Eisvögel unterliegen im ersten Viertelfinalspiel mit 72:80 (34:46). Die Gäste lagen fast die gesamte Spielzeit deutlich in Führung – bis es kurz vor Schluss doch noch richtig spannend wurde.

Um 19:33 Uhr war die Freiburger Welt noch in die Ordnung: mit zwei schnellen Pässe wurde gerade die Wasserburger Verteidigung überspielt und der Ball landete in Jahzinga Traceys Händen, die damit die ersten Punkte der Partie erzielen konnte. Es war die erste und letzte Führung der Eisvögel in diesem Spiel. Denn von nun an übernahmen die Gäste das Kommando: während die Freiburgerinnen unter dem Wasserburger Korb viele Möglichkeiten ungenutzt ließen, zeigten die Gäste ihre ganze spielerische Klasse und nutzten jede Freiburger Unachtsamkeit aus. Nach acht Minuten stand es 8:20, und den Eisvögeln schien das Spiel bereits jetzt zu entgleiten. Erst zwei erfolgreiche Aktionen von Yvonne Turner brachten zum Viertelende wieder Hoffnung in die Uni-Halle (16:26). Doch bis zur Halbzeitpause sollte sich an der deutlichen Führung der Gäste nichts mehr ändern.

Der Start ins dritte Viertel war hingegen vielversprechend für die Eisvögel: ein Dreipunktewurf von Mirna Paunovic ließ den Rückstand erstmals nach langer Zeit wieder einstellig werden, und es wurde erstmals richtig laut in der Halle. Doch die Wasserburgerinnen nutzten all ihre Routine, um auch in dieser Situation richtig zu antworten: sechs Punkte in Folge schafften wieder ein Polster zwischen die beiden Teams. Die Gäste waren nun in bester Spiellaune: fast jeder Angriff wurde genüsslich zu Ende gespielt, um mit wenigen verbleibenden Sekunden auf der Wurfuhr erfolgreich einzunetzen. Die Freiburgerinnen waren der Verzweiflung nah, nach zwischenzeitlich 18 Punkten Rückstand (40:58, 26. Minute) sorgte Svenja Brunckhorst mit einem Last-Minute-Treffer zumindest noch für einen angenehmeren Pausenstand (50:65) vor dem Schlussviertel. Zunächst waren die Wasserburgerinnen aber dadurch nicht zu beeindrucken, unbeirrt setzten sie ihre Angriffsbemühungen fort. Doch nun kämpften die Freiburgerinnen um ihre Ehre: Punkt für Punkt konnten sie sich an den deutschen Meister herantasten, und plötzlich war auch jedem Beobachter in der Uni-Halle klar, dass dieses Spiel noch nicht entschieden war.

Beim Stand von 60:70 nahm Gäste-Coach Hansi Brei eine erste Auszeit, um den Lauf der Eisvögel zu bremsen, dann zwei Minuten später erneut (65:72). Die Freiburgerinnen waren auf einmal wieder in Schlagweite, und hatten kurze Zeit später bei einem Fünf-Punkte-Rückstand und eigenem Angriff die Chance, bis auf einen Korb an die Gäste heranzurücken. Für kurze Zeit wackelten die Gäste bedenklich – doch am Ende profitierten sie erneut von Fehlern der Eisvögel, wie sie an diesem Abend häufiger vorkamen: zwei Unachtsamkeiten beim Rebound und im Angriff, und das Spiel war entschieden.

Glücklicherweise ist noch nichts verloren: am kommenden Samstag haben die Eisvögel die Chance, in Wasserburg die Playoff-Serie auszugleichen und ein entscheidendes drittes Spiel in Freiburg zu erzwingen.

Foto: Patrick Seeger