Ausgelassener Jubel der ganzen Mannschaft auf dem Feld, Begeisterung, aber auch jede Menge Erleichterung bei den Fans nach 40 Minuten Nervenkitzel pur – das war nach dem ersten Heimsieg der Saison für Friendsfactory Jahn München in der Weltenburgerstraße zu sehen. Diese emotionale Reaktion war aber nach dem 69:68 Thriller gegen den Lokalrivalen alles andere als verwunderlich. Nun aber zuerst zum Spiel, in das Friendsfactory nach dem ersten Saisonsieg am vergangenen Wochenende in Würzburg mit jeder Menge Selbstvertrauen und höchster Konzentration startete. Nach wenigen Minuten stand es nach einigen gelungenen Angriffsaktionen und einem leicht verunsicherten Beginn der Aiblingerinnen bereits 11:4 für Friendsfactory.

In der Endphase des ersten Viertels kamen die Gäste aber in der Offensive zunehmend besser ins Spiel und konnten sich bis zum Ende des ersten Spielabschnitts sogar eine 20:21 Führung erspielen. Auch im zweiten Viertel sahen die Zuschauer ein sehr ausgeglichenes und unglaublich intensiv geführtes Zweitligaspiel auf hohem Niveau. Seitens der Münchnerinnen waren es die Guards Nicole Schmidt und Hannah Eitel, die in dieser Phase das Tempo hochhielten. Auch die Gäste aus Aibling, insbesondere deren Spielmacherin Latoya Cunnigham, waren stets um ein schnelles Angriffsspiel bemüht, sodass sich ein äußerst attraktives Spiel entwickelte, das mit einem denkbar knappen 32:33 zugunsten der Gastgeber in die Halbzeitpause ging.

Druckvoll und mit viel Zug zum Korb starteten die Gastgeberinnen anschließend in die zweite Halbzeit. Insbesondere Neuzugang Caro Sterner, in ihrem zweiten Spiel für Friendsfactory erneut gemeinsam mit Nicole Schmidt (jeweils 20 Punkte) Topscorerin, fand in dieser Phase immer wieder den Weg zum Brett und erzielte allein in den ersten vier Minuten des dritten Viertels 8 schnelle Punkte. Wie nicht anders erwartet kam Aibling jedoch zurück ins Spiel und konnte bis zur Viertelpause auf 52:50 verkürzen. Die Zuschauer konnten sich also auf ein spannendes Schlussviertel einstellen und sie sollten nicht enttäuscht werden. Nach einem leichten Durchhänger zu Beginn des Schlussabschnitts kämpfte sich Friendsfactory wieder heran, sodass die Partie bis zum Ende eng blieb. Etwa eine halbe Minute vor Schluss konnte Friendsfactory mit 69:67 in Führung gehen, was jedoch für Aibling die Gelegenheit zu einem weiteren Angriff offen ließ. Karin Schübel ging nach einem Foul wenige Sekunden vor Schluss an die Freiwurflinie und verwandelte zunächst souverän zum 69:68. Der zweite Freiwurf verfehlte jedoch denkbar knapp sein Ziel. Friendsfactory sicherte sich den Rebound und konnte den heiß ersehnten ersten Heimsieg verbuchen. „Unser guter Start heute war sehr wichtig, noch entscheidender war jedoch, dass wir auch nach Rückschlägen wieder zurückgekommen sind“, sagte ein strahlender Headcoach Rüdiger Wichote nach Spielende.

Für Friendsfactory Jahn München geht es in zwei Wochen (10.12.) mit einem Auswärtsspiel in Leimen weiter, bevor dann am 18.12. um 15:45 Uhr das letztes Heimspiel in diesem Kalenderjahr gegen Viernheim ansteht.

Foto: P. Oedinger