Die 1. Herren haben es geschafft! Das Finale um die Playoffs gegen die Herzöge Wolfenbüttel entwickelte sich zu einem echten Krimi, am Ende hatten die Rister vor über 800 restlos begeisterten Zuschauern in der vollgepackten Steinberghalle die Nase vorn. “Wir sind sehr glücklich, dass wir es geschafft haben. Mein Puls ist immer noch bei 200”, sagte Headcoach Özhan Gürel gut eine Viertelstunde nach dem Spiel, das im Rahmen des Jugendtages ausgetragen wurde.

“Es war kein schönes Spiel, aber sehr spannend. Beide Mannschaften haben Fehler gemacht und hatten eine Menge Ballverluste, aber wenn so viel auf dem Spiel steht, passiert so etwas”, meinte Gürel. Beiden Teams war die Nervosität in den Anfangsminuten anzumerken. Unsaubere Pässe und überhastete Aktionen waren sichere Indizien dafür. Ebenso deutlich: Die enorm hohe Intensität, die hüben wie drüben an den Tag gelegt wurde – anderes war bei dieser beeindruckenden Kulisse und der Bedeutung der Partie auch gar nicht möglich. Die Wedeler Sicherheit von jenseits der Dreierlinie im ersten Abschnitt verflüchtigte sich später vorübergehend, während auf Wolfenbütteler Seite im Laufe der Begegnung Dennis Nawrocki (5/8 “Dreier”) in dieser Hinsicht groß aufspielen sollte.

Nach zehn Minuten lag der SC Rist mit 21:19 in Führung. Mit einem Mini-Lauf (8:2) begannen die Rister den zweiten Durchgang, vermochten sich aber nicht abzusetzen. Es blieb durchgehend spannend und eng. Im Laufe des dritten Viertels gingen die Gäste kurzfristig in Führung, Gürels Team antwortete allerdings adäquat und ging mit einer hauchdünnen 55:53-Führung in die finalen zehn Minuten.

Ein erneut bärenstarker Anthony Pettaway traf wichtige Würfe, auch Kay Gausa und Mac-Davis Duah bewiesen in der umkämpften Schlussphase Nervenstärke und Verantwortungsbewusstsein für ihr Team. Die US-Amerikaner Michael Hart und Marquis Jones brachten die Herzöge zurück ins Geschäft. 28 Sekunden vor dem Ende verkürzte Jones an der Freiwurflinie auf 71:70. Sein Teamkollege Henje Knopke besaß wenige Sekunden darauf die Möglichkeit zur Führung, vergab unter dem ohrentäubenden Lärm der Wedeler Fans allerdings beide Chancen an der Linie. Auf der Gegenseite war Pettaway erfolgreich und traf in den letzten 14 Sekunden alle vier Freiwürfe. Sieben Sekunden vor Schluss hätte Jones per “Dreier” für Wolfenbüttel ausgleichen können – sein Versuch ging allerdings daneben. So war der Weg frei für zwei weitere Pettaway-Freiwürfe, die der Center verwandelte und damit weitere orkanartige Jubelstürme auslöste.

“Heute Abend wollen wir erst mal feiern. Mal sehen, was dann in den Playoff möglich ist. Da geht es wieder bei Null los. Ein großer Dank an die Fans für die Unterstützung. Ich glaube, in der Schlussphase wurde ein neuer Dezibelrekord für die Steinberghalle aufgestellt, so laut war es”, sagte Özhan Gürel. Seine Mannschaft bekommt es nach dem Satz auf den siebten Rang im Schlussklassement in der Meisterrunde mit dem Zweiten der Pro B Süd zu tun, den Giants Nördlingen. Am ersten März-Wochenende müssen die Rister zunächst in Nördlingen ran, das Heimspiel findet eine Woche darauf (Sonnabend, 10. März, 19:00 Uhr) in der Steinberghalle statt. Ein mögliches drittes Spiel der Serie würde am 13. März in Nördlingen über die Bühne gehen.

Statistik:

Viertelergebnisse: 21:19, 15:12, 19:22, 20:17

SC Rist (Punkte): Pettaway (21), Wischnewski (18), Johnston (13), Böke (10), Gausa (9), Duah (4), Lühring, Moysich, Laatzen, Lühring, Parohl, Ruppert.

Herzöge Wolfenbüttel (Punkte): Jones (19), Nawrocki (17), Hart (11), Owens (10), Knopke (7), Schwarz (4), Schubert (2), Adams, Cantürk.

Schiedsrichter: Holger Lohmüller / Bastian Bänsch

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)