Ronnie Burrell / medi bayreuth (Bild: Marcus Arth/www.marcusarth.de)

Was für eine Erleichterung! Noch lange nach Spielende – die Trainer saßen bereits in der Pressekonferenz – ließen sich die Spieler von medi bayreuth von ihren Fans feiern. Es war zu spüren, welch große Last nach dem 82:70 (39:37) Heimsieg über Aufsteiger RASTA Vechta von den Schultern aller fiel. Durch den Sieg sicherte man sich auch den direkten Vergleich und kletterte wieder auf Platz 16. Alle neun eingesetzten Spieler punkteten, sechs davon zweistellig: Kyle Weems (15), Ronnie Burrell (14), D.J. Seeley (13), Brian Qvale (11, 10 Rebounds) und Kevin Hamilton (11, 9 Assists) sowie Beckham Wyrick (10). Für Vechta waren Richard Williams (15), Will Conroy und Dirk Mädrich (beide 14) und Brandon Bowman (12) die besten Werfer.

Vor 3.008 Zuschauern, darunter rund 30 mitgereisten Fans aus Niedersachsen, begannen beide Teams ohne großes Abtasten. Vechta ging durch Punkte von Dirk Märdrich und Freiwürfe des noch vor wenigen Wochen für Bayreuth spielenden Will Conroy mit 0:4 (2.) in Führung. Nach den ersten Punkten von Kyle Weems gelang in der dritten Minute durch einen Dreier von D.J. Seeley die erste Bayreuther Führung, die Ronnie Burrell noch in der dritten Minute auf 7:4 ausbauen konnte. Auf den Ausgleich von Andrew Rudowitz durch einen Dreier antwortete Ronnie Burrell, ebenfalls per Distanzwurf und letzte kurz darauf im Fast Break das 12:7 nach. In der sechsten Minute erhöhte Kyle Weems gar auf 14:7. Anschließend brauchte es nur zwei erfolgreiche Würfe und Vechta war wieder bis auf einen Zähler dran, denn sowohl Dirk Mädrich als auch Richard Williams trafen von jenseits der 6,75 Meter. Der knappe Vorsprung hielt bis in die letzten Minuten, nach einem sehenswerten Dunking von Brandon Bowman sorgte Philipp Heyden mit einem 3-Punkt-Spiel für den 23:19 Stand nach zehn Minuten.

Vechta egalisiert Rückstand von neun Punkten fast vollständig

In der zwölften Minute netzte Nico Simon einen Dreier zum 26:21 ein, was die erste Auszeit des Abends zur Folge hatte. Auch nach der von den Gästen einberufenen Lagebesprechung spielten vornehmlich die Hausherren. Erneut war es Ronnie Burrell, der in der 15. Minute einen Dreier traf – 31:22. Auf der Gegenseite tat es ihm Richard Williams gleich und nur wenige Sekunden später zappelte auch ein Distanzwurf von Kevin Hamilton zum 34:25 in den Maschen. In der 17. Minute bat auch Michael Koch seine Mannschaft zu einer Auszeit, nachdem für Vechta zwei weitere Dreier – durch Richard Williams und Brandon Bowman – zum 36:33 fielen. Nach einem 3-Punkt-Spiel von Brian Qvale gehörten die letzten beiden Aktionen Will Conroy, der zum 39:37 Pausenstand traf.

Blitzstart legte Grundstein zum Erfolg

Wer nicht rechtzeitig nach der Halbzeit wieder auf seinem Platz saß, der verpasste die ersten medi-Punkte des dritten Viertels. Nach gerade einmal acht Sekunden verwandelte D.J. Seeley einen Dreier, dem schnelle Punkte von Brian Qvale und im Fast Break von Kevin Hamilton folgten. Nach nur 78 Sekunden gab es somit die nächste Auszeit der Niedersachsen, die sich nach dem 46:37 erst einmal sammeln mussten. Zwar verkürzte man durch einen Dreier von Brandon Bowman zunächst, doch bis zur 25. Minute punkteten nur noch die Hausherren. Hier wurde es nach einem Fast Break, den D.J. Seeley mit einem Dunking abschloss, beim 51:41 erstmals zweistellig. In der Folge sorgten weitere Dreier, erzielt von Beckham Wyrick und Kyle Weems, für Jubel auf den Tribünen. Und auch eines von neun Zuspielen von Kevin Hamilton wurde besonders gefeiert, denn der Point Guard fand auf dem Rücken liegend die Lücke zu Brian Qvale, der das 61:47 (27.) erzielen konnte. Nach Fast Break Punkten von Jacob Doerksen und einer medi-Auszeit in der 29. Minute durfte sich auch Beckham Wyrick in die Reihe der Dreier-Schützen einreihen ehe zwei Freiwürfe von Will Conroy das 64:53 nach 30 Minuten bedeuteten.

In den ersten Minuten des letzten Abschnitts legten die Koch-Schützlinge weiter nach. Nach dem dritten Dreier von D.J. Seeley in der 35. Minute zum 73:55 war die höchste Führung der Partie zu verzeichnen. Vechta holte eine Minute später nach einem Dreier von Brandon Bowman zum 73:60 auf und versuchte, bei einer Niederlage wenigstens den direkten Vergleich zu sichern. Doch dagegen hatte das medi-Team etwas. Nach einem Alley-Oop von Kyle Weems, aufgelegt von D.J. Seeley zum 77:60 (37.) war nicht nur die Vorentscheidung im Spiel sondern auch in Sachen Vergleich gefallen. Der Vorsprung wuchs sogar noch weiter an, in der 39. Minute zog zunächst Kevin Hamilton einmal quer über das Feld, dann legte Beckham Wyrick gar das 82:64 nach. In den letzten Sekunden konnte Vechta dann noch Ergebniskorrektur betreiben, für den 82:70 Endstand sorgte kurz vor Ende Brandon Bowman.

Für (mindestens) eine Woche liegt medi bayreuth nun wieder über der Abstiegslinie. In genau einer Woche soll sich daran im idealfall auch nichts ändern, wenn es ab 17 Uhr zum Heimspiel gegen Phoenix Hagen kommt. Das Hinspiel bei den Feuervögeln ging am vierten Spieltag nur knapp mit 92:86 verloren.

Trainerstimmen:

Patrick Elzie (RASTA Vechta): „Gratulation an Mike und Bayreuth zum verdienten Sieg. Wir haben uns mehr vorgenommen, ich denke beide Mannschaften wussten um die Wichtigkeit des Spiels. Mike hat seine Mannschaft gut auf uns eingestellt. In der ersten Halbzeit haben wir ordentlich gespielt aber wir sind im dritten Viertel nicht mit der richtigen Intensität herausgekommen. Wir hatten besprochen dass wir nicht so flach kommen wollen aber genau das ist passiert. Das ist unerklärlich. Wir haben noch ein paar Spiele und ich hoffe, wir bekommen irgendwann die Kurve. Das war heute ein herber Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt aber es ist noch nicht alles vorbei.“

Michael Koch (medi bayreuth): „Danke für die Glückwünsche. Ich möchte zum Spiel gar nicht so viel sagen. Es ist immer eine Art der Herangehensweise an eine Mannschaft, die so lange nach einem Erfolgserlebnis gesucht hat. Wir haben es einige Wochen mit positiven Einflüssen versucht und haben nach dem Spiel in Oldenburg entschieden dass die Vorgehensweise geändert werden muss. Wir haben das Spiel zum Do or Die Spiel kristallisiert, die Gangart im Training ist von Seiten der Coaches verschärft wird. Es wird mit Lob gespart, mehr kritisiert, mehr gebrüllt. Das ist ein Versuch, an die Mannschaft heranzukommen und das ist uns heute gelungen. Wir haben mit viel Emotionen gespielt und gut verteidigt, trotzdem kann ich nicht ganz zufrieden sein. Der Schlendrian, der in den letzten drei Minuten eingekehrt ist, war ein Rückschlag alte Zeiten. Wenn man einen Gegner in den Seilen hat muss man ihn halten und darf ihn nicht mehr herauslassen. Das haben wir der Mannschaft in der Kabine auch gleich gesteckt, es gab nicht nur positives sondern haben es auch gleich in die Köpfe gebracht.“

medi bayreuth – RASTA Vechta 82:70 (23:19;16:18;25:16;18:17)

medi bayreuth: Weems 15, Burrell 14, Seeley 13, Qvale 11 (10 Rebounds), Hamilton 11 (9 Assists), Wyrick 10, Simon 3, Heyden 3, Schmitz 2. Dreier: Seeley 3, Burrell 2, Wyrick 2, Weems 1, Hamilton 1, Simon 1.

RASTA Vechta: Williams 15, Conroy 14 (7 Rebounds, 4 Assists), Mädrich 14, Bowman 12, Rudowitz 5, Jarchow 4, Doerksen 4, Weber 1, Igbavboa 1, Butts 0, Stückemann 0, Krause 0. Dreier: Bowman 3, Williams 3, Conroy 1, Rudowitz 1, Mädrich 1.

Wurfquote Feld gesamt: Bayreuth 52% (32/61), Vechta 38% (23/61)
Dreierquote: Bayreuth 42% (10/24), Vechta 43% (9/21)
Freiwurfquote: Bayreuth 62% (8/13), Vechta 71% (15/21)
Rebounds (defensiv/offensiv): Bayreuth 38 (25/13), Vechta 32 (19/13)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Bayreuth 16/19/5/4, Vechta 12/10/11/0
Fouls: Bayreuth 22, Vechta 18

Quelle: BBC Bayreuth Spielbetrieb GmbH (http://www.bbc-bayreuth.de/)