Eisvögel gewinnen ihr Heimspiel gegen Donau-Ries mit 83:67 (43:28) und erzwingen damit ein Entscheidungsspiel. Und auch sonst konnte sich noch keine Mannschaft fürs Halbfinale qualifizieren. Manch ein Zuschauer, der bereits das Hinspiel in Nördlingen verfolgt hatte, hat sich in den Anfangsminute wohl verwundert die Augen gerieben: denn statt nervösem Abtasten wie noch in Donau-Ries starteten die beiden Teams mit schön anzusehenden Abschlüssen.

Nach einigen Minuten erreichte auch die Verteidigungsleistung beider Mannschaften Playoff-Niveau und das Spiel wurde unglaublich intensiv. Die Freiburgerinnen hatten dank Reboundüberlegenheit die etwas bessere Punktausbeute (21:16, 10.Minute), doch nach zwei Offensivfouls in Folge schien das Spiel wie schon beim Hinspiel eine bedenkliche Wendung zu nehmen. Beim Stand von 25:24 nahmen die Eisvögel eine erste Auszeit, justierten nach – und innerhalb weniger Minuten hatten sie sich dank toller Verteidigung auf fünfzehn Punkte Vorsprung abgesetzt. Die Halle stand Kopf, die Playoff-Atmosphäre war unmittelbar zu spüren, ein drittes Spiel bereits in Reichweite. Doch erst war eine Halbzeit gespielt…

In die zweite Hälfte starteten die Damen aus Donau-Ries sehr engagiert. Während die Freiburgerinnen erstmals einige Chancen ausließen, konnten die Gäste sich nun mehrmals durchsetzen und auch in Korbnähe abschließen. Doch kurz vor Viertelende sorgten zwei Freiburgerinnen wieder für beruhigte Nerven: Yvonne Turner zog zum Korb, spielte den Ball auf die nun freistehende Mirna Paunovic, die ihren Dreipunktewurf mit der Pausensirene aus der Ecke versenkte – 68:56, ein scheinbar sicherer Vorsprung. Diesen konnten die Eisvögel im Schlussviertel auch durchgehend verwalten, da sie nun ihre Angriffe geduldig zu Ende spielten – oft mit Erfolg. Und so durften sie in den Schlusssekunden den Beifall ihres Publikums genießen, der Kraft gibt für die Herkulesaufgabe am kommenden Freitag.

Dann geht es für das entscheidende dritte Spiel der Serie wieder nach Nördlingen. Der Gewinner dieses Spiels spielt dann bereits am Sonntag das erste Halbfinale, während für den Verlierer die Saison beendet ist. Da in den beiden bisherigen Spielen stets Kleinigkeiten ausschlaggebend waren für Sieg oder Niederlage, darf ein unglaublich spannender Ausgang erwartet werden. Beide Teams haben jetzt noch einmal einige Tage Zeit, an ein paar Stellschrauben zu drehen, doch bei dieser Arbeit sind sie nicht alleine: in der ersten Playoff-Runde hat es keines der acht DBBL-Teams geschafft, eine Serie vorzeitig mit zwei Siegen für sich zu entscheiden. So kommt es am kommenden Freitag in allen vier Hallen zum großen Showdown – mehr Freude kann einem die diesjährige Saison kaum bereiten!

Foto: A. Keller