Nach der knappen Niederlage am Wochenende zuvor hatte sich das junge Team von Friendsfactory Jahn München für das Heimspiel gegen DJK/ MJC Trier viel vorgenommen und war fest entschlossen endlich den heiß ersehnten ersten Saisonsieg vor eigenem Publikum einzufahren. Bevor jedoch überhaupt jeder der 120 Zuschauer Platz genommen hatte, musste Headcoach Rüdiger Wichote nach einem 11:0 Lauf der Gäste bereits zur ersten Auszeit greifen. Friendsfactory wirkte in diesen ersten Minuten völlig verkrampft und etwas überrumpelt durch die konsequente Spielweise des Gegners, der schon in dieser frühen Phase des Spiels seine Stärken am Brett auszuspielen wusste, was einen Vorgeschmack auf den Rest des Nachmittags geben sollte.

Obwohl die Münchnerinnen nach dem katastrophalen Start etwas besser ins Spiel kamen, gelang es zu keinem Zeitpunkt den Abstand entscheidend zu verringern und den Gegner ernsthaft in Gefahr zu bringen. Zu unentschlossenen unter den Körben und glücklos bei den Distanzwürfen zeigte sich das Spiel des Aufsteigers in dieser Partie. Ganz anders die Gegnerinnen aus Trier, bei denen vor allem die Innenspielerinnen Celeste Stevenson (24 Punkte, 13 Rebounds) und Nadine Grieb (15 Punkte, 18 Rebounds) dem Spiel ihren Stempel aufdrückten und zusammen 31 mal an der Freiwurflinie standen. „Wir wusste natürlich schon vor dem Spiel, dass Trier unter den Körben unglaublich stark ist und hatten uns vorgenommen dagegenzuhalten, was uns leider nur selten gelungen ist“, bestätigt Friendsfactorys Rüdiger Wichote. Darüber hinaus zeigte sich der Gast aus Trier sehr ausgeglichen in der Offensive, insgesamt punkteten fünf Spielerinnen zweistellig, sodass am Ende ein verdienter 63:82 Erfolg zu Buche stand. Zu den Lichtblicken für Friendsfactory gehörten Sophie Eder, die ihr Team mit 15 Punkten in Sachen Scoring anführte, sowie die nach Verletzung genesene Hannah Eitel, die bei ihrer Rückkehr eine gute Vorstellung bot.

Nach der erneuten Heimniederlage war bei Friendsfactory ein klein wenig Enttäuschung zu sehen, auch wenn die Probleme im bisherigen Saisonverlauf angesichts des extrem jungen Durchschnittsalters (21 Jahre), der Verletzungsprobleme und des schwierigen Spielplans nicht völlig unerwartet kommen. Dennoch wollte Rüdiger Wichote diese Gründe allein nicht gelten lassen: „Wir haben basketballerisch absolut die Möglichkeit gegen jeden Gegner in dieser Liga zu bestehen, aber momentan schaffen wir es im Kopf nicht, auch wirklich zu glauben, dass wir gewinnen können.“ Eine gute Gelegenheit dies zu ändern bietet das Auswärtsspiel am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) bei dem bisher ebenfalls sieglosen Team aus Würzburg.

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Foto: P. Oedinger