Der Vorfreude auf das Play-off-Viertelfinale der 2. Bundesliga Pro B und das Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Vereinskameraden Kay Gausa folgte die kalte Dusche für die Basketballer des SC Rist. Vor mehr als 600 Zuschauern in der Steinberghalle unterlag der Vizemeister der Nordstaffel dem Süd-Dritten Weißenhorn Youngstars im ersten Spiel der Best-of-three-Serie 66:74 (32:37) und braucht nun zwei Siege zum Weiterkommen.

Für Gausa, der im Sommer 2012 zu ratiopharm Ulm gewechselt war, geriet die Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte mit dem Junior-Team des deutschen Vizemeisters somit zum Triumph. Zu den ersten, die dem Wedeler zum Sieg gratulierten, gehörte sein älterer Bruder Erwin (SC Rist II).

Bei Gausas übrigen ehemaligen Mannschaftskameraden dagegen herrschte Tristesse. „Wenn man die Spielstatistik betrachtet, hätten wir gewinnen müssen, aber wir waren zu schlecht im Abschluss“, sagte Power Forward Fabian Böke. Die Wedeler hatten das Rebound-Duell mit 45 zu 32 Abprallern deutlich gewonnen und auch besser aus der Nahdistanz getroffen, aber das reichte nicht gegen die hoch motivierten Gäste aus Schwaben.

„Das Spiel lief für uns von Anfang an schlecht, weil wir im Angriff nicht genug Entschlossenheit gezeigt haben“, sagte ein ebenfalls enttäuschter Rist-Headcoach Sebastian Gleim, dessen Team schon nach vier Minuten 2:8 in Rückstand lag. Damit war die Taktik des englischen Gäste-Coaches Tim Lewis früh aufgegangen. „Er hat uns eingeschärft, dass wir nun dann eine Chance haben, wenn wir als Team auftreten und hart verteidigen“, sagte Kay Gausa, der zur Ulmer Startfornmation gehörte, fast 31 Minuten auf dem Parkett stand und einmal aus der Ferndistanz traf.

Auch seine Teamkameraden zeigten, was sie sich im gemeinsamen Training bei den Ulmer Bundesliga-Cracks abgeschaut hatten. Der athletische Brian Butler erzielte acht seiner 19 Punkte per Dunking, ebenfalls zweistellig trafen Routinier Maksym Shtein (18) und der überragende Aufbauspieler Till-Joscha Jönke (24).

Beim SC Rist dagegen war Gleim mit der Leistung seiner Starting Five alles andere als zufrieden. Voll überzeugen konnten nur Böke und trotz eines doppelten Nasenbeinbruchs auch Paul Owusu, die auch die effektivsten Akteure im grün-gelben Trikot waren. Trotz aller Unzulänglichkeiten hätten die Wedeler die Partie fünf Minuten vor Schluss aber sogar noch drehen können. Nachdem Davey Hopkins auf 55:60 verkürzt hatte, scheiterte kurz darauf Böke mit einem Ferndistanzwurf, im Gegenzug erhöhte Shtein per Dreier auf 63:55.

Trotz der Auftaktniederlage rechnet sich Sebastian Gleim in Spiel zwei der Serie am Sonnabend, 6. April (15 Uhr) in Weißenhorn durchaus noch Chancen auf den Ausgleich und damit auf ein Entscheidungspiel in der Woche darauf in Wedel aus. „Wir waren in dieser Saison in Auswärtsspielen fast immer Außenseiter, und diese Rolle hat uns gut gestanden.“

Statistik: Viertel: 16:18, 16:19, 14:20, 20:17.

SC Rist (Punkte): Fabian Böke, Harold August Johnston (je 15), Paul Owusu, Davey Hopkins (je 10), Ismet Akpinar (8), Marvin Boadu (6), Marvin Adu (2), Kai Schlüter, Jonas Laatzen, Tim Parohl, Tobias Lange, nicht eingesetzt: Jamo Ruppert.

Quelle: SC Rist Wedel e.V. (http://www.scrist-wedel.de/)