Eisvögel gewinnen in Herne 71:75 (32:34) und sichern sich damit Platz fünf. Gegen aufopferungsvoll kämpfende Gastgeberinnen bleiben die Freiburgerinnen auch in der spannenden Schlussphase abgeklärt. Bereits die musikalische Untermalung zum Spielbeginn war symptomatisch: „The Final Countdown“ war es für die Hernerinnen, und auch wenn es nur noch ein Fünkchen Hoffnung gab: die Gastgeberinnen waren bestrebt, ihre letzte theoretische Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. So entwickelte sich eine hochintensive Partie, in der am Ende die Eisvögel die Nase vorne hatten, weil sie in den entscheidenden Phasen kühlen Kopf bewahrten.

Dass auch die Freiburgerinnen mit ordentlich Biss ins Ruhrgebiet gefahren sind, verdeutlichte bereits die erste Szene: zwar wurde der Eröffnungssprungball verloren, doch Sarah Hayes hechtete sich sofort nach dem fast aussichtslos wegrollenden Ball. Der Ballbesitz ging dennoch an Herne –doch ein erstes Zeichen war gesetzt. Im ersten Spielabschnitt neutralisierten sich die beiden Mannschaften weitestgehend – während die Hernerinnen oft hochprozentig in Korbnähe abschließen konnten, stachen auf Freiburger Seite die erfolgreiche Verteidigung und die Sicherheit beim Defensivrebound hervor. Diese ließ allerdings im zweiten Viertel merklich nach, sodass die Gastgeberinnen wieder in Führung gehen konnten (20:19). Es folgte die erste überzeugende Antwort: Mirna Paunovic wurde zweimal an der Dreipunktelinie freigespielt, traf beide Male – die Freiburgerinnen lagen wieder mit fünf Punkten vorne. Doch blieben sie unter dem eigenen Korb zu nachlässig, um sich schon frühzeitig abzusetzen. So konnte Herne bis zur Halbzeitpause wieder aufschließen (32:34).

Das dritte Viertel hatte dann zwei Gesichter: zunächst eine Druckphase der Hernerinnen, die sich zu Beginn sogar eine Vier-Punkte-Führung herausspielten. Dann wieder eine starke Reaktion der Eisvögel, die sich durch Ballgewinne und nun endlich konsequent zu Ende gespielte Schnellangriffe einen zweistelligen Vorsprung erarbeiteten (46:57). Kurz vor dem Schlussviertel verkürzten die Gastgeberinnen nochmals, doch die Eisvögel konnten gleich zu Beginn des letzten Viertels wieder kontern: durch ein Vier-Punkte-Spiel wurde der alte Abstand wiederhergestellt. Es folgte für einige Minuten ein offener Schlagabtausch, der ganz nach dem Geschmack der Eisvögel war. Doch dann die große Schlussoffensive: ein 11:0-Lauf der Hernerinnen sorgt für den Ausgleich, Mannschaft und Publikum wittern ihre Chance. Doch die Eisvögel reagieren abgeklärt: Natalija Bondarenko und Yvonne Turner sorgen aus nicht ganz alltäglichen Positionen wieder für einen kleinen Vorsprung der Eisvögel. Die letzten Minuten verbrachten die Freiburgerinnen dann vorwiegend an der Freiwurflinie und zeigten hier starke Nerven: 25 ihrer insgesamt 29 Freiwürfe verwandeln sie an diesem Abend – das entspricht einer Trefferquote von über 85%. So boten sie den Gastgeberinnen keine Chance mehr, nochmals gefährlich zu werden.

Für Herne bedeutet die Niederlage nach großem Einsatz endgültig den Abstieg in die 2.DBBL – und für die Eisvögel die Gewissheit, in der ersten Playoff-Runde auf Donau-Ries zu treffen. Ob zunächst auswärts oder zu Hause ist noch nicht klar und wird unter Umständen sogar erst beim letzten Heimspiel der Eisvögel entschieden. Nach dem aufreibenden Spiel in Herne kommt am kommenden Samstag der amtierende deutsche Meister aus Saarlouis zu ungewöhnlicher Uhrzeit (17:30 Uhr)zum letzten Hauptrundenspiel in den Breisgau.

Foto: Patrick Seeger