwünsche. Das war für uns wieder ein enorm wichtiges Spiel, wir haben ja eigentlich nur noch Endspiele. Wir haben den nötigen Biss von Anfang an gehabt und den nötigen Rhythmus in der Offensive gefunden. Zu meiner Zeit in Bonn haben wir ja auch gegen Hagen gespielt und ein Vorsprung von 20 Punkten ist nicht immer ein sicheres Polster. Davor haben wir in der Halbzeit auch gewarnt. So ein Spiel muss man über 40 Minuten nach Hause bringen. Spielentscheidend war sicher mit das Rebounding, wir haben Hagen nur sieben Offensivrebounds gegeben. Das ist normal eine sehr starke Mannschaft am Brett. Die Verteidigung war sehr intensiv, wir waren von Anfang an parat und haben die einfachen Punkte weggenommen. Durch die ersten Würfe haben wir viel Selbstvertrauen gefunden, was in unserer Situation enorm wichtig ist. In der zweiten Halbzeit war wieder etwas der Schlendrian drin. Jeder Spieler, der eingewechselt wird, muss bereit sein, seinen Anteil zu geben. Nicht jeder war heute bereit, um alles zu geben. Das müssen wir noch abstellen.“

medi bayreuth – Phoenix Hagen 90:71 (28:12;21:16;14:19;25:24)

medi bayreuth: Weems 27, Qvale 14 (9 Rebounds), Burrell 13, Hamilton 10 (8 Assists), Wyrick 10, Seeley 8, Schmitz 6, Heyden 2, Spöler 0, Chambers 0, Simon 0. Dreier: Weems 4, Seeley 2, Wyrick 2.

Phoenix Hagen: Gordon 19, Dorris 12 (2 Assists), Dugat 10, Bell 8, Bleck 6, Ramsey 6 (6 Rebounds), Gregory 6, Fritze 2 (2 Assists), Kruel 2, Wendt 0, Khartchenkov 0, Dahmen 0. Dreier: Gordon 2, Bell 1, Dugat 1.

Wurfquote Feld gesamt: Bayreuth 56% (31/55), Hagen 34% (20/58)
Dreierquote: Bayreuth 36% (8/22), Hagen 20% (4/20)
Freiwurfquote: Bayreuth 77% (20/26), Hagen 87% (27/31)
Rebounds (defensiv/offensiv): Bayreuth 37 (29/8), Hagen 25 (18/7)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Bayreuth 20/23/7/4, Hagen 12/7/10/1
Fouls: Bayreuth 26, Hagen 24

Quelle: BBC Bayreuth Spielbetrieb GmbH (http://www.bbc-bayreuth.de/)