SC Rist Wedel: Tabellenführer niedergekämpft, Playoffs dennoch verpasst

Die 1. Herren hielten Wort und machten ihre Ankündigung, für den Einzug in die Playoffs der 2. Bundesliga Pro B im Duell mit Tabellenführer Schwelmer Baskets alles geben zu wollen, wahr. Das Team von Headcoach Özhan Gürel zeigte sein großes Kämpferherz und gewann beim Spitzenreiter mit 126:122. Drei Verlängerungen waren nötig, um die nicht minder rackernden Hausherren zu besiegen. Und dennoch: Da zeitgleich die Bayer Giants Leverkusen ihre Partie gegen den SC Rasta Vechta gewannen, beenden die Rister die Punktrunde auf dem neunten Platz und müssen in die Abstiegsrunde. Dort kommt es zum Vergleich mit den HolidayCheck Baskets Konstanz, dem Zwölften der Südstaffel.

„Schade, dass es mit den Playoffs nicht mehr geklappt hat“, sagte Coach Gürel im Anschluss an das Duell mit Schwelm, das einfach immer weiterging und kein Ende zu nehmen wollen schien. Die beiden Kontrahenten lieferten sich einen großartigen Kampf, der an Spannung kaum zu überbieten war. „Wir haben in der Offense super gespielt und gut gereboundet. Wie wir gekämpft haben, war unglaublich. Auch Schwelm wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Man hätte denken können, dass der Gegner einigen seiner Ersatzspieler mehr Einsatzzeit gibt, nachdem der erste Platz feststand, aber das war nicht der Fall“, sagte Gürel. Vor der Halbzeit haderte der Rist-Coach ein ums andere Mal mit der Verteidigung seiner Jungs. Nicht verwunderlich angesichts eines Zwischenstandes von 45:53 aus Wedeler Sicht nach 20 Minuten Spielzeit. Schwelm baute die Führung zu Beginn des dritten Abschnitts auf zwölf Punkte aus (58:46), doch die Rister ließen sich nicht abschütteln. In dieser Phase scorten Peter Huber-Saffer und David Gomez zuverlässig für die Grün-Gelben, gute zwei Minuten vor dem Ende des dritten Viertels stellte Tobias Wichers per Freiwurf dann wieder Gleichstand (67:67) her. Die Rister nutzten in der Folge weiterhin konsequent ihre Vorteile am Brett aus – neben Huber-Saffer und Gomez zeigte sich auch Marlon Pompey in starker Verfassung.

In die Schlussminute der regulären Spielzeit ging man mit einer hauchdünnen Führung (88:87 aus Rist-Sicht), 28 Sekunden vor dem vermeintlichen Ende lagen die Wedeler mit 92:87 in Front. Aber Schwelm wollte es noch mal wissen und verkürzte. Vier Sekunden vor Schluss trat Julius Dücker an die Freiwurflinie und verkürzte auf 91:94 aus Sicht der Gastgeber. Seinen zweiten Versuch traf er nicht, den Rebound sicherte sich sein Kollege David Bunts, der keine Zeit verlor und mit einem „Dreier“ die erste Verlängerung erzwang. „Das war unsere Schuld. Wir hätten beim Rebound besser aufpassen müssen“, so Gürel, dessen Team mittlerweile mit einer hohen Foulbelastung zu kämpfen hatte. Nach und nach kassierten Marlon Pompey, Steffen Kiese, Kay Gausa und Mac-Davis Duah ihr jeweils fünftes Foul und mussten ersetzt werden.

Die erste Zugabe offenbarte zunächst Schwelmer Vorteile. Die Hauherren brachten sich mit 100:95 in Führung, doch dann begann die große Zeit des Florian Moysich. Mit zwei „Dreiern“ innerhalb weniger Augenblicke drehte er das Geschehen. Huber-Saffer und Wichers erhöhten auf 104:101. Holmes glich im Alleingang wieder aus, doch nun schien der SC Rist den Sack zuzumachen: Eine Sekunde stand noch auf der Uhr, als Moysich zum Korb zog und verfehlte. Huber-Saffer schnappte sich den abprallenden Ball und vollendete zum 106:104 für den SC Rist. Was innerhalb von einer Sekunde so alles geschehen kann! Der Sieg für den SC Rist? Nein, denn die Unparteiischen hatten nach dem Treffer ein Foul von David Gomez ausgemacht und aus diesem Grund Schwelms Tom Doll an die Linie gebeten, der nervenstark zweifach einnetzte.

In der zweiten Verlängerung lief das Geschehen nun fast spiegelverkehrt ab. Diesmal legten die Rister vor, Schwelm kam zurück und lag 13 Sekunden vor dem Schluss der abermaligen Extra-Einheit mit 114:112 vorn. Unmittelbar vor dem Ertönen der Sirene übernahm erneut Moysich die Verantwortung und stellte den Spielstand wieder auf Remis (114:114). Und der Kapitän trumpfte weiter auf. Per „Dreier“ schoss er sein Team zu Beginn der dritten Verlängerung zum 117:114. Huber-Saffer legte im Alleingang vier Zähler nach. Doch das war’s noch nicht, denn die Hausherren kamen noch einmal. Neun Sekunden waren noch zu absolvieren, als Holmes zwei Schuss zum 122:124 aus Schwelmer Sicht verwandelte. Mit einem Foul brachte der Tabellenführer nun seinerseits Moysich an die Linie, der abgeklärt die letzten beiden Punkte der Partie erzielte. 15 seiner 22 Zähler markierte der Kapitän während der Verlängerung, auch Huber-Saffer war stets zur Stelle, doch herausheben wollte der Trainer dennoch keinen seiner Akteure: „Sie haben alle eine Super-Moral gezeigt. Jeder hat seinen Job gemacht und sehr intensiv gespielt. Wir waren unter dem Korb stark und sehr erfreulich ist auch, dass wir von außen so gut getroffen haben. Während des Spiels bekam ich die Nachricht, dass Leverkusen gewonnen hat und wir die Playoffs deshalb nicht mehr erreichen können. Aber wir haben uns gezwungen weiter zu kämpfen und nie aufgegeben.“ Gürel konnte sich angesichts der vielen Fouls (vier Akteure mit fünf, weitere vier mit vier Vergehen) auf die Tiefe seiner Bank verlassen und so die Ausfälle kompensieren. Immerhin handelte es sich bei den „ausgefoulten“ Ristern um drei Starter sowie Mac-Davis Duah. Bemerkenswert auch: Schwelms Coach Raphael Wilder wechselte während der gesamten Verlängerung nicht ein einziges Mal, sondern ließ die ganze Zeit seine „starting five“ auf dem Parkett.

Fest steht nunmehr, dass die Rister in den Playdowns auf die HolidayCheck Baskets Konstanz treffen, welche die Südstaffel auf dem zwölften Rang abschlossen. „Konstanz hat auf jeden Fall viel Qualität, u.a. einige starke Amerikaner. Das wird eine harte Aufgabe für uns“, so Gürel. Am 12. März findet das erste Spiel am Steinberg statt. Für die zweite Partie reisen die Rister dann rund 850 Kilometer gen Süden. Sollte ein dritter Vergleich im best-of-three-Modus nötig sein, findet dieser dann in Wedel statt.

Statistik:

Viertelergebnisse (aus Wedeler Sicht): 20:21, 25:32, 29:21, 20:20, 12:12 (1. Verlängerung), 8:8 (2. Verlängerung), 12:8 (3. Verlängerung)

SC Rist (Punkte): Huber-Saffer (30), Moysich (22), Pompey (18), Gomez (14), Wichers (11), Kiese (10), Laatzen (9), Duah (6), Delic (4), K. Gausa (2), Dostal, Parohl.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)