USC Eisvögel Freiburg: Premiere nach Maß

Die Eisvögel schlagen Tabellenführer Saarlouis in der „neuen“ Uni-Halle mit 83:68 (49:36). Dadurch gibt es in der Liga nun ein Führungstrio. Die Voraussetzungen hätten besser nicht sein können: die renovierte Uni-Halle bis zum letzten Sitzplatz gefüllt, die Eisvögel wieder so gut wie komplett, und dann auch noch der bis dahin ungeschlagene Tabellenführer zu Gast im Breisgau. Es war also angerichtet, und die Freiburgerinnen ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Die ersten Punkte erzielten sie gleich nach dem ersten Sprungball, und von da an war die Richtung vorgegeben: nur mit einem Sieg würden sie an diesem Tag zufrieden sein.

Dass dies gegen den amtierenden deutschen Meister kein Spaziergang werden würde, sollte niemanden überraschen. Dennoch: die Freiburgerinnen waren von Beginn an bestimmend und hatten keinerlei Berührungsängste mit den Gästen. Einziger negativer Nebeneffekt: schon nach zwei Minuten hatten die Freiburgerinnen die Teamfoulgrenze erreicht. Doch dies sollte später keine Rolle mehr spielen. Dank einer überragenden Trefferquote konnten die Eisvögel sich gleich zu Beginn absetzen, beim Stand von 21:7 war Gästecoach Rene Spandauw gezwungen, eine erste Auszeit zu nehmen. Bezeichnend für das Freiburger Selbstbewusstsein war ein Wurf von Sarah Hayes, den sie nach einem Ausrutscher im Rückwärtsfallen abschoss – und der dennoch den Weg in den Korb fand. Durch kleinere Fehler in der Freiburger Defensive konnte Saarlouis bis zur Pause noch etwas verkürzen. Das zweite Viertel verlief ähnlich, die Freiburgerinnen konnten die gefürchteten Schnellangriffe der Gäste weitgehend unterbinden und kamen selbst zu hochprozentigen Würfen. Konsequenz war der 49:36 Halbzeitstand – die Statistik wies für die Eisvögel zu diesem Zeitpunkt eine 70%ige Trefferquote aus dem Feld aus.

Im dritten Viertel konnten sich beide Mannschaften weitgehend neutralisieren, wobei der Vorsprung der Eisvögel bis auf eine Ausnahme (60:52, 28.Minute) immer zweistellig blieb. Doch auch in dieser Phase sorgte Lotte Höre mit zwei erfolgreichen Würfen von der Grundlinie gleich wieder für den alten Abstand. Überhaupt war dies die große Stärke der Freiburgerinnen an diesem Tag: sobald eine Leistungsträgerin von den Gästen gut in den Griff bekommen wurde, sorgte ein anderer Eisvogel für die wichtigen Punkte. Selbst Spielerinnen, die an diesem Abend wenig Einsatzzeit bekamen, brachten sich in diesen Minuten gewinnbringend ein.

Das Schlussviertel bot dann nochmals etwas Spannung, da die Saarlouis Royals immer wieder kurze Läufe hatten und es für eine Mannschaft dieser Qualität nicht ungewöhnlich ist, so ein Spiel doch noch zu kippen. Allerdings nicht an diesem Abend: die Eisvögel hatten meist postwendend eine Antwort parat, und als sie in der Schlussphase die entscheidenden Rebounds eroberten, war das Spiel zu ihren Gunsten entschieden. Nach dem letzten Ballgewinn konnten sie genüsslich die Zeit herunterspielen und sich von ihren Zuschauern für ein großartiges Spiel feiern lassen.

Somit stehen nun nach fünf Spieltagen mit Freiburg, Saarlouis und Marburg drei Teams punktgleich an der Tabellenspitze. Wenn es nach den Eisvögeln geht, darf sich dieser Trend ruhig fortsetzen. Gerne schon am kommenden Wochenende, wenn die Reise zum Auswärtsspiel beim direkten Verfolger aus Wolfenbüttel ansteht.

Foto: Achim Keller