Kyle Weems / medi bayreuth (Bild: Marcus Arth/www.marcusarth.de)

Beko BBL: medi bayreuth gewinnt gegen TBB Trier

Grenzenloser Jubel herrschte in den letzten Minuten des vierten Viertels: Die Weichen im Heimspiel gegen die TBB Trier waren schon lange auf Sieg gestellt, die La Ola-Welle schwappte durch die Oberfrankenhalle und über 3.000 Zuschauer skandierten „Bundesliga, Bayreuth ist dabei!“ Durch einen ungefährdeten 80 zu 61 Erfolg über angeschlagene Moselstädter wurden alle Zweifel am Klassenerhalt beseitigt. Durch die Niederlage von Braunschweig in Bonn klettert das Team von Michael Koch sogar auf den 14. Tabellenplatz. Beste Werfer waren Kyle Weems (17), Phillipp Heyden (15), D.J. Seeley (14) sowie Kevin Hamilton und Ronnie Burrell (je 10). Für die Gäste kamen Jermaine Anderson (14) und Warren Ward (12) auf eine zweistellige Punktzahl.

Bei den Gästen fehlten mit Trevon Hughes und Laurynas Samenas zwei wichtige Spieler, zudem steckte der TBB noch das Spiel gegen Berlin vom Freitag in den Knochen – ein Umstand, den sich die Hausherren schnell zu Nutzen machten. Die erste Führung ging jedoch an Trier, Warren Ward traf zum 0:2. Bis zum 4:6 (2.) hielt diese an, dann war medi-Topscorer zur Stelle. Zunächst sorgte Kyle Weems für den Ausgleich und die erste Bayreuther Führung, dann erzielte er im Fast Break nach einem Steal per Dunking das 10:4. Als in der vierten Minute D.J. Seeley noch einen Dreier nachlegte reichte es Gästetrainer Henrik Rödl – er zog beim Stand von 13:4 seine erste Auszeit. Es sollte nicht lange dauern, da waren die Trierer Spieler erneut um ihren Trainer versammelt, denn bis zur achten Minute bedeutete ein weiterer 6:2 lauf das 19:8. Besonders sehenswert war ein spektakulärer No Look-Pass von Kevin Hamilton hinter dem Rücken, der den unter dem Korb stehenden Brian Qvale fand. Nach der zweiten Auszeit lief es bei den Moselstädtern besser, einem Dreier von Marin Petric folgte in der neunten Minute das 21:14 von Vitalis Chikoko, was die erste medi-Auszeit zur Folge hatte. Nach erfolgreichen Freiwürfen von Kevin Hamilton und Kyle Weems hieß es nach dem ersten Abschnitt 25:14 für die Hausherren.

Phillipp Heyden baut die Führung aus

Das zweite Viertel begann aus Bayreuther Sicht mit einem absolut sehenswerten Spielzug. Nach dem 25:16 von Mathis Mönninghoff setzte Kevin Hamilton Kyle Weems gekonnt in Szene. Gäbe es ein Sammelheft über den deutschen Basketball, so wäre der Alley Oop zum 27:16 das ideale Motiv für ein Klebebildchen! In der 14. Minute erhöhte Kevin Hamilton per Dreier auf 30:18, dann reduzierte Warren Ward den Rückstand mit einem erfolgreichen 3-Punkt-Spiel wieder. In der 15. Minute begann dann die Zeit von Phillipp Heyden. Mit einem Dunking erzielte er seine ersten Punkte, dann legte er ein 3-Punkt-Spiel zum 35:21 nach. Auch die nächsten vier medi-Zähler gingen auf das Konto des Centers, der somit für das 39:24 (17.) sorgte. Der Vorsprung von 15 Punkten hielt bis zur Pause, mit zwei Freiwürfen sorgte D.J. Seeley für den 43:28 Halbzeitstand.

Trier halbiert 20 Punkte-Rückstand

Mathis Mönninghoff von der TBB Trier eröffnete auch die zweite Halbzeit, diesmal mit einem Dreier. Noch in der ersten Minute verkürzte Andreas Seiferth mit einem 3-Punkt-Spiel auf 45:32, dann gab es für die Gäste nach einem Dreier von D.J. Seeley einen Rückschlag, denn Vitalis Chikoko erhielt sein viertes persönliches Foul. Dies nutzten die Gastgeber, um den Vorteil unter den Körben auszuspielen. So konnte Philipp Heyden zum 51:36 (24.) treffen, eine Minute später nutzte D.J. Seeley den Platz in der Zone, um im Fast Break zum 53:36 abzuschließen. Als kurz darauf der Vorsprung nach einem Dreier von Kevin Hamilton auf 20 Punkte wuchs gab es die nächste Trierer Auszeit – und die wohl beste Phase der Moselstädter. Die Gäste stellten auf eine Vollfeld-Verteidigung um, zwangen medi bayreuth zu schweren Würfen oder Ballverlusten. Nach einem 0:7 Lauf und Punkten vom früheren Bayreuther Stefan Schmidt an der Freiwurflinie hieß es in der 28. Minute nur noch 58:45. Bis zur 30. Minute schrumpfte der Vorsprung weiter, mit Freiwürfen verkürzte Jermaine Bucknor zum 62:51. Daran, dass das Viertel letztendlich doch mit nur einem Punkt abgegeben wurde, hatte auch Beckham Wyrick seinen Anteil, er verwandelte kurz vor Ende ein 3-Punkt-Spiel zum 65:51.

medi klettert in der Tabelle auf Rang 14

Im letzten Abschnitt, in dem beiden Teams nicht mehr so viele Punkte erzielten, wurden schnell alle Zweifel an einer möglichen Wende beseitigt, denn nach einem 7:0 Lauf hieß es in der 35. Minute nach Punkten von D.J. Seeley 72:51. In der 38. Minute sorgte Kyle Weems mit zwei erfolgreichen Freiwürfen für das 78:54 und die höchste Führung der Partie. Erst kurz vor Schluss gab es dann noch ein wenig Ergebniskorrektur, ein Dreier von Warren Ward sowie Punkte von Andreas Wenzl bedeuteten den 80:61 Endstand.

Durch den Sieg steht fest, dass medi bayreuth auch im kommenden Jahr in der Bundesliga spielt und somit seine fünfte Saison in der höchsten deutschen Spielklasse in Angriff nimmt. Am Donnerstag, 1. Mai geht es zum letzten Saisonspiel zu den s.Oliver Baskets, die zum Klassenerhalt unbedingt gewinnen und gleichzeitig auf eine Tübinger Heimniederlage gegen Hagen hoffen müssen. Sollte die TBB Trier ihr Heimspiel gegen ratiopharm ulm verlieren so könnte medi bayreuth – bei einem Sieg in Würzburg – die Moselstädter überholen und den aktuell 14. Tabellenplatz sogar noch verbessern können. Würde sich RASTA Vechta mit einem Erfolg in Bremerhaven aus der Beko BBL verabschieden, so könnte es unter dem Strich sogar der zwölfte Platz werden. Alle Partien beginnen um 15 Uhr, Radio Mainwelle überträgt live aus der ausverkauften s.Oliver Arena und die Würzburger übertragen das Spiel im Livestream ins Internet.

Trainerstimmen:

Henrik Rödl (TBB Trier): „Danke an Henrik für die Glückwünsche. Für uns waren die Voraussetzungen sehr positiven. Zum einen, weil zwei Leistungsträger bei Trier nicht dabei waren. Das macht die Aufgabe leichter. Zum anderen die Ansetzung, wir mussten im Gegensatz zu Trier Freitag nicht spielen und waren frischer. Für uns war es wichtig, das Spiel zu gewinnen um die Liga zu sichern. Daher bin ich stolz auf meine Mannschaft, dass wir den Druck hoch gehalten und aggressiv verteidigt haben. Wir haben Trier zu Ballverlusten gedrängt. In der zweiten Halbzeit ist zunächst der Schlendrian eingekehrt, das haben wir aber schnell wieder auf die Reihe gebracht. Am Ende hatten wir die größere Physis um das Spiel nach Hause zu bringen. Ich muss mich bei allen Spielern und dem Umfeld bedanken, dass wir das Ziel, es aus eigener Hand zu machen, erreicht haben!“

Michael Koch (medi bayreuth): „Gratulation an Bayreuth. Sie sind verdient weiter in der Bundesliga, seit Mike da ist hat man sich das selber erkämpft. Das ist ein Kader, auf dem man aufbauen kann. Bayreuth sollte versuchen, Mike zu halten! Was uns angeht ist es klar, dass wir angeschlagen in das Spiel gegangen sind. Selbst mit den Spielern, die da waren, sind wir nicht so in das Spiel gegangen wie wir es uns vorgestellt haben. Bayreuth war sehr wach und aktiv, vor allem unter den Brettern. Bei uns ist der Versuch der Gegenwehr da aber das hat heute definitiv nicht gereicht. Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften war klar erkennbar.“

medi bayreuth – TBB Trier 80:61 (25:14;18:14;22:23;15:10)

medi bayreuth: Weems 17, Heyden 15, Seeley 14, Hamilton 10 (9 Assists), Burrell 10 (9 Rebounds), Qvale 6, Wyrick 5, Schmitz 3, Spöler 0, Chambers 0, Zeis 0. Dreier: Hamilton 2, Seeley 2, Schmitz 1.

TBB Trier: Anderson 14, Ward 12, Bucknor 7 (9 Rebounds), Seiferth 7, Chikoko 6, Mönninghoff 5, Petric 4, Schmidt 4, Wenzl 2. Dreier: Petric 1, Ward 1, Mönninghoff 1.

Wurfquote Feld gesamt: Bayreuth 45% (28/62), Trier 35% (19/54)
Dreierquote: Bayreuth 26% (5/19), Trier 14% (3/21)
Freiwurfquote: Bayreuth 83% (19/23), Trier 83% (20/24)
Rebounds (defensiv/offensiv): Bayreuth 43 (33/10), Trier 28 (24/4)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Bayreuth 16/18/8/3, Trier 15/4/6/1
Fouls: Bayreuth 21, Trier 22

Quelle: BBC Bayreuth Spielbetrieb GmbH (http://www.bbc-bayreuth.de/)