Der Freitag wird zum Feier-Tag: Freiburg gewinnt auch das zweite Halbfinalspiel gegen den Tabellenersten Marburg mit 89:68 (55:32) und zieht damit erstmals ins Finale um die deutsche Meisterschaft ein. Finalserie statt Abstiegskampf: wer nach dem Abgang zahlreicher Leistungsträgerinnen zu Saisonbeginn auf diesen Ausgang getippt hätte, wäre noch belächelt worden. Glücklicherweise ist Basketball eine Mannschaftssportart und nicht nur eine Aneinanderreihung von Einzelleistungen. Nur so konnte dieser Traum nun doch Wirklichkeit werden. Dank einer engagierten Teamleistung behielten die Eisvögel in der brechend vollen Uni-Halle die Oberhand und setzen sich gegen das beste Team der Hauptrunde durch.

Dass es ein guter Abend für die Eisvögel werden könnte, deutete sich bereits früh an. Motiviert von der großartigen Kulisse gelang ihnen unter großem Jubel gleich im ersten Angriff der Gäste ein Ballgewinn – dieser wurde zwar nicht verwertet, dafür schlossen die Eisvögel die darauffolgenden vier Angriffe erfolgreich ab. Bereits nach vier Minuten (13:6) musste Marburg mit einer ersten Auszeit reagieren. Danach kamen die Gäste etwas besser ins Spiel, konnten sich über erfolgreiche Freiwürfe wieder herantasten. Doch dann geschah, was noch oft an diesem Abend vorkommen sollte: die Eisvögel fanden die passende Antwort. Zunächst wurde der Vorsprung bis zur Viertelpause wieder etwas ausgebaut, und dann folgte ein Traumstart in das zweite Viertel. Nach zahlreichen Schnellangriffen und erfolgreich abgeschlossenen Spielzügen stand es plötzlich 38:19 – die Eisvögel hatten sich in einen Rausch gespielt. Nach einer erneuten Auszeit ließ Marburg wieder kurzzeitig seine Klasse aufblitzen und kam zu einigen guten Abschlüssen. Doch dies konnte nichts am deutlichen Vorsprung der Freiburgerinnen ändern – mit 23 Punkten Vorsprung ging es in die Halbzeitpause. Gegen viele Mannschaften hätte dieser Vorsprung unter Umständen schon eine Vorentscheidung bedeutet. Aber auch gegen Marburg?

Ganz wohl kann es den meisten der Freiburg Fans zumindest nicht gewesen sein, als die Marburgerinnen sich zu Beginn der zweiten Halbzeit kurzzeitig Vorteile erspielten. Die Eisvögel leisteten sich nun einige Ballverluste und Fehlwürfe, während die Gäste sich sicherer zeigten. Doch wie zuvor war dies nur von kurzer Dauer. Die Freiburgerinnen brachten sich durch Ballgewinne wieder selbst ins Spiel, und anschließend gelangen auch wieder sehenswerte Abschlüsse im Halbfeldspiel. Die Konsequenz: eine beruhigende Führung zu Beginn des Schlussviertels (76:48). Die Gäste, mit dem Rücken zur Wand, starteten ein letztes Aufbäumen. Durch Korbleger und zweite Chancen arbeiteten sie sich wieder heran, während bei den Eisvögeln für wenige Minuten die Sicherheit im Abschluss verloren ging. Doch gerade als das Spiel doch noch zu kippen drohte, folgte die nun entscheidende Reaktion der Eisvögel: Jahzinga Tracey beendete die Dürreserie mit einem erfolgreichen Korbleger nach einem Ballgewinn, gleich darauf verwandelte Yvonne Turner zwei Freiwürfe. Da diese Freiwürfe Folge eines unsportlichen Fouls waren, bekamen die Eisvögel sogar noch den darauffolgenden Ballbesitz, den Sissi Höre mit einem Dreipunktwurf krönen konnte. Als dann auch noch Natalija Bondarenko sich unter dem Korb durchsetzte und zum 87:66 einnetzte, war das Spiel entschieden. Zu diesem Zeitpunkt hielt es längst keinen mehr auf den Sitzen in der Freiburger Uni-Halle: die Halle stand, feierte, trommelte – und mit der Schlusssirene kam die endgültige Gewissheit: die Eisvögel sind zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte im Finale um die deutsche Meisterschaft.

Die Finalserie startet am kommenden Freitag in Wasserburg, bevor am Sonntag (17.04.) dann das erste Heimspiel in der Serie „Best of Five“ stattfindet.

Foto: P. Seeger